Damen Grand Prix in München: Kosteniuk gewinnt und gewinnt und gewinnt
Auch die ukrainische Großmeisterin Anna Muzychuk konnte Alexandra Kosteniuk nichts entgegensetzen und somit führt die 12. Weltmeisterin die Tabelle beim FIDE Damen Grand Prix in München weiterhin unangefochten an.
Neben der "Chess Queen" konnten aber auch Humpy Koneru, Zhu Jiner und, was uns natürlich ganz besonders freut, Elisabeth Pähtz ihre Partien gewinnen.
Ein kleiner Wermutstropfen war nur, dass die Chinesin Zhu Jiner ihre Partie gegen Dinara Wagner gewonnen hat.

Beginnen wir den Bericht vom Münchner Hotel "Vier Jahreszeiten" mit dem beeindruckenden Sieg der überlegenen Tabellenführerin, den Großmeister Rafael Leitao für uns analysiert hat:
Die beeindruckende Turnierleistung von 2744 von Kosteniuk wird nur von ihrer Leistung von vor 10 Jahren getoppt, als sie bei der Mannschafts-EM der Damen 7.5 von 8 möglichen Punkten erspielt und damit eine Performance von 2766 erzielt hatte.
Hier ist das Interview, das Kosteniuk nach der Partie gab:
Der Angriff auf die Tabellenspitze von Nana Dzagnidze fand in der Partie gegen Elli Pähtz ein jähes Ende. Die georgische Großmeisterin wollte Elli mit einer raffinierten Taktik überlisten, aber Elli schlug zurück und dann blieb Dzagnidze keine Wahl, als ihre Dame gegen einen Turm und eine Figur zu opfern. Theoretisch ist so eine Stellung zu halten, aber praktisch ist es unglaublich schwierig und in dieser Partie war es einfach zu schwierig.
Alina Kashlinskaya stolpert in München von einer Katastrophe in die nächste. Gegen Humpy Koneru hatte sie ein schwieriges, aber durchaus haltbares Endspiel mit gleichfarbigen Läufern zu bewältigen, konnte aber nicht die richtige Strategie finden und musste der indischen Großmeisterin zum Sieg gratulieren.
Durch diesen Sieg hat sich Koneru auf den zweiten Platz gespielt und da sie in der vorletzten Runde noch gegen Kosteniuk spielen wird, hat sie durchaus noch Chancen auf den Turniersieg.
Auch sie gab nach der Partie natürlich ein Interview:
Zhu Jiner gewann gegen Dinara ihre zweite Partie bei diesem Turnier. Sie nutzte einen Mangel an Aktivität im weißen Lager und brach mit einem malerischen Springeropfer, das mit ziemlicher Sicherheit der schönste Zug der 8. Runde war, durch und fand dann die richtigen Züge, um ihren Zwei-Bauern-Vorteil in einem weiteren Läufer-Endspiel zu verwandeln. Die Partieanalyse von Chess.com vergibt gleich bei 13 Zügen der chinesischen Großmeisterin zwei Ausrufezeichen, die einen großartigen und nicht leicht zu findenden Zug beschreiben.
Das kann man aus Dianars Sicht wohl nur sagen: "Es gibt Tage, da verliert man."
Die verbleibenden Partien – Harika Dronavalli gegen Zhansaya Abdumalik und Tan Zhongyi gegen Mariya Muzychuk – endeten mit schnellen Remis und es lohnt sich wirklich nicht, darüber zu berichten.
In der neunten Runde spielt Tabellenführerin Alexandra Kosteniuk mit Schwarz gegen Nana Dzagnidze und Elisabeth Pähtz wird versuchen, das direkte Duell um den zweiten Platz mit Weiß gegen Humpy Koneru zu gewinnen.

Alle Partien der achten Runde
Der FIDE Damen Grand Prix besteht aus vier Turnieren. Das zweite davon wird vom 1. bis zum 14. Februar in München gespielt. Das Format ist ein Rundenturnier für 12 Spielerinnen. Die Bedenkzeit beträgt 90 Minuten für die ersten 40 Züge, 30 Minuten für den Rest der Partie und einem Inkrement von 30 Sekunden pro Zug. Der Preisfonds bei diesem Turnier beträgt 80.000 Euro.
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