Damen Grand Prix in München: Der Tag der Remis
Abdumalik lieferte Kosteniuk einen tollen Kampf. Foto: Mark Livshitz/FIDE.

Damen Grand Prix in München: Der Tag der Remis

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| 1 | Berichterstattung von einem Schach-Event

Nach dem Ruhetag am Dienstag gingen alle Spielerinnen ausgeruht und bestens vorbereitet in die sechste Runde des FIDE Damen Grand Prix in München. 

Anscheinend war die Vorbereitung sogar so gut, dass keine einzige Spielerin ihre Partie gewinnen konnte und somit hielt Alexandra Kosteniuk ihre komfortable Führung von 1.5 Punkten.

Die siebte Runde beginnt heute am Donnerstag, dem 9. Februar, um 15.00 Uhr.

Wollt Ihr das Turnier live mitverfolgen?
Alle Partien des Damen Grand Prix findet Ihr hier auf unserer Event-Seite. Die Runden beginnen jeden Tag um 15.00 Uhr.


Kosteniuk und Abdumalik lieferten sich das sicherlich wildeste Duell dieser Runde. Ihre Caro-Kann-Eröffnung lief bereits nach nur 8 Zügen Amok, nachdem die kasachische Großmeisterin die abenteuerliche Neuerung 8...Kxf7 gespielt hatte.

Großmeister Rafael Leitao hat diese rasante Partie für uns kommentiert:

Nach der Partie sprach Abdumalik über die Gründe für die Wahl ihrer Eröffnung: "Ich habe mich entschieden, Caro-Kann zu spielen. Ich glaube, das war erst das zweite oder dritte Mal, dass ich diese Eröffnung in einer klassischen Partie gespielt habe und von ihrem g4-Zug war ich wirklich überrascht. Ich war nicht wirklich darauf vorbereitet, weil sie normalerweise Sf3 spielt. Nach g4 dachte ich dann, es ist wohl nicht besonders gut, wenn ich nach drei Zügen schon nachdenken muss. Nachdem sie aber dann auf f7 geschlagen hat und ich mit dem König zurückgeschlagen habe, hat mir meine Stellung gefallen."

Alexandra Kosteniuk führt das Turnier seit der ersten Runde an. Foto: Mark Livshitz/FIDE.

An der längsten und am härtesten umkämpften Partie der Runde war wieder einmal Dinara Wagner beteiligt. Der ambitionierte Vormarsch am Königsflügel von Humpy Koneru führte zu einem scharfen Kampf, den aber keine der beiden Spielerinnen gewinnen konnte.

Humpy Koneru, die indische Nummer 1, musste sich gegen die bravourös kämpfende Dinara Wagner mit einem Remis begnügen. Foto: Mark Livshitz/FIDE.

Auch Harika Dronavalli und Tan Zhongyi lieferten sich einen großen Kampf. Harika gewann an Aktivität und übte mit einer besseren Bauernstruktur im Endspiel ziemlich Druck aus, aber die ungleichfarbigen Läufer, die beide in einer eigenen Welt auf demselben Schachbrett gestrandet waren, machten es der indischen Nummer 2 schwer, Fortschritte zu erzielen. Nach einer Phase nuancierter Manöver endete die Partie schließlich Remis.

Auch Harika Dronavalli und Tan Zhongyi lieferten sich einen harten Kampf. Foto: Mark Livshitz/FIDE.

In der Partie von Zhu Jiner gegen Nana Dzagnidze bekamen wir ebenfalls eine Caro-Kann-Verteidigung zu sehen. Zhu opferte einen Bauern und versuchte, mit ihren aktiveren Figuren Druck am Königsflügel auszuüben. Dzagnidze aber neutralisierte den Druck ihrer Gegnerin und behielt ihren Mehrbauern, was ihr einen kleinen Vorteil verschaffte. Letztendlich fiel aber auch diese Partie dem Fluch der ungleichfarbigen Läufer zum Opfer und die georgische Großmeisterin bekam keine Chance, ihren Vorteil zu verwandeln.

Zhu Jiner und Nana Dzagnidze beginnen ihre Partie. Photo: Mark Livshitz/FIDE.

Die Partien Alina Kashlinskaya gegen Anna Muzychuk und Elisabeth Pähtz gegen Mariya Muzychuk endeten nach jeweils genau 31 Zügen Remis.

Die Kreuztabelle

Alle Partien der sechsten Runde

Der FIDE Damen Grand Prix besteht aus vier Turnieren. Das zweite davon wird vom 1. bis zum 14. Februar in München gespielt. Das Format ist ein Rundenturnier für 12 Spielerinnen. Die Bedenkzeit beträgt 90 Minuten für die ersten 40 Züge, 30 Minuten für den Rest der Partie und einem Inkrement von 30 Sekunden pro Zug. Der Preisfonds bei diesem Turnier beträgt 80.000 Euro.

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