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Für Caruana, Li Chao und Nepomniachtchi ist der Weltcup vorbei

Für Caruana, Li Chao und Nepomniachtchi ist der Weltcup vorbei

Heute ist mit Fabiano Caruana ein weiterer Top10 Spieler beim FIDE Weltcup ausgeschieden. Der Amerikaner verlor die zweite Schnellschachpartie gegen Evgeniy Najer. Richard Rapport konnte als Außenseiter den Chinesen Li Chao besiegen und Baadur Jobava gewann ebenfalls als Außenseiter gegen Ian Nepomniachtchi.

 Fabiano Caruana schied völlig überrraschend in der dritten Runde des Weltcups aus. | Foto: Chess.com/Maria Emelianova.

8 der 16 Drittrunden-Duelle gingen heute in den Tiebreak und Maxime Vachier-Lagrave, Ding Liren, Richard Rapport, Evgeniy Najer and Baadur Jobava hatten sich bereits nach den ersten beiden Schnellschachpartien für das Achtelfinale qualifiziert.

Grischuk und Giri folgten ihnen nach den 10+10 Partien und nur Aronian benötigte die 5+3 Blitzpartie um sich für das Achtelfinale zu qualifizieren. Alexander Lenderman, David Navara, S.P. Sethuraman, Maxim Matlakov, Fabiano Caruana, Li Chao, Vidit Santosh Gujrathi und Ian Nepomniachtchi sind hingegen heute ausgeschieden. Der letztere checkte bereits 20 Minuten nach seiner Niederlage gegen Jobava aus dem Hotel aus.

World Cup 2017 | Runde 3, Tiebreak Ergebnisse

Land Spieler Land Spieler Klassisch Schnellschach Blitz Gesamt
Lenderman (2565) Vachier-Lagrave (2804) ½-½, ½-½ 0-1, ½-½ 1½-2½
Grischuk (2788) Navara (2720) ½-½, ½-½ ½-½, ½-½, ½-½, 1-0 3½-2½
Giri (2777) Sethuraman (2617) ½-½,½-½ 1-0, 0-1, 1-0, 1-0 3-1
Aronian (2802) Matlakov (2728) 1-0, 0-1 ½-½, ½-½, 1-0, 0-1 1-0, ½-½ 4½-3½
Nepomniachtchi (2741) Jobava (2702) ½-½, ½-½ ½-½, 0-1 1½-2½
Caruana (2799) Najer (2694) ½-½, ½-½ ½-½, 0-1 1½-2½
Li Chao (2745) Rapport (2675) ½-½, ½-½ 0-1, ½-½ 1½-2½
Ding Liren (2771) Vidit (2702) ½-½, ½-½ ½-½, 1-0 2½-1½

Wer hätte schon darauf gewettet, dass Najer gegen Caruana weiterkommen würde? Für den 40jährigen Großmeister aus Moskau, der auch Trainer der russischen Damennatinalmannschaft ist, war es natürlich ein riesiger Erfolg. Er ist zwar als sehr guter Schachspieler bekannt und gewann 2015 die Europameisterschaft in Jerusalem, aber Caruana? Das ist doch ein anderes Kaliber.

"Das kommt für mich auch etwas überraschend," sagte Najer zu Chess.com. "In den klassischen Partien zwei Remis zu erreichen war der Schlüssel zum Sieg, denn ich wußte, dass er im Schnellschach manchmal nicht perfekt spielt... manchmal!"

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Najer während seines Interviews für die offizielle Webseite. | Foto: Chess.com/Maria Emelianova.

Er sagte, dass es nach dem ersten Remis im Schnellschach logisch gewesen wäre, dass Caruana aggressiv spielten würde. "Aber vielleicht hat er dann zu aggressiv gespielt."

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Najer remisierte eine Berliner Eröffnung und gab zu, dass er überhaupt keine Ideen entwickeln konnte. "Aber wer hat die schon?" | Foto: Chess.com/Maria Emelianova.

Chess.com's Interview mit Najer.

So waren plötzlich nur noch 4 Top10 Spieler im Weltcup vertreten. Drei von ihnen qualifizierten sich erst in den Tiebreaks fürs Achtelfinale: Aronian, MVL und Grischuk. Wesley So hatte sich bereits am Sonntag qualifiziert und hatte somit heute einen Ruhetag. Er zeigte sich heute kurz im Turniersaal, sah sich aber keine Partien an.

Maxime Vachier-Lagrave konnte in den beiden klassischen Partien nicht zeigen, warum er über 200 ELO Punkte mehr hat als Aleksandr Lenderman und auch in den beiden Schnellschachpartien hatte Lenderman seine Chancen. In der ersten Partie war die Stellung lange Zeit unklar ("an einem schlechten Tag hätte ich verloren" - MVL) und der Amerikaner verlor die Partie nur wegen eines Fehlers im Endspiel:

Chess.com's Interview mit Vachier-Lagrave.

Auch in der zweiten Partie lief für MVL nicht alles nach Plan, denn Lenderman verpasste gleich zweimal die Chance ...Ld5 zu spielen. "Ich wollte die Risiken minimieren und mir Zeit lassen, aber trotzdem habe ich diese schrecklichen Züge gespielt und Sachen übersehen. Und dann fängst Du an dir selbst zu zweifeln an und alles, was normalerweise leicht ist, wird auf einmal furchtbar schwer," sagte Vachier-Lagrave zu Chess.com.

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Etienne Bacrot ist noch in Tiflis und unterstützt MVL. | Foto: Chess.com/Maria Emelianova.

Baadur Jobava konnte sich über seinen Sieg gegen Ian Nepomniachtchi gar nicht richtig freuen, denn dem georgischen Großmeister tun grundsätzlich alle Spieler leid, die wegen Fehlern verlieren. Und Nepo hatte einen furchtbaren Fehler gemacht. Nachdem er schon in der ersten Partie eine gewonnene Stellung nicht in einen Sieg ummünzen konnte passierte in der zweiten Partie dieses Mißgeschick:

Kein Wunder, dass Nepomniachtchi daraufhin Tiflis so schnell wie möglich verlassen wollte.

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Nepomniachtchi kann seinen Fehler kaum fassen. | Foto: Chess.com/Maria Emelianova.

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Jobava konnte sich über seinen Sieg gegen Nepomniachtchi gar nicht richtig freuen. | Foto: Chess.com/Maria Emelianova.

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Nepomniachtchi und sein Sekundant Vladimir Potkin, 20 Minuten nach der Partie. | Foto: Chess.com/Maria Emelianova.

Wie das Sprichwort sagt: Besser ein schreckliches Ende, als ein Schrecken ohne Ende.

--- Ian Nepomniachtchi

Richard Rapport entwickelt sich beim Weltcup zum "Chinesenschreck". Nach Wei Yi kegelte er nun den starken Li Chao aus dem Turnier. Rapport sagte danach, es wäre ein sehr intensives Duell gewesen. Es scheint, als wenn der Ungar öfters als seine Kollegen im Turniersaal umherwandern würde, aber er sagt, dass er sich dadurch beruhigen würde.

Sein erster Sieg beschreibt eigentlich das ganze Turnier in Tiflis: In einem verrückten taktischen Schlagabtausch gewann Rapport eine Figur aber er benötigte danach fast 70 weitere Züge um die Partie zu gewinnen. Zuerst schienen die Züge des Chinesen etwas albern zu sein, aber dann machte er es seinem Gegner unglaublich schwer die Partie zu gewinnen.

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Li Chao lieferte mit einer Figur weniger einen großen Kampf, verlor aber dann doch seine erste Partie bei diesem Weltcup. | Foto: Chess.com/Maria Emelianova.

"Das passiert mir sehr oft, wenn es in die spannend wird... Ich mache kleine Fehler und mein Gegner bekommt Chancen," sagte Rapport, der seinem Gegner in der zweiten Partie großzügigerweise in einer absolut gewonnenen Stellung ein Remis bot.

Chess.com's Interview mit Rapport.

Es stehen aber trotzdem 3 Chinesen im Achtelfinale. Neben dem Carlsen Bezwinger Bu Xiangzhi sind dies Wang Hao und Ding Liren, wobei die letzteren direkt aufeinander treffen. und zwei von ihnen treffen direkt aufeinander. Ding gewann heute nicht nur gegen Vidit Santosh Gujrathi sondern auch den inoffiziellen und undotierten "Zug des Tages" Preis: Dejan Bojkov fand den Bauernzug auf ein Feld, auf dem er gleich von 4 gegnerischen Figuren geschlagen werden konnte, besonders interessant!

Alexander Grischuk qualifizierte sich gegen David Navara fürs Achtelfinale, durchlebte aber auch einige Abenteuer. In der ersten Partie stand der Russe eigentlich schon auf Totalverlust aber irgendwie konnte er sich mit letzter Kraft in ein Remis retten.

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Mit Glück und Geschick und ohne Dame erzielte Grischuk ein Remis. | Foto: Chess.com/Maria Emelianova.

Nach 2 weiteren Remis schlug Grischuk in der zweiten 10+10 Partie zu. Das Thema war das selbe: Damenfang! Grischuk: "Vielleicht habe ich schlecht gespielt, aber zumindest war ich heute energisch."

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Navara gratuliert seinen Gegnern grundsätzlich im Stehen und außerdem stellt er die Figuren immer selbst zurück in die Grundstellung. | Foto: Chess.com/Maria Emelianova.

Nach seiner heldenhaften Verteidigung am Vortag, war es erneut Anish Giri, der die unterhaltsamsten (oder nervenaufreibendsten - falls ihr Holländer seit) Partien lieferte. Zuerst gewann Giri mit den weißen Figuren gegen S.P. Sethuraman, aber dann ging in seiner Najdorf Variante etwas schief (später bereute er noch, dass er diese Eröffnung gewählt hatte).

"Ich hätte mit einer anderen Strategie spielen hätte sollen," sagte Giri. Er konnte dann die erste 10+10 Partie mit Weiß erneut gewinnen und entschied sich daraufhin in der zweiten Partie für das solidere 1...e5:

Chess.com's Interview mit Giri.

Und so kommen wir zu Levon Aronian.

Maxim Matlakov erzwies sich als äußerst zäher Gegner, denn der St. Petersburger konnte sowohl in den klassischen Partien als auch im 10+10 Schnellschach nach einem 1:0 Rückstand ausgleichen. 

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 Aronian gleich zweimal zu besiegen, wenn dem Armenier ein Remis reicht, ist wirklich beeindruckend. | Foto: Chess.com/Maria Emelianova.

Aronian entschied das Duell, indem er die erste 5+3 Partie gewann und die zweite remisierte.

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Aronian genügte das Remis in der letzten Partie zum weiterkommen. | Foto: Chess.com/Maria Emelianova.

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Pentala Harikrishna besuchte heute den Turniersaal... | Foto: Chess.com/Maria Emelianova.

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...genauso wie Alexander Huzman und Boris Gelfand. | Foto: Chess.com/Maria Emelianova.

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Wesley So beobachtet Caruana's Untergang.

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Für jede neue Serie mit 2 Partien werden die Farben neu ausgelost.

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Alle Partien als PGN herunterladen

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Der Weltcup findet vom 3. bis zum 27. September in der georgischen Hauptstadt Tiflis statt. Jede Runde besteht aus 2 klassischen Partien (nur im Finale sind es 4) und danach folgt, je nach Bedarf, ein Tiebreak im Schnell- und Blitzschach. Das Preisgeld bei diesem Turnier beträgt $1.600.000 und der Sieger bekommt mit $120.000 den Löwenanteil davon. Zusätzlich qualifizieren sich die beiden Finalisten für das Kandidatenturnier 2018.

Chess.com überträgt alle Partien des Weltcups live auf Chess.com/Live. Außerdem könnt ihr Live Kommentare der besten Kommentatoren der Welt, der Chessbrahs, also GM Eric Hansen, GM Robin van Kampen, GM Yasser Seirawan und IM Aman Hambleton auf  Chess.com/TV sehen.


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