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Amin, Howell, Fressinet und Nisipeanu scheiden beim Weltcup aus

Amin, Howell, Fressinet und Nisipeanu scheiden beim Weltcup aus

Bassem Amin, David Howell, Laurent Fressinet und Liviu-Dieter Nisipeanu sind die bekanntesten Spieler, die am dritten Tag des FIDE World Cups in Tiflis ausschieden. Im längsten Tiebreak konnte sich der Lokalmatador Baadur Jobava gegen Ivan Salgado durchsetzen.

Salgado und Jobava nach dem längsten Tiebreak des Tages. | Titelbild: Chess.com/Maria Emelianova.

Von den 64 Erstrundenduellen wurden 22 erst im Tiebreak entschieden. Als um 15 Uhr Ortszeit an jedem der 22 Bretter ein Schiedrichter oder ein Freiwilliger Helfer war, der die Züge notierte, begannen 44 Spieler um "Tod oder Gladiolen" oder anders gesagt, "um den Einzug in die zweite Runde oder um ein Rückflugticket" zu spielen.

Die Tiebreaks starten mit 2 Schnellschachpartien mit 25 Minuten plus 10 Sekunden Bedenkzeit. Steht es dann weiterhin Unentschieden, werden 2 Partien mit 10 Minuten Plus 10 Sekunden und bei Bedarf auch noch 2 Partien mit 5 Minuten plus 3 Sekunden Bedenkzeit gespielt.

Steht es dann immer noch Unentschieden entscheidet eine Armageddon-Partie, bei der Weiß gewinnen muss aber 5 Minuten und Schwarz nur 4 Minuten auf der Uhr hat (beide Spieler erhalten ab dem 60. Zug einen Zeitbonus von 3 Sekunden pro Zug) endgültig über den Einzug in die nächste Runde.

World Cup 2017 | Runde 1,  Tiebreaks

Land Spieler Land Spieler Klassisch Schnellschach Blitz Gesamt
GM Fier (2569) GM Bacrot (2728) ½-½, ½-½ 0-1,0-1 1-3
GM Amin (2699) GM Erdos (2619) ½-½, ½-½ ½-½, ½-½ 0-1, ½-½ 2½-3½
GM Grachev (2654) GM Melkumyan, (2642) ½-½, ½-½ ½-½, 1-0 2½-1½
GM Tari (2588) GM Howell (2701) ½-½, ½-½ ½-½, ½-½ ½-½, 1-0 3½-2½
GM Areshchenko (2645) GM Demchenko, (2650) 1-0, 0-1 0-1, 1-0 0-1, ½-½ 2½-3½
GM Ivanchuk (2727) GM Kazhgaleyev (2570) ½-½, ½-½ 1-0, 1-0 3-1
GM Gonzalez (2547) GM Harikrishna (2741) 1-0, 0-1 ½-½, ½-½ ½-½, 0-1 2½-3½
GM Andreikin (2708) GM Goganov (2567) ½-½, ½-½ 1-0, 1-0 3-1
IM Smirnov (2508) GM Karjakin (2780) ½-½, ½-½ 0-1, 0-1 1-3
GM Dubov (2666) GM Fridman (2625) ½-½, ½-½ ½-½, ½-½ ½-½, 1-0 3½-2½
GM Vallejo (2717) GM Karthikeyan (2574) 1-0, 0-1 1-0, ½-½ 2½-1½
GM Antipov (2578) GM Tomashevsky (2710) ½-½, ½-½ 0-1, ½-½ 1½-2½
GM Nepomniachtchi (2741) GM Palac (2535) ½-½, ½-½ ½-½, ½-½ ½-½, 1-0 3½-2½
GM Nguyen (2629) GM Adhiban (2670) ½-½, ½-½ ½-½, ½-½ 0-1, ½-½ 2½-3½
GM Pourramezana (2534) GM Yu Yangyi (2750) ½-½, ½-½ 0-1, 0-1 1-3
GM Jobava (2702) GM Salgado (2627) ½-½, ½-½ ½-½, ½-½ 1-0, 0-1, ½-½, 1-0 4½-3½
GM Bacallao (2573) GM Fedoseev (2731) 1-0, 0-1 0-1, 0-1 1-3
GM Adams (2738) GM Batchuluun (2566) ½-½, ½-½ 1-0, ½-½ 2½-1½
GM Hovhannisyan (2594) GM Rodshtein (2695) ½-½, ½-½ 0-1, 0-1 1-3
GM Lenic (2646) GM Fressinet (2657) ½-½, ½-½ ½-½, ½-½ 1-0, 1-0 4-2
GM Sambuev, (2529) GM Wei Yi (2748) 1-0, 0-1 0-1, ½-½ 1½-2½
GM Sevian (2610) GM Nisipeanu (2674) ½-½, ½-½ ½-½, 1-0 2½-1½

Es war ein seltenes aber schönes Erlebnis, Jobava und Salgado, die gerade den längsten Tiebreak des Tages gespielt hatten, zu sehen, wie sie zusammen ein Glas Wein trunken und sich im Pressezentrum unterhielten. Wie wir erfuhren, sind die beiden seit ihrem 16. Lebensjahr befreundet und Jobava war sogar ein wenig traurig, dass er seinen spanischen Amigo aus dem Turnier gekegelt hatte.

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Die beiden Protagonisten verliesen den Turniersaal gemeinsam. | Foto: Chess.com/Maria Emelianova.

Neben der natürlichen Enttäuschung und Ermüdung war Salgado froh, "ein interessantes Match abgeliefert zu haben". (Bei seinem ersten WeltCup 2011 in Khanty-Mansiysk verlor er die erste Runde sang- und klanglos.)

Die ersten beiden Partien endeten Remis und dann gewann Jobava die erste 10+10 Partie, aber Salgado konnte den Ausgleich herstellen. Nachdem er sich vor dem Turniersaal mit seinen Landsmännern Paco Vallejo und David Anton unterhalten hatte, kehrte der Spanier ans Brett zurück und startete stark in die erste 5+3 Partie. Er hatte schon einen gesunden Mehrbauern aber lies dann zu viel Gegenspiel zu.

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Jobava hatte gerade die erste 10+10 Partie gewonnen. | Foto: Chess.com/Maria Emelianova.

Jobava spielte dann eine seiner Lieblingseröffnungen: Philidor im Anzug. Salgado sagte, dass er sich diese Eröffnung noch im Rahmen seiner Vorbereitung auf den Weltcup angesehen hatte, aber irgendwas ging trotzdem schief. Nach nur einem Fehler seines Gegners zeigte Jobava keine Gnade und gewann die Partie.

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Jobava und Salgado saßen nach der Partie zusammen und liesen sich Wein und Käse schmecken. | Foto: Chess.com/Maria Emelianova.

Dies war zugleich der längste Tiebreak des Tages. Die letzten beiden Partien wurden in einem leeren Turniersaal gespielt, auch wenn viele freiwillige Helfer, Schiedsrichter und Journalisten anwesend waren, die sich das Duell aus der Nähe ansehen und es sogar filmen durften! (Wir möchten an dieser Stelle den Organisatoren und Schiedsrichtern nochmals für die vorbildliche Zusammenarbeit mit den Medien danken.)

Acht Duelle wurden im 10+10 Modus entschieden und das dramatischte von denen war Viktor Erdos gegen Bassem Amin. Nach 2 Remis bei 25+10 Bedenkzeit gewann Erdos die erste 10+10 Partie überzeugend. In der zweiten Partie war er "zu euphorisch" (wie er selbst sagte) und benutzte beide Hände, um einen Bauern in eine Dame umzuwandeln.

Amin beanspruchte den Sieg für sich, was absolut verständlich ist, denn seit dem 1. Juli 2017 gilt die Regel, dass ein ungültiger Zug eine Schnellschach oder Blitzpartie verliert, wenn ein Spieler oder ein Schiedsrichter den ungültigen Zug beanstandet. Beim Weltcup gilt allerdings eine Sonderregel. Es findet nämlich die selbe Regel bei allen Partien, egal mit welcher Bedenkzeit, Anwendung, um die Spieler nicht zu verwirren. Deshalb führt auch in den Tiebreaks der erste ungültige Zug zu einer Verwarnung und der "benachteiligte" Spieler erhält 2 Minuten extra Bedenkzeit. 

Der sehr erfahrene, aber schon etwas ältere Schiedrichter Faik Gasanov aus Aserbaidschan benötigte dann mehrere Minuten um die Uhr richtig zu stellen, die Erdos natürlich nutzte, um über die Stellung nachzudenken. Wenn man sich an Amins gestrigen Fehler, durch den er ein absolut gewonnenes Turmendspiel wegwarf, erinnerte, fiel es einem schwer, kein Mitgefühl mit ihm zu haben.

The arbiter resetting the clock

Der Schiedrichter stellt die Uhr, was mehrere Minuten dauerte... | Foto: Chess.com/Maria Emelianova.

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...in dieser Zeit lies sich Amin vom polnischen Hauptschiedsrichter Tomasz Delega nochmals die Regeln erklären. | Foto: Chess.com/Maria Emelianova.

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Amin bietet Remis was gleichbedeutend mit seinem Ausscheiden ist. Dabei stand er gestern schon mit einem Bein in der zweiten Runde. | Foto: Chess.com/Maria Emelianova.

Speziell für die neutralen Zuschauer gibt es nur wenig, was unterhaltsamer als der TieBreak-Tag bei einem Weltcup wäre. Und auch einige bereits qualifizierte Spieler wie Maxime Vachier-Lagrave oder Johann Hjartarson kamen heute in den Turniersaal, um dem Spektakel beizuwohnen.

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Auch Maxime Vachier-Lagrave war heute unter den Zuschauern. | Foto: Chess.com/Maria Emelianova.

Andere sahen sich die Partien von ihrem Hotelzimmer aus an.

Carlsen hatte wohl viel Spass an der Übertragung von Jon Ludvig Hammer auf dem must have had a good day as he was watching via Jon Ludvig Hammer's stream on the norwegischen Chess.com Twitch Kanal, denn der zweite Norweger im Teilnehmerfeld, GM Aryan Tari, qualifizierte sich für die zweite Runde. Nach 5 Remis besiegte er David Howell mit einem brillianten 11. Zug in der zweiten 10+10 Partie.

Es sollte aber auch erwähnt werden, dass sich der favorisierte Howell als absolut fairer Verlierer zeigte und sich noch einige Zeit mit seinem Gegner unterhielt, bevor er den Turniersaal verlies.

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Der zweite Norweger in der zweiten Runde: Aryan Tari. | Foto: Chess.com/Maria Emelianova.

Vier Spieler, die mit einer Niederlage in das Turnier gestartet waren, konnten sich noch in die Tiebreaks retten: Anton Demchenko, Pentala Harikrishna, Vladimir Fedoseev und Wei Yi. Der letzte gewann diesen überzeugend, weil Bator Sambuev schon früh in der Partie ein Fehler unterlief, den der Chinese gnadenlos ausnutzte.

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Wei Yi (zweiter von rechts) mit seinen Landsleuten während einer Pause. | Foto: Chess.com/Maria Emelianova.

In der zweiten 25+10 Partie sprang Pentala Harikrishna dem Teufel gerade noch von der Schippe. Yuri Gonzalez Vidal, der gegen den Inder in der zweiten 10+10 Partie ausschied, wird heute eine schlaflose Nacht haben, wenn er an diese Partie denkt.

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Vielleicht wird er nach dieser Partie nicht mehr Hari, sondern Houdini genannt werden. | Foto: Chess.com/Maria Emelianova.

Anton Demchenko gewann das Action-Duell gegen Alexander Areshchenko, bei dem keine einzige der 6 gespielten Partien mit einem Remis endete! Areshchenko war drauf und dran das Duell erneut auszugleichen und sein Angriff hätte eigentlich gewinnen sollen, aber unter diesen Umständen hätte wohl nur ein Computer die Gewinnvariante entdeckt, oder?

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Das "blutigste" Duell des Weltcups, mit 6 Siegen ohne Remis. | Foto: Chess.com/Maria Emelianova.

Von den 22 Tiebreaks waren 13 nach den ersten beiden Partien entschieden. Zu Beginn der 10+10 Phase gab es gleich 2 seltsame Remis. Daniel Fridman nahm das Remisgebot von Daniil Dubov bereits nach 16 Zügen an, aber die Partie Mladen Palac gegen Ian Nepomniachtchi war noch schneller beendet --- und die Züge waren zu 100% die selben, wie in der zweiten Partie mit klassischer Bedenkzeit zwischen den beiden: 1. e4 c5 2. Sf3 d6 3. d4 cxd4 4. Sxd4 Sf6 5. Sc3 a6 6. Le3 Sg4 7. Lc1 Sf6 8. Le3 Sg4 9. Lc1 1/2-1/2.

Und kurz darauf remisierten auch Howell und Tari. Warum die Spieler sich so schnell  auf ein Remis einigten können wir nicht ganz nachvollziehen. Vielleicht hofften die Aussenseiter auf das Armageddon und die Favoriten rechneten sich vielleicht in der kürzeren Bedenkzeit bessere Chancen aus? Wir wissen es nicht. Was wir aber wissen ist, dass sowohl Dubov als auch Nepo die anschließenden Partien mit Weiß gewannen und somit in die zweite Runde einzogen.

 

Jobava spielt morgen gegen Yu Yangyi, der heute den Iraner Amirreza Pourramezanali locker mit 2:0 besiegte. In der ersten Partie zeigte er eine gute Technik und in der Zweiten brannte er ein taktisches Feuerwerk ab.

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Yu war heute in großartiger Form. | Foto: Chess.com/Maria Emelianova.

Eine kleine Sensation haben wir noch gar nicht erwähnt. Der 16 jährige Sam Sevian eliminierte den deutschen Meister GM Liviu-Dieter Nisipeanu, der einst selbst für eine Sensation bei der FIDE Weltmeisterschaft (1999 in Las Vegas) gesorgt hatte, als er Alexei Shirov aus den Turnier warf.

Sevian's nächster Gegner ist Li Chao.

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Nach Nakamura, Lenderman und Onischuk, zog auch der jüngste Großmeister der USA, der in Tiflis noch dabei ist, in die zweite Runde ein. | Foto: Chess.com/Maria Emelianova.

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Nachdem er in der ersten Partie eine gewonnene Stellung nicht gewinnen konnte, schied Alexander Fier gegen Etienne Bacrot aus. | Foto: Chess.com/Maria Emelianova.

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Ian Nepomniachtchi schlug Mladen Palac. | Foto: Chess.com/Maria Emelianova.

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Boris Grachev kam gegen Hrant Melkumyan weiter. | Foto: Chess.com/Maria Emelianova.

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IM Anton Smirnov gratuliert Sergey Karjakin zum Sieg in beiden Schnellpartien. | Foto: Chess.com/Maria Emelianova.

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Vassily Ivanchuk gewann heute ebenfalls beide Partien. | Foto: Chess.com/Maria Emelianova.

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Luke Lenic besiegte Laurent Fressinet. | Foto: Chess.com/Maria Emelianova.

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Baskaran Adhiban schickte Nguyen Ngoc Trong Son nach Hause. | Foto: Chess.com/Maria Emelianova.

FIDE World Cup Pairings Bracket

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Der Weltcup findet vom 3. bis zum 27. September in der georgischen Hauptstadt Tiflis statt. Jede Runde besteht aus 2 klassischen Partien (nur im Finale sind es 4) und danach folgt, je nach Bedarf, ein Tiebreak im Schnell- und Blitzschach. Das Preisgeld bei diesem Turnier beträgt $1.600.000 und der Sieger bekommt mit $120.000 den Löwenanteil davon. Zusätzlich qualifizieren sich die beiden Finalisten für das Kandidatenturnier 2018.

Chess.com überträgt alle Partien des Weltcups live auf Chess.com/Live. Außerdem könnt ihr Live Kommentare der besten Kommentatoren der Welt, der Chessbrahs, also GM Eric Hansen, GM Robin van Kampen, GM Yasser Seirawan und IM Aman Hambleton auf  Chess.com/TV sehen.


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