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Harikrishna, Mamedyarov, Radjabov, Wei Yi und Wojtaszek fliegen beim Weltcup raus

Harikrishna, Mamedyarov, Radjabov, Wei Yi und Wojtaszek fliegen beim Weltcup raus

In der zweiten Tiebreakrunde von Tiflis war unter anderem für  Boris Gelfand, Pentala Harikrishna, Shakhriyar Mamedyarov, Teimour Radjabov, Wei Yi und Radoslaw Wojtaszek Endstation beim FIDE Weltcup.

Titelbild: Duda rettete sich gegen Ivanchuk durch eine brilliante Patt-Kombination. | Foto: Chess.com/Maria Emelianova.

Wie schon in der ersten Runde wurden 22 Duelle erst in den Tiebreaks entschieden. Vor 3 Tagen waren es allerdings nur etwa ein Drittel aller Duelle, während es heute über zwei Drittel waren.

Acht Duelle standen nach den ersten Schnellschach Partien immer noch Unentschieden und zwei wurden erst im 5+3 entschieden. Auf die erste Armageddon Partie des Turniers warten wir aber weiterhin.

World Cup 2017 | Runde 2 Tiebreak Ergebnisse

Land Spieler Land Spieler Klassisch Schnellschach Blitz Score
Bacrot (2728) Bu (2714) ½-½, ½-½ ½-½, 0-1 1½-2½
Svidler (2756) Erdos (2619) ½-½, ½-½ 1-0, ½-½ 2½-1½
Onischuk (2682) Wojtaszek (2739) ½-½, ½-½ ½-½, 1-0 2½-1½
Cori (2648) Grischuk (2788) ½-½, ½-½ ½-½, 0-1 1½-2½
Navara (2720) Cheparinov (2695) 1-0, 0-1 1-0, 1-0 3-1
Duda (2698) Ivanchuk (2727) ½-½, ½-½ ½-½, ½-½, ½-½, 0-1 2½-3½
Motylev (2668) Giri (2777) ½-½, ½-½ ½-½, ½-½, 0-1, 0-1 2-4
Harikrishna (2741) Sethuraman (2617) ½-½, ½-½ ½-½, 0-1 1½-2½
Hou Yifan 2670) Aronian (2802) ½-½, ½-½ ½-½, ½-½, 0-1, 0-1 2-4
Matlakov (2728) Andreikin (2708) ½-½, ½-½ ½-½, ½-½, 1-0, 0-1 1-0, 1-0 5-3
Artemiev (2692) Radjabov (2742) ½-½, ½-½ 1-0, 0-1, 0-1, 1-0 1-0, ½-½ 4½-3½
So (2792) Bluebaum (2633) ½-½, ½-½ ½-½, ½-½, 1-0, 1-0 4-2
Adhiban (2670) Nepomniachtchi (2741) ½-½, ½-½ ½-½, 0-1 1½-2½
Yu Yangyi 2750) Jobava (2702) ½-½, ½-½ ½-½, ½-½, 0-1, 0-1 2-4
Bruzon (2651) Nakamura (2781) ½-½, ½-½ 0-1, ½-½ 1½-2½
Lenic (2646) Caruana (2799) ½-½, ½-½ ½-½, ½-½, 0-1, 0-1 2-4
Vitiugov (2728) Najer (2694) ½-½, ½-½ 0-1, 0-1 1-3
Wei Yi (2748) Rapport (2675) ½-½, ½-½ 0-1, ½-½ 1½-2½
Sevian (2610) Li Chao (2745) ½-½, ½-½ ½-½, 0-1 1½-2½
Mamedyarov (2797) Kuzubov (2688) ½-½, ½-½ 0-1, 0-1 1-3
Wang Hao (2701) Gelfand (2737) ½-½, ½-½ 1-0, ½-½ 2½-1½
Kravtsiv (2670) Ding Liren (2771) ½-½, ½-½ 0-1, ½-½ 1½-2½

Alexander Onischuk war der erste Spieler, dem heute eine Überraschung gelang. Der amerikanische Großmeister, der am 2. Turniertag seinen 42. Geburtstag feierte gewann die zweiter Schnellschachpartie gegen den 30 jährigen Polen Radek Wojtaszek, und qualifizierte sich damit für Runde 3. 

Onischuk sagte, dass er sich nach der Eröffnung nicht wohlgefühlt hatte: "Ich war ziemlich besorgt wegen meiner Stellung, aber irgendwie konnte ich ausgleichen und ab dann habe ich auf Gewinn gespielt. Ich glaube, so verlieren die überlegenen Spieler manchmal: Sie überspannen. Und das ist auch in dieser Partie passiert."

Chess.com's Interview mit Onischuk.

Onischuk wird in der dritten Runde das Vergnügen mit Peter Svidler haben, der heute den jungen ungarischen Großmeister Viktor Erdos ebenfalls nach 2 Schnellschachpartien eliminierte. Die erste Partie war besonders schön und Svidler sagte er wäre mit dieser Partie richtig glücklich gewesen. Er nahm die Chance wahr seinen Turm für einen Mattangriff zu opfern.

Svidler wies Chess.com dann noch auf eine Anekdote hin:

"Komischerweise war es wieder in einer Partie gegen Viktor, in der sein Gegner nicht wusste, wie man eine Figur korrekt umwandelt," sagte er. "Zum erstenmal in meinem Leben hab ich einen Bauern auf f8 gezogen und die Uhr gedrückt ohne eine andere Figur auf dieses Feld zu stellen. Ich weiß nicht wo mein Hirn zu diesem Zeitpunkt war."

Und so bekam Erdos, wie schon in seiner Partie gegen Bassem Amin, 2 Extra Minuten auf seine Uhr - und als der Schiedsrichter die Uhr neu stellte konnten sich einige Spieler ein Lachen nicht verkneifen. Svidler hatte indes Glück, dass beim Weltcup ein ungültiger Zug im Schnellschach die Partie nicht sofort verliert.

In seinem Interview mit Chess.com gab Svidler dann zu, dass er in der zweiten Partie komplett überspielt wurde, aber dann noch ein Remis erzielen konnte.

Chess.com's Interview mit Peter Svidler.

Svidler blieb den Rest des Tages im Turniersaal und unterstützte seinen Freund und zeitweiligen Sekundanten Maxim Matlakov. Der St. Petersburger lieferte sich mit Dmitry Andreikin einen harten Kampf und zog erst nach den 5+3 Blitzpartien in die dritte Runde ein.

In der ersten 10+10 Partie überspielte Matlakov seinen Gegner nach allen Regeln der Kunst:

 

Chess.com's Interview mit Matlakov.

Alexander Grischuk hatte in den klassischen Partien gegen den Peruaner Jorge Cori einen schweren Stand und auch die erste Schnellschach Partie endete mit einem Remis. Dann setzte sich aber die Erfahrung doch durch. In einer Art Scheveningen Sizilianer (der aus einem Taimanov entstand) bekamen die beiden eine Stellung aufs Brett, die schon Tal und Gufeld 1969 hier in Tiflis aufs Brett gezaubert hatten. Der schwarze König, der den e6 Bauern deckte, rief förmlich nach Ärger und mit einfachen Zügen beendete Grischuk die Angelegenheit.

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Wie erwartet, erreichte auch Sasha Grischuk die dritte Runde. | Foto: Chess.com/Maria Emelianova.

Dejan Bojkov entschied sich bereits nach der ersten Schnellschachpartie für den "Zug des Tages", aber das war eine sichere Wette. Sowohl Vassily Ivanchuk, als auch viele Zuseher wie Giri und Svidler staunten nicht schlecht, als Jan-Krzysztof Duda mit nur wenig Zeit auf der Uhr diese Kombination aus dem Hut zauberte:

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Ein brilliantes Remis von Duda. | Foto: Chess.com/Maria Emelianova.

Die zweite Schnellschachpartie endete ebenfalls Remis und Ivanchuk erschien zur ersten 10+10 Partie drei Minuten zu spät. Er entschuldigte sich bei seinem Gegner und dem Schiedsrichter und führte als Begründung an, dass es schwierig sei pünkltich zu sein, wenn man keine Uhr tragen dürfe. (Dies ist eine Maßnahme um Betrug zu vermeiden, denn Smartwatches bieten heutzutage einige Möglichkeiten.)

Der Schiedsrichter wies Chuky darauf hin, dass er außerhalb des Turniersaals durchaus eine Uhr hätte tragen dürfen. Andererseite ist es aber auch komisch, dass weder im Turniersaal noch in der Hotellobby (wo sich die meisten Spieler zwischen den Partien aufhalten) eine Uhr hängt.

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Vassily Ivanchuk, in seine tpischen Stellung. | Foto: Chess.com/Maria Emelianova.

In einer guten Stellung erlaubte Ivanchuk seinem Gegner eine Zugwiederholung und einige seiner Fans machten sich bereits Sorgen um das Nervenkostüm der ukrainischen Legende. Die nächste Partie gewann er aber dann überzeugend. In einer seltsamen Damenbauern Eröffnung gewann er zuerst einen Bauern, dann eine Qualität und schließlich die Partie.

Chukys nächster Gegner? Vladimir Kramnik!

Wie ihr euch vielleicht noch erinnert, fanden in der zweiten Runde 2 Duelle statt, die vor 2 Jahren ebenfalls in der zweiten Runde stattfanden. Und bei beiden Duellen kam der gleiche Spieler weiter.

S.P. Sethuraman gewann erneut gegen Pentala Harikrishna, aber diesesmal erst im Schnellschach. Nach einem Remis in der ersten Partie überspielte Sethuraman seinen Gegner mit Schwarz in einem komplizierten Springer-Turm Endspiel. Der schwarze Damenspringer war der Held der Partie, denn mit den Zügen b8-c6-e7-f5-d6-b5-c3-a2-b4-d3-e5-c4-e3 mähte er die weißen Bauern fast im Alleingang ab.

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Harikrishna wurde genau wie schon vor 2 Jahren von seinem Landsamnn Sethuraman aus dem Turnier geworfen. | Foto: Chess.com/Maria Emelianova.

Sethuraman wird nun morgen gegen Anish Giri antreten, der, ebenfalls wie vor 2 Jahren, Alexander Motylev auf die Heimreise schickte. Das Duell stand aber auf Messers Schneide als Giri in der zweiten Schnellschachpartie schon absolut verloren war, wie er es selbst bezeichnete. Aus unerfindlichen Gründen gab Motylev aber die zuvor gewonnene Qualität zurück ("Ich war überrascht, dass er mir diesen Scheinangriff abgenommen hat," sagte Giri) und plötzlich hatte der Holländer wieder Remischancen.

Dann spielte Giri aber zwei hervorragende 10+10 Partien und gewann beide. Besonders die erste war sehr interessant, denn das Endspiel mit einer Qualität mehr war alles andere als leicht und es gab viele takitsche Fallen auf die Giri achten musste. Den entscheidenden Läuferzug hatte Giri aber erst gesehen, als Motylev diesen zugelassen hatte.

"Er hat mich auf den Gewinnplan gestoßen," sagte der Sieger, der Chess.com anschließend noch ein Interview gab:

Chess.com's Interview mit Giri.

Baadur Jobava and Yu Yangyi were on equal terms for the classical and rapid games, but in the faster time control "I was on my territory," as Jobava put it. The Georgian number-one got the local fans on the edge of their seats in the first 10+10 game as he played a beautiful knight sacrifice followed by a pawn sac and a silent rook move. Just beautiful.

Chess.com's interview with Jobava.

Jobava's next match promises lots of spectacle as well, as his opponent will be Ian Nepomniachtchi. The Russian grandmaster won the second rapid game against Baskaran Adhiban, who was doing OK in a 6.h3 King's Indian but then gave an exchange for zero compensation. Strange!

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Nepomniachtchi reached round three and will play Jobava. | Photo: Chess.com/Maria Emelianova.

It's a pity that in a match between some of the most entertaining players in the field, one of them has to go. Chinese prodigy Wei Yi got kicked out by Richard Rapport, who drew the second rapid game but won the first—where the Hungarian showed that he knew his classics.

The endgame with rook vs bishop and three vs three on the kingside is discussed at length in Mark Dvoretsky's famous "Endgame Manual," and the pawn formation f4-g3-h4 vs f5-g6-h5 is given there with the game Radev-Pribyl, Tbilisi(!) 1971.

The exact same position appeared on the board in Rapport-Wei, and also here White found the winning idea g3-g4.

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Rapport won literally a textbook endgame. | Photo: Chess.com/Maria Emelianova.

Not only the two remaining Polish grandmasters got eliminated; Azerbaijan also saw its two top aces leave: both Mamedyarov and Radjabov. At least they can travel back home together, but both will feel the disappointment as they definitely had their chances today.

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Radjabov und Mamedyarov sahen dem Tag erwartungsfroh entgegen. Sie wussten noch nicht, was ihnen blüht... | Foto: Chess.com/Maria Emelianova.

Shakhriyar Mamedyarov übersah in seiner ersten Partie gegen Yuryi Kuzubov eine Gewinnkombination und verlor diese Partie dann genau so, wie auch die Zweite. Seht Ihr den Gewinnzug für Weiß?

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Yuryi Kuzubov spielt in der dritten Runde gegen Wang Hao. | Foto: Chess.com/Maria Emelianova.

Teimour Radjabov und Vladislav Artemiev bekämpften sich bis zur letzten 5+3 Partie. Bis dahin endeten alle 5 heutigen Partien mit Siegen, aber in der sechsten Partie kam Radjabov nicht über ein Remis hinaus, was bedeutet, dass er seine Heimreise antreten kann.

Zuerst gewann Artemiev und Radjabov glich aus. Dann gewann Radjabov erneut und die anschließende vierte Partie, die er aus einer ausgeglichenen Stellung verlor, wird ihm wohl schlaflose Nächte bereiten:

Jetzt haben wir so viel über tolle Schachpartien berichtet, aber die "amerikanische heilige Dreifaltigkeit" haben wir noch nicht erwähnt. Um es kurz zu machen. Caruana, Nakamura und So kamen alle weiter, aber ihre Gegner lieferten ihnen einen harten Kampf.

Fabiano Caruana remisierte zuerst 4 mal in Folge gegen Luka Lenic, gewann aber dann beide 10+10 Partien. In der ersten konnte er ein schönes Mattnetz spinnen:

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Caruana ist im "Halb-Schnellschach" der bisher beste Spieler. | Foto: Chess.com/Maria Emelianova.

Hikaru Nakamura überspielte Lazaro Bruzon in der ersten Schnellschachpartie, aber in der zweiten geriet er gehörig unter Druck. Selbst nachdem das Remis unter Dach und Fach, und die Partieformulare unterschrieben waren, schüttelte er immer noch seinen Kopf aufgrund seiner Leistung.

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Auf einen überzeugenden Sieg folgten einige Schreckmomente aber Nakamura steht in der dritten Runde. | Foto: Chess.com/Maria Emelianova.

Nach 4 Remis konnte Wesley So dann mit dieser Partie Matthias Blübaum besiegen. (Die nächste Partie gewann er dann auch noch.)

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Blübaum spielte gegen Wesley So sehr ordentlich, aber er hat (noch) nicht ganz gereicht. | Foto: Chess.com/Maria Emelianova.

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Sam Sevian reklamierte in der ersten Schnellpartie gegen Li Chao erfolgreich Remis, verlor aber dann die Zweite. | Foto: Chess.com/Maria Emelianova.

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Boris Gelfand verlor gegen Wang Hao und wird jetzt beim Isle of Man Turnier mitspielen. | Foto: Chess.com/Maria Emelianova.

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Aronian gewann gegen Hou Yifan beide 10+10 Partien. | Foto: Chess.com/Maria Emelianova.

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Caruana sieht sich mit seinem Sekundanten, Rustam Kasimdzhanov, einige der anderen Partien an. | Foto: Chess.com/Maria Emelianova.

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 Jorge Cori wurde heute sogar vom Präsidenten des Peruanischen Schachverbands unterstützt. | Foto: Chess.com/Maria Emelianova.

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Der Weltcup findet vom 3. bis zum 27. September in der georgischen Hauptstadt Tiflis statt. Jede Runde besteht aus 2 klassischen Partien (nur im Finale sind es 4) und danach folgt, je nach Bedarf, ein Tiebreak im Schnell- und Blitzschach. Das Preisgeld bei diesem Turnier beträgt $1.600.000 und der Sieger bekommt mit $120.000 den Löwenanteil davon. Zusätzlich qualifizieren sich die beiden Finalisten für das Kandidatenturnier 2018.

Chess.com überträgt alle Partien des Weltcups live auf Chess.com/Live. Außerdem könnt ihr Live Kommentare der besten Kommentatoren der Welt, der Chessbrahs, also GM Eric Hansen, GM Robin van Kampen, GM Yasser Seirawan und IM Aman Hambleton auf  Chess.com/TV sehen.


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