Schachbundesliga: Solingen zieht mit Baden-Baden gleich - Bad Königshofen Deutscher Damen-Meister!

Schachbundesliga: Solingen zieht mit Baden-Baden gleich - Bad Königshofen Deutscher Damen-Meister!

Am letzten Tag der 3 zentralen Runden der Schachbundesliga in Berlin hat der SC Viernheim das kleine Wunder geschafft und die Liga wieder spannend gemacht. Die Mannen um GM Shakhriyar Memedyarov konnten dem Top-Favoriten, der OSG Baden-Baden, ein 4:4 Unentschieden abringen. Mamedyarov selbst legte mit seinem Remis gegen Fabiano Caruana ebenso den Grundstein zum Punktgewinn, wie seine Mannschaftskollegen Yuriy Kryvoruchko, Dr. Bassem Amin und Sabastien Maze, die Maxime Vachier-Lagrave, Levon Aronian und Richard Rapport jeweils einen halben Punkt abnahmen. "Matchwinner" waren jedoch Anton Korobov und Igor Kovalenko, die gegen Vishy Anand und Arkadij Naiditsch gewinnen konnten.

Hier ist die Hammer-Partie von Anton Korobov, die Vishy Anand bereits nach 27 Zügen zur Aufgabe zwang, zum nachspielen und genießen:

Anton Korobov
Anton Korobov zwang Vishy Anand bereits nach 27 Zügen zur Aufgabe. Foto: Maria Emelianova/chess.com

Die SG Solingen nutze diese überraschende Steilvorlage aus Viernheim gnadenlos aus und gewann mit 4.5 : 3.5 gegen Hofheim. Jan Smeets und Jörg Wegerle waren die umjubelten Helden bei Solingen, die mit ihren Siegen dafür sorgten, dass Solingen jetzt genauso wie Baden-Baden 18 Punkte auf dem Konto hat.

Alle Freunde der Sizilianischen-Verteidigung werden an der Partie von Jan Smeets sicher ihre Freude haben. Den Anhängern von Mathias Womacka dürfte sie dagegen weniger gefallen:

Jan Smeets
Jan Smeets hat eigentlich vor 2 Jahren seinen Rücktritt bekanntgegeben, lies sich aber zu einem Comeback überreden. Foto: Maria Emelianova/chess.com

Der SV Hockenheim konnte seine Partie gegen Deizisau ebenfalls äußert knapp gewinnen und liegt damit weiterhin einen Punkt hinter dem Führungsduo. Ivan Cheparinov und Evgeny Tomashevsky hießen die Sieger auf Seiten der Hockenheimer. Für Deizisau konnte lediglich Georg Meier den vollen Punkt einfahren.

Georg Meier bewies, dass nicht alle Turmendspiele Remis enden müssen:

Matthias Blübaum
Es war irgendwie nicht das Wochenende von Matthias Blübaum. Der Deizisauer konnte für seine Mannschaft nur einen halben Punkt erspielen. Foto: Maria Emelianova/chess.com
Die restlichen Ergebnisse lauten:
Mühlheim - Hamburg 2.5 : 5.5
Bremen - Kiel 5 : 3
Berlin - Augsburg 3.5 : 4.5
Dresden - Zugzwang 5 : 3
Die Bundesliga geht bereits nächstes Wochenende mit den Partien Viernheim gegen Dresden und Hockenheim gegen Berlin weiter. Der nächste komplette Spieltag ist für den 23. März terminiert.

Tabelle nach 11 Spieltagen

# Mannschaft Spiele Punkte BP
1 OSG Baden-Baden 10 18 55
2 SG Solingen 10 18 51
3 SV 1930 Hockenheim 10 17 54
4 Hamburger SK 10 15 45
5 SV Werder Bremen 11 14 50.5
6 SF Deizisau 10 13 49.5
7 SC Viernheim 10 12 42
8 USV TU Dresden 10 11 39
9 SV Mülheim Nord 11 8 41
10 SF Berlin 1903 10 8 38
11 BCA Augsburg (N) 11 8 35
12 SG Turm Kiel (N) 10 7 32.5
13 Düsseldorfer SK 10 4 29
14 SV 1920 Hofheim 10 1 29
15 MSA Zugzwang 82 11 0 25.5
16 DJK Aufwärts Aachen 0 0 0

 

Damen

Die Damen aus Bad Königshofen haben es geschafft! Gratulation zur Deutschen Meisterschaft 2019!

Sie gewannen auch ihren letzten Mannschaftskampf gegen Rotation Pankow souverän mit 5:1 und sind damit zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte Deutscher Meister. Die herausragenden Spielerinnen waren nicht nur gestern, sondern während der gesamten Saison, Alexandra Obolentseva und Dina Belenkaya. Alexandra steuerte in 8 Partien 7 Punkte zur Meisterschaft bei und Dina erspielte in 9 Partien sogar unglaubliche 8.5 Punkte für ihre Mannschaft!

Hier ist der gestrige Sieg der inoffiziellen MVP der Liga, WGM Dina Belenkaya:

Dina Belenkaya
Aus dem ernsten Blick von Dina Belenkaya wurde nach der Partie ein strahlendes Lachen. Foto: Maria Emelianova/chess.com

Anna Gvanceladze
Auch Anna Gvanceladze trug mit ihrem Ergebnis von 4.5/6 zum Gewinn der Deutschen Meisterschaft bei. Foto: Maria Emelianova/chess.com
Vize-Meisterinnen sind die Mädels aus Schwäbisch Hall geworden. Im Duell der Gigantinnen gegen Baden Baden konnte nur eine Spielerin das Brett als Siegerin verlassen und die spielt für den SK Schwäbisch Hall: Irina Bulmaga.
Die Rumänin war nicht nur gestern, sondern das ganze Wochenende (3/3) und auch die ganze Saison (6.5/7) über, die zuverlässigste Punktelieferantin für ihre Mannschaft. Bei diesen Endspielkünsten ist das allerdings auch kein großes Wunder:
Kosteniuk, Stefanova
Die Großmeisterinnen Alexandra Kosteniuk und Antoaneta Stefanova müssen sich in diesem Jahr mit dem 4. Platz begnügen. Foto: Maria Emelianova/chess.com
Durch die Niederlage gegen Schwäbisch Hall fielen die Girls aus Baden-Baden sogar auf den vierten Platz zurück, denn sie wurden praktisch auf der Ziellinie noch von den Hamburgerinnen um unsere Nationalspielerinnen Filiz Osmanodja, Sarah Hoolt und Judith Fuchs überholt.
Hamburg gewann mit 4.5 : 1.5 gegen Absteiger Bayern München, die sich noch kurzfristig mit Veronika Exler verstärkt hatten. Die erspielte sich dann auch ein achtbares Remis gegen die Nummer 1 der Hamburgerinnen, GM Monika Socko, aber am Sieg der Hanseatinnen und dem Abstieg des FC Bayern änderte die tolle Leistung der Österreichischen Nummer 1 nichts mehr:
Die restlichen Ergebnisse lauten:
Deizisau - Karlsruhe 3 : 3
Lehrte - Hofheim 2.5 : 3.5
Rodewischer Schachmiezen - Harksheide 4 : 2

Damen-Bundesliga, Abschlußtabelle

# Mannschaft Spiele Punkte BP
1 SC 1957 Bad Königshofen 11 20 48
2 SK Schwäbisch Hall 11 18 48.5
3 Hamburger SK 11 18 44.5
4 OSG Baden-Baden 11 16 45
5 Rodewischer Schachmiezen 11 15 39.5
6 Schachfreunde Deizisau 11 11 31.5
7 SK Lehrte 1919 11 9 25.5
8 SV 1920 Hofheim 11 8 28.5
9 TuRa Harksheide 11 6 26.5
10 Karlsruher SF 1853 11 6 22.5
11 Rotation Pankow 11 4 22
12 FC Bayern München 11 1 14


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