Das Weltcup-Finale ist immer noch ausgeglichen. Ding hat in der letzten Partie Weiß

Das Weltcup-Finale ist immer noch ausgeglichen. Ding hat in der letzten Partie Weiß

Die Finalpartien 2 und 3 des FIDE Weltcups endeten ebenfalls Remis. Wenn Levon Aronian morgen gegen Ding Liren mit den schwarzen Figuren ebenfalls ein Remis erzielt, werden wir am Mittwoch einen Tiebreak erleben.

Ding hat in der letzten klassischen Partie des diesjährigen Weltcups 2 kleine Vorteile. Erstens hat er die weißen Figuren und zweitens hat er den psychologischen Vorteil, da er sich in der zweiten Partie retten konnte. Aronian hatte aber in der dritten Partie überhaupt keine Probleme, mit Schwarz ein Remis zu erreichen, was ihm sicher auch Selbstvertrauen gegeben hat.

Land Spieler Land Spieler Klassisch Schnellschach Blitz Arm. Gesamt
Aronian (2802) Ding Liren (2771) ½-½, ½-½, ½-½ 1½-1½

"Dieses Remis hat einen bitteren Beigeschmack für Levon Aronian," sagte der Kommentator Evgeny Miroshnichenko, als der Armenier den Turniersaal verließ. Er hatte Ding Liren in Endspiel bereits in den Seilen, aber konnte den Gewinn nicht finden.

Er war auf Ding's Katalanisch bestens vorbereitet und nachdem der Chinese einige ungenaue Züge gespielt hatte, erreichte er ein leicht vorteilhaftes Endspiel. Ding verteidigte sich zunächst großartig, aber nach einem "leichtsinnigen" Zug (wie er ihn nannte), bekam Aronian einen entfernten Freibauern. 

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Der Organisator der Reykjavik Open, Gunnar Bjornsson, war heute unter den Zuschauern (zweiter von links). | Foto: Anastasiya Karlovich, offizielle Weltcup-Webseite.

Beim 55. Zug dachte Ding, dass er die Partie verloren hatte. Er dachte lange nach und zog den 56. Zug mit nur noch 3 Sekunden auf der Uhr. Aronian hatte aber ebenfalls nicht mehr viel Bedenkzeit übrig und fand weder den schwierigen, noch den weniger schwierigen Gewinnweg. Im 75. Zug einigten sich die Spieler dann auf ein Remis.

"Wir wussten beide, dass die Partie gewonnen sein musste, aber ich konnte ebenfalls keinen Gewinnweg für ihn finden," sagte Ding.

Kommentare von GM Dejan Bojkov.

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 Ding Liren sprang dem Teufel gerade noch von der Schippe. | Foto: Anastasiya Karlovich, offizielle Weltcup-Webseite.

Vielleicht wurde der von der Katalanischen Eröffnung Dings inspiriert, denn in der dritten Partie war es Aronian, der diese Eröffnung wählte. In dieser Variante gewinnt Weiß das Läuferpaar, aber Schwarz verliert "nur" seinen schwachen Damenläufer und bekommt dafür einen starken Einfluss auf das Zentrum.

Aronian musste sich dann bald darauf von seinen Läuferpaar verabschieden und fand sich relativ schnell in einer Stellung wieder, in der nur noch Damen und verschiedenfarbige Läufer auf dem Brett waren. Die Partie dauerte insgesamt nur etwas über 2 Stunden. Die offizielle Liveübertragung spielte gerade einen Werbeblock ab, als sich die Spieler die Hand reichten.und verpasste somit das Ende der Partie.

Kommentare von GM Dejan Bojkov.

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Werden wir einen Tiebreak erleben? | Foto: Anastasiya Karlovich, offizielle Weltcup-Webseite.

Games von TWIC.

Der Weltcup findet vom 3. bis zum 27. September in der georgischen Hauptstadt Tiflis statt. Jede Runde besteht aus 2 klassischen Partien (nur im Finale sind es 4) und danach folgt, je nach Bedarf, ein Tiebreak im Schnell- und Blitzschach. Das Preisgeld bei diesem Turnier beträgt $1.600.000 und der Sieger bekommt mit $120.000 den Löwenanteil davon. Zusätzlich qualifizieren sich die beiden Finalisten für das Kandidatenturnier 2018.

Chess.com überträgt alle Partien des Weltcups live auf Chess.com/Live. Außerdem könnt ihr Live Kommentare der besten Kommentatoren der Welt, der Chessbrahs, also GM Eric Hansen, GM Robin van Kampen, GM Yasser Seirawan und IM Aman Hambleton auf  Chess.com/TV sehen.


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