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Meine Studie#7 - Die (Unter)Verwandlung

Garrileo

Hallo, heute werde ich mich ohne große Umschweife einem witzigen, wichtigen und geistreichen Thema beschäftigen, das Schachkomponisten schon seit jeher beeinflusst hat: Die Unterverwandlung oder Unterumwandlung. Dabei geht es hauptsächlich darum, einen Bauern in einen Turm, Springer oder manchmal Läufer umzuwandeln, um ein Patt zu vermeiden oder mit dem Springer ein Schach zu geben, das die Dame nicht könnte. Dies führt zu hochamüsanten und genüsslichen Stellung, wie zum Beispiel im folgenden Rätsel:

Die folgende Studie gehört neben Retis genialem Königsmanöver zu den berühmtesten Studien überhaupt. Sie hat sogar den Beinamen "Das Juwel" erhalten:



Zum Schluss noch eine humorige Aufgabe:

Matt in zwei Zügen

Vielen Dank fürs Lesen und Lösen!

Garrileo

Dieses Thema wird später noch weitergeführt, heute habe ich aber leider keine Zeit mehrfrustrated.png.

Tegelort

1) und 3) sind keine Studien sondern direkte Mattaufgaben.

Garrileo

ja, aber da sie komponiert wurden, bezeichnet man sie normalerweise als Studienwink.png

Garrileo

Denn: Auch wenn das Ziel ein direktes Matt ist, hat jemans sie sich ausgedacht - und deshalb ist es auch eine Studie.

chessplayer1111111111

1 und 3 fand ich sehr guthappy.png

ilmago

Bei Nummer drei habe ich versucht, im zweiten Zug in einen Turm unterzuverwandeln ...

Zwecks Eindeutigkeit sollte man da wohl doch die Variante mit Ka6 wählen, die a8=D# erzwingt.

Garrileo

Ja, stimmt natürlich... aber wenn man fertig ist, erscheint ja auch Ta8# als Alternative

ilmago

Dann sollte man das Problem aber natürlich anders präsentieren --- zum Beispiel nur mit dem Anfangsdiagramm.

Wenn du den Komfort nutzt, eine Aufgabe mit einer einzigen eindeutigen Lösungsvariante zu erstellen, wird von deiner Seite natürlich auch dementsprechend erwartet, dafür zu sorgen, dass die Lösungsvariante eindeutig ist.

Sonst sitzen deine Löser an solchen Stellen da und fragen sich, wer blöd ist --- sie selber, weil sie nicht sehen, welcher von mehreren Zügen nicht die Lösung sein soll --- oder der Aufgabensteller, der sich nicht darum gekümmert hat, dass die Lösung eindeutig ist, obwohl er das Aufgabenformat gewählt hat, das nur für eindeutige Lösungen funktioniert.

ilmago

Verbesserungsvorschlag: Wähle für die dritte Aufgabe 1.c8=S Ka6 2.a8=D# als Hauptvariante deiner geforderten Lösung.

Und wähle für das Juwel ruhig die Darstellungsform des Problems zum Selberlösens (die Variante dort ist ja komplett eindeutig), anstatt der Darstellungsform des fertigen Diagramms a la "Ich zeige dir die Lösung sofort, ohne dass du selber versuchen darfst, sie selber zu lösen".

Garrileo

Ok, danke für den Vorschlag, mach ich!

Tegelort

Zur 1. Aufgabe aus dem Jahr 1891 sollte man darauf hinweisen, dass die Stellung tatsächlich legal ist ! Wer findet den Nachweis ?

Garrileo
Tegelort hat geschrieben:

Zur 1. Aufgabe aus dem Jahr 1891 sollte man darauf hinweisen, dass die Stellung tatsächlich legal ist ! Wer findet den Nachweis ?

Ja, zuerst bekam der König vom Läufer auf b8 ein Schach. Das heißt aber, dass der Läufer nur durch eine Unterumwandlung von einem Bauern auf b7 dort hin gelangen konnte. Also gab es praktisch zwei Unterumwandlungen: Die erste außerhalb und die zweite innerhalb des Lösungsweges.

Tegelort

Ganz genau !