Nepomniachtchi gewinnt den FIDE Grand Prix in Moskau

Nepomniachtchi gewinnt den FIDE Grand Prix in Moskau

Ian Nepomniachtchi gewann beim FIDE Grand Prix in Moskau am Mittwoch den Schnellschach Entscheidungs-Tiebreak gegen seinen Landsmann Alexander Grischuk.

Vor ein paar Tagen sagte er noch, er habe bei diesem Turnier von Anfang an ein positives Gefühl gehabt. Nepomniachtchis gute Stimmung hielt bis zum Ende an; Am Mittwoch gewann er"das Ding".

"Ich habe versucht, solide zu sein", fasste der jüngere der beiden russischen Spieler im Finale (Nepo ist 28, Grischuk 35) seinen siegreichen Grand Prix zusammen, der ihm 24.000 Euro und den ersten Platz in der GP-Rangliste einbrachte (mehr dazu weiter unten).

In der ersten Tie-Break Partie hatte Nepomniachtchi Schwarz und überraschte seinen Gegner mit der russischen Verteidigung, die er noch nie zuvor in seinem Leben gespielt hatte.

"Ich dachte, das wäre die richtige Wahl. Der Grand Prix wird in Russland gespielt und es spielen 2 Russen im Finale. Die russische Verteidigung musste also die optimale Wahl sein", witzelte er.

"Das ganze Finale lief schief", sagte Grischuk. "Die einzige Partie, in der ich besser stand, war die, bei der ich im dritten Zug d3 gespielt habe. Die einzige Partie, in der ich etwas Druck aufbauen konnte." Grischuk dachte vier Minuten über den Zug 3.d3 nach und konnte sich danach sogar wirklich einen kleinen Vorteil erspielen - aber auch nicht mehr.

Grischuk vs Nepomniachtchi Moscow Grand Prix 2019
Grischuk dachte 4 Minuten über seinen dritten Zug nach. | Foto: World Chess.

Nepomniachtchi: "Wir liesen die Theorie sehr bald hinter uns und irgendwie habe ich es geschafft, auszugleichen."

Auch die zweite Partie dauerte nicht besonders lange. Nepomniachtchi spielte mit Weiß eine ausgezeichnete Partie, die besonders für Schachtrainer interessant sein sollte, da es das Thema "Springer am Rand" perfekt demonstriert wurde.

"Eigentlich lässt sich die Stellung für Weiß angenehmer spielen als für Schwarz," sagte Nepomniachtchi. "Ich glaube, dass Schwarz nach 14…d5 und besonders nach 19.b5 Sa5 in Schwierigkeiten stecken sollte, denn der Springer auf a5 ist einfach aus der Partie. Ich hätte es dann fast geschafft, seinen Springer zu fangen und konnte …b6 und c6 provozieren und danach sollte die Partie strukturell für Weiß gewonnen sein."

Nepomniachtchi Grischuk FIDE Moscow Grand Prix 2019
Der letzte Tag des Grand Prix im Central Chess Club in Moskau. | Foto: World Chess.

Grischuk: "Vielleicht ist 14…d5 etwas ungenau und dann vielleicht 16…Dd7. Aber dann geriet ich mit meinem Springer in diese hoffnungslose Stellung. Ich wollte es vermeiden, in eine etwas schlechtere Stellung zu geraten und geriet stattdessen in eine absolute Verluststellung."

Neponiachtchi dachte bei seinem Rückblick auf das Turnier über das Ko-Format mit nur zwei klassischen Partien, gefolgt von einer Schnellschach Tiebreak nach:

"Das schadet der Qualität des Spiels. Manchmal trifft man eine weniger riskante Entscheidung, will kein zusätzliches Risiko eingehen und sicher spielen und irgendwie fehlen dann die besten Fortsetzungen, die sonst gespielt werden würden. Vor allem die Tiebreaks sind sehr hart. Aber insgesamt bin ich mit meinem Ergebnis natürlich sehr zufrieden."

Ian Nepomniachtchi wins FIDE Grand Prix Moscow
Ian Nepomniachtchi: "Ich wollte solide spielen." | Foto: World Chess.

Grischuk hatte da aber genau die gegenteilige Meinung:

"Ich glaube das K.O. Format ist wie für mich gemach; Da spiele ich normalerweise mein bestes Schach. Ich glaube, das war qualitativ mein bestes Turnier seit langem. Wenn ich heute gewonnen hätte, würde ich mich natürlich sehr freuen. Nach einer Niederlage ist man einfach immer enttäuscht."

Das Interview mit beiden Spielern nach der Partie. | Video: World Chess.

Moskau war das erste von vier Grand-Prix-Turnieren in diesem Jahr. Nepomniachtchi hat als Sieger jetzt schon gute Chancen, sich für das Kandidatenturnier 2020 zu qualifizieren, denn die beiden Spieler, die nach allen 4 Turnieren an der Spitze der Grand-Prix-Endwertung stehen, erhalten die begehrten Startplätze.

(2 weitere Startplätze werden im September in Khanty-Mansiysk beim Weltcup vergeben, ein Spieler qualifiziert sich beim FIDE Chess.com Grand Swiss im Oktober und ein Spieler über die ELO Wertung. Schließlich hat Fabiano Caruana als Verlierer der letzten Weltmeisterschaft ein Startrecht und der letzte Platz wird über eine Wildcard vergeben.)

Unten findet Ihr eine Tabelle mit allen vier Grand-Prix Turnieren. Die grünen Spielfiguren zeigen an, welche Spieler bei den verbleibenden drei Turnieren spielen werden. Für Moskau wurden die Grand-Prix-Punkte bereits ausgefüllt. Beachtet, dass alle Spieler, die ein Duell mit 2 : 0 gewonnen haben, einen zusätzlichen GP-Punkt erhalten haben.

2019 Grand Prix Standings After Moscow Leg (unofficial)

# Land Name Moskau Riga/Jurmala Hamburg Tel-Aviv GP Punkte
1 Ian Nepomniachtchi 9 9
2 Alexander Grischuk 7 7
3 Radoslaw Wojtaszek 5 5
4 Hikaru Nakamura 3 3
5-7 Peter Svidler 2 2
5-7 Wei Yi 2 2
5-7 Daniil Dubov 2 2
8 Wesley So 1 1
9-21 Anish Giri 0 0
9-21 Shakhriyar Mamedyarov 0 0
9-21 Levon Aronian 0 0
9-21 Teimour Radjabov 0 0
9-21 Sergey Karjakin 0 0
9-21 Nkita Vitiugov 0 0
9-21 Jan-Krzysztof Duda 0 0
9-21 Dmitry Jakovenko 0 0
9-21 Maxime Vachier-Lagrave 0 0
9-21 Yu Yangyi 0 0
9-21 Veselin Topalov 0 0
9-21 David Navara 0 0
9-21 Pentala Harikrishna 0 0
(Ein Spieler aus Israel)

Die FIDE Grand Prix-Serie 2019 besteht aus vier KO-Turnieren mit jeweils 16 Spielern, die pro Runde zwei klassische Spiele bestreiten und, falls nötig, am dritten Tag ein Tiebreak spielen. Die verbleibenden drei Grand-Prix-Turniere sind Riga / Jurmala (Lettland) (11. bis 25. Juli), Hamburg (Deutschland) (4. bis 18. November) und Tel Aviv (Israel) (10. bis 24. Dezember).

Jedes der vier Turniere ist mit einem Preisgeld von 130.000 Euro dotiert. Die Preise für die Gesamtwertung der Serie belaufen sich auf insgesamt 280.000 Euro, womit der Gesamtpreisfonds der Serie auf 800.000 Euro beträgt.

Die offizielle WorldChess Übertragung mit den Großmeistern Evgeny Miroshnichenko und Daniil Yuffa.


Weitere Artikel über den FIDE Grand-Prix (alle auf englisch):

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