Aronian gewinnt das Superbet Rapid & Blitz im Playoff
Am Sonntag besiegte Levon Aronian Sergey Karjakin im Playoff und gewann damit das Superbet Rapid & Blitz Grand Chess Tour Event in Bukarest. Durch diesen Sieg sicherte sich der armenische Großmeister auch einen Platz im Finale der Grand Chess Tour in London im Dezember.
Die Cinderella Story von Anton Korobov nahm am Sonntag ein jähes Ende. Er begann den Tag mit 5 Niederlagen und erzielte schließlich, genau wie Fabiano Caruana, am letzten Tag nur 2 Punkte.
Aronians 4.5 von 9 möglichen Punkten am Sonntag genügten zwar um Korobov noch einzufangen, jedoch nicht, um den stark aufspielenden Karjakin, der sich am Sonntag 6 Punkte erspielte, auf Distanz zu halten. Am Ende hatten beide Spieler 20 Punkte auf Ihrer Habenseite.
Der Verlierer des Playoffs stand aber schon vor Beginn desselben fest, denn Karjakin hätte das Turnier in Bukarest auf dem ungeteilten ersten Platz beenden müssen, um Maxime Vachier-Lagrave in der Grand Prix Gesamtwertung noch überholen zu können.
Jetzt liegen Aronian und Karjakin in der Gesamtwertung zwar hinter Magnus Carlsen, Ding Liren und Vachier-Lagrave gleichauf auf Platz 4, aber da Aronian noch ein Turnier spielen darf, wird er sich sicher den 4. Platz sichern.
Viswanathan Anand wurde in Bukarest dritter und liegt jetzt auf dem 6. Platz der Gesamtwertung. Wenn er bei seinem "Heimspiel" Ende November in Kalkutta ein gutes Resultat erzielt, könnte er sich ebenfalls noch für das Finale in London qualifizieren.
Für Karjakin war es besonders bitter, weil der Unterschied zu MVL in der Gesamtwertung nur einen drittel Punkt beträgt und er in der letzten Runde eine Gewinnstellung verspielt hatte.
Karjakins Gegner in diesem Spiel? Korobov. Auch wenn dieser das Turnier nicht mehr gewinnen konnte, konnte der Ukrainer immer noch den Spielverderber spielen.
Mit wenig Zeit auf der Uhr stimmte Korobov einem Remis zu, obwohl er eine forcierte Mattkombination auf dem Brett hatte:
Dramatic finish in Karjakin-Korobov.
— Grand Chess Tour (@GrandChessTour) November 10, 2019
Korobov missed a checkmate with Rh1!! allowing Karjakin to go into playoffs against Aronian #RomaniaGCT pic.twitter.com/Txx6piUnE0
Ein dramatisches Ende bei Karjakin-Korobov
Korobov sieht das Matt nach Th1 nicht und ebnet Karjakin damit den Weg in die Playoffs gegen Aronian
Karjakin erzielte heute sechs solide Remis und gewann drei Partien. Einen seiner Siege feierte er gegen Aronian. Der armenische Großmeister übersah eine ähnliche Taktik wie David Navara beim Grand Prix in Hamburg gegen Alexander Grischuk:
Aronian hatte den Tag mit 3 Siegen in Serie begonnen, aber diese Niederlage warf ihn aus der Spur. Aus den letzten 5 Partien holte er gerade noch 1.5 Punkte.
Nachdem er die erste Playoff-Partie dann remisieren konnte, war Aronian aber wieder der Alte und gewann die zweite Partie und damit den Siegerpokal. Auch in dieser Partie entschied ein Doppelangriff auf Turm und Läufer die Partie:
Final remarks from @LevAronian as he accepts his trophy: “If you want to be remembered, you want to be remembered as the guy who came there and won.” pic.twitter.com/IYOvZxLtlw
— Grand Chess Tour (@GrandChessTour) November 10, 2019
Die letzte Anmerkung von Aronian, als er den Siegerpokal überreicht bekam: "Wenn sich die Leute an Dich erinnern sollen, dann sollen sie sich an den erinnern, der kam und gewonnen hat."
Der große Star des letzten Tages war aber Vladislav Artemiev. Wie der andere Wildcard-Spieler Le Quang Liem einen Tag zuvor, blieb Artemiev am Sonntag ungeschlagen und erspielte sich 7 Punkte.
Und wie schon gegen Le, lief Anish Giri in einem grausamen Angriff des stärksten Spielers des Tages (obwohl der seinen Gegner in der Eröffnung und im Mittelspiel bereits überspielt hatte):


Alle Partien des 5. Tages
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