Französisch Abtauschvariante vermeiden?

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Avatar of Rolandsen67

Kennt irgendjemand einen interessanten Weg, um als Französischspieler der Abtauschvariante auszuweichen? Vielleicht irgendeinen Übergang in eine andere Eröffnung bzw. Zugumstellungstricks?

Wäre dankbar für Vorschläge!

Avatar of DasRifftierchen

Schau Dir das Lehrvideo dazu an und mach das beste draus, dass Dein Gegner die French Defense nicht kennt. Wenn Du auf E4 mit E6 antwortest, musst Du auf D4 mit D5 antworten. Da gibt es keinen besseren Zug.

Avatar of harveythepawn

Du kannst Dxd5 spielen und bekommst einen Französisch-Skandinavisch Mix. Objektiv stehst du etwas schlechter, kannst aber kämpfen und weichst dem offenen Symmetriespiel der Abtausch Variante aus. Vorteil ist, es gibt kaum Theorie und kein Mensch kennt das.

Avatar of deephumaned

Es gibt keinen sinnvollen Weg das zu vermeiden. Würde ich auch nicht anstreben. Ich freue mich sogar immer wenn ich als Schwarzer Abtausch bekomme. Man kann auch als Schwarzer ordentlich Dynamik ins Spiel bringen wenn man das will durch heterogene Rochaden. Oder man tauscht alles ab und freut sich, dass man das resultierende Endspiel (häufig Springerendspiel) besser kann als Weiß, weil man es halt häufig hat. Vor jemand der ordentlich den Tarrasch oder Winawer kann habe ich weit aus mehr Angst als vor einem Abtauschspieler, bei dem man dann mit Schwarz entweder remis spielt oder gewinnt. Verlieren tut man selbst aber nur durch grobe Patzer.

Avatar of ZapperloT

Natürlich gibt es die. Nur sind alle anderen Varianten etwas schlechter. Wenn Du 1...e6 spielst, bereitest Du 2...d5 und evtl. 3...exd5 vor, das ist der Punkt. Und Du kannst normalerweise nicht wissen, was der Gegner spielen wird. Wenn Du trotzdem auf 1. e4 mit 1... e6 antworten, aber die Abauschvariante unbedingt vermeiden willst, bleiben dir nicht viele Möglichkeiten:

2...c5: Dies kann nach 3. Sf3 zu Positionen aus der sizilianischen Eröffnung führen: 1. e4 c5 2. Sf3 e6 3. d4. Hier folgt normalerweise 3...cxd4 4. Sxd4.

Die Theorie hierzu ist enorm und Du wirst zentausende Meisterpartien finden.
 
Allerdings kann Spieler 1 in der Zugfolge mit 1...e6 2...c5 die sizilianische Verteidigung vermeiden und 3. d5 spielen. Wenn Du Varianten vermeiden willst, in denen Du exd5 spielst, ist eine Möglichkeit 3...Sf6, eine andere 3...d6.
Dann gibt es natürlich noch die Möglichkeit, in die Owen-Verteidigung zu wechseln: 1. e4 e6 2. d4 b6 und dann 3. Sf3 (oder Ld3 oder Sc3 oder c4 oder...) Lb7.
Hier kannst Du dann irgendwann c5 spielen, um das Bauernzentrum anzugreifen. Die Theorie hierzu ist nicht sonderlich ausgereift, es gibt nur ein paar dutzend Meisterpartien.
 
Ansonsten, wenn Du d5 aber nicht exd5 spielen möchtest, bieten sich 2...c6 (nicht so gut) oder besser 2...Se7 an: 1. e4 e6 2. d4 Se7.
 
Dies kann dann z.B. zu einer Stellung führen, die der skandinavischen Verteidigung ähnelt: 1. e4 e6 2. d4 Se7 3. Sc3 d5 4. exd5 Sxd5 5. Sxd5 Dxd5.
Stockfish 11 findet z.B. einen Aufbau mit h6 (verhindert Lg5), g6 und Lg7 spielbar:
 
 
Aber alle diese Variationen geben deinem Gegner mehr Kontrolle über das Zentrum und oder mehr Raum für seine Figuren. Die Idee hinter 1...e6 ist 2...d5, alles andere ist suboptimal.
Avatar of Schachgrenze

Ich spiele gern 1. e4 e6 2. d4 d6, um später Sf6 & Be7 & 0-0 zu spielen ... danach je nach Spiel meist Sc6 und e5 - am Liebsten ist mir eine Antwort dann von Weiß mit d5 und somit einem geschlossenem Zentrum... .. Engine mag das nicht so, aber ich finde das solide und gut zu spielen ohne viel Vorbereitung.

Avatar of Rolandsen67

Herzlichen Dank für all die hilfreichen und teilweise sehr detaillierten Anregungen!!

Werde mir die Ersatzvarianten mal genauer anschauen, aber vermutlich muss man die etwas langweilige Abtauschvariante wohl akzeptieren, sonst müsste man ja ganz auf Französisch verzichten..