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Blübaum und Wojtaszek führen in Dortmund

Blübaum und Wojtaszek führen in Dortmund

In der zweiten Runde verlor Vladimir Fedoseev gegen Matthias Blübaum, der damit die Führung beim Sparkassen Chess Meeting in Dortmund übernimmt. Radoslaw Wojtaszek liegt nach seinem Sieg über Wang Yue mit Blübaum gleichauf.

Der Start der 2. Runde in Dortmund. | Foto: Georgios Souleidis

Nach seinem grandiosen Sieg über Kramnik hatte es den Anschein, als wenn Fedoseev in der zweiten Runde ein anderer Spieler wäre. Er hatte wieder die schwarzen Figuren, aber diesesmal war seine Eröffnung alles andere gut und Blübaum konnte den Königsflügel des St. Petersburgers in seine Einzelteile zerlegen.

Wojtaszek kann mit seiner bisherigen Leistung mehr als zufrieden sein, denn nachdem er schon gegen MVL in guter Stellung ein Remis erzielt hatte, konnte er in der zweiten Runde gegen Wang Yue gewinnen.

Sparkassen Chess Meeting 2017 | Ergebnisse der 2. Runde

Land Name ELO Pt. Ergebnis Pt. Land Name ELO
Radoslaw Wojtaszek 2736 ½ 1 - 0 ½ Wang Yue 2699
Liviu-Dieter Nisipeanu 2683 ½ ½ - ½ ½ Maxime Vachier-Lagrave 2791
Dmitry Andreikin 2712 ½ ½ - ½ 0 Vladimir Kramnik 2812
Matthias Bluebaum 2642 ½ 1 - 0 1 Vladimir Fedoseev 2726

Blübaum's Sieg war sicher schwerer als er aussah. Der 20 jährige deutsche Großmeister, der zum ersten Mal in Dortmund mitspielt, fegte Fedoseev regelrecht vom Brett.

Das Läuferpaar so früh herzugeben war sicherlich eine Entscheidung, die die meisten Spieler mit Schwarz nicht getroffen hätten und nach einem ungenauen Zug hatte Fedoseev bereits große Probleme seinen Damenflügel zu entwickeln. Alles was Blübaum danach noch zu tun hatte, war mit seinem f-Bauern loszurennen, und der Königsangriff spielte sich praktisch von selbst.

"Mit diesem lockeren Sieg habe ich natürlich nicht gerechnet, aber er kam mit der passiven Stellung überhaupt nicht klar" sagte Blübaum.

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Ein relativ leichter Sieg für Matthias Blübaum. | Photo: Georgios Souleidis

Radoslaw Wojtaszek spielt auch das erste Mal beim Sparkassen Chess Meeting, und wie Blübaum errang er in der zweiten Runde seinen ersten Sieg. Es sah aus wie ein sicherer Sieg, der sich schon in der Eröffnung abzeichnete, aber es war viel mehr als das.

Wang Yue's freiwilliger Läuferrückzug im neunten Zug (eine Neuerung) brachte Weiß praktisch in eine gute Version der Panov Variante im Caro-Kann. Es war eine der wenigen Stellungen, in der 10.c5, mit der Absicht, auf dem Damenflügel eine Bauernmehrheit zu erlangen, eine gute Idee ist. Weiß hatte die Kontrolle über e5 und machte damit den Bauernvorstoß ...e6-e5 fast unmöglich.

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Wojtaszek und Wang Yue warten auf den beginn der zweiten Runde. | Foto: Georgios Souleidis

Wojtaszek's Fortsetzung war dann aber weniger gut, und Wang Yue verpasste eine Chance die ...e6-e5 beinhaltete. Das Endspiel war dann ziemlich ausgeglichen, aber für Weiß, aufgrund des Freibauern auf der c-Linie, angenehmer zu spielen.

Irgendwann dachten dann beide Spieler, dass Weiß auf Gewinn stehen würde, aber der Computer fand noch eine Rettung für Schwarz. "Ich dachte ich stehe auf Gewinn, aber diese Rettung war wirklich schwierig zu sehen"


nullEin guter Turnierstart für Radek Wojtaszek. | Foto: Georgios Souleidis

Spieler wie Baadur Jobava und Richard Rapport sind ja für deren kreative Eröffnungen bekannt, aber vielleicht sollte Dmitry Andreikin in diese Liste aufgenommen werden. Ein seiner Lieblingseröffnungen mit 1.d4 ist der Trompowsky Angriff und auch mit 1.e4 spielt er seltenste Varianten. Eine Neuerung im fünften Zug der Wiener Partie hat sicherlich niemand erwartet, oder?

"Das ist modernes Schach. Man muss schon Risiken eingehen, wenn man auf Gewinn spielen möchte," said Andreikin.

Vladimir Kramnik zeigte sich von dieser Neuerung nicht besonders beeindruckt und erreichte schnell eine komfortable Stellung mit Schwarz. Trotzdem entschied er sich in ein Endspiel überzugehen, das Weiß relativ leicht Remis halten konnte.

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Andreikin spielte eine Wiener Partie gegen Kramnik auf Gewinn. | Foto: Georgios Souleidis

Liviu-Dieter Nisipeanu entschied sich gegen die von Maxime Vachier-Lagrave geliebte Grünfeld-Indische Verteidigung für einen englischen Aufbau, konnte daraus aber auch keine Vorteile erzielen. Der Zug 10.d4 kann schon fast als ein stillschweigendes Remisangebot angesehen werden.

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Ein leichtes Remis für MVL. | Foto: Georgios Souleidis

Sparkassen Chess Meeting 2017 | Tabelle nach der 2. Runde

# Land Name ELO Lstg. 1 2 3 4 5 6 7 8 Punkte SB
1 Blübaum,Matthias 2642 2895 ½ 1 1.5/2 1.50
2 Wojtaszek,Radoslaw 2736 2935 ½ 1 1.5/2 1.00
3 Vachier-Lagrave,Maxime 2791 2710 ½ ½ 1.0/2 1.25
4 Nisipeanu,Liviu-Dieter 2683 2716 ½ ½ 1.0/2 1.25
5 Fedoseev,Vladimir 2726 2727 0 1 1.0/2 0.50
6 Andreikin,Dmitry 2712 2755 ½ ½ 1.0/2 0.50
7 Kramnik,Vladimir 2812 2529 0 ½ 0.5/2 0.50
8 Wang,Yue 2699 2534 0 ½ 0.5/2 0.50

Die Paarungen der dritten Runde lauten: Vachier-Lagrave - Bluebaum, Wang Yue - Nisipeanu, Kramnik - Wojtaszek und Fedoseev - Andreikin.

Das 45. Sparkassen Chess Meeting findet vom 15. bis zum 23. Juli in Dortmunder Orchesterzentrum statt. Die Bedenkzeit beträgt 100 Minuten für 40 Züge, dann 50 Minuten für weitere 20 Züge und 15 Minuten für den Rest der Partie sowie 30 Sekunden Extrazeit pro Zug, ab dem ersten Zug.

Ihr könnt die Partien jeden Tag ab 15:15 Uhr auf Live Chess live ansehen.


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