"Borislav Ivanov in Bulgarien festgenommen!"

"Borislav Ivanov in Bulgarien festgenommen!"

Borislav Ivanov, der bulgarische Schachspieler, der vor einigen Jahren unter Betrugsverdacht stand, wurde laut Chessdom wegen Urkundenfälschung festgenommen.

Erinnert ihr euch noch an Borislav Ivanov? Bei dem Namen klingen sicher bei einigen die Glocken, auch wenn der Vorfall schon ein paar Jahre her ist. Es war der bulgarische Schachspieler, der, ohne einen Titel zu besitzen, und mit einem Rating von unter 2300, auf einmal bei verschiedenen Turnieren regelmäßig Großmeister besiegte.

Fotos von Gospodari na Efira/Chessdom.

Laut Chessdom, wurde Ivanov am 17. März von der Polizei in Kyustendil, im westlichen Teil von Bulgarien, festgenommen. Ivanov wird vorgeworfen Führerscheine gefälscht und verkauft zu haben. Er wurde in der Fernsehsendung "Himmelsstürmer" (Gospodari na Efira) entlarvt. Ivanov drohen nun 8 Jahre Knast wegen Urkundenfälschung, wobei eventuell noch weitere Vergehen hinzukommen könnten.

Ivanovs Name wurde erstmals bekannt, als er sich im Dezember 2012 bei den Zadar Open wegen des Verdachts auf Betrug, vor einem Schiedsrichter nackt ausziehen musste, damit ihn dieser untersuchen konnte. Er war damals 25 Jahre alt und hatte eine ELO von 2227, aber bezwang gleich 4 Großmeister (Bojan Kurajica, Robert Zelcic, Zdenko Kozul und Ivan Saric) in diesem Turnier. Er holte 6 von 9 möglichen Punkten und erbrachte eine ELO-Leistung von 2697! Dies führte zu dem Verdacht, dass Ivanov elektronische Hilfsmittel verwenden würde, worauf er von den Schiedsrichtern aufgefordert wurde, sich nackt auszuziehen, damit diese nach verbotenen Hilfsmittel an seinen Körper und in seiner Kleidung suchen konnten. Sie fanden aber nichts, und entschuldigten sich bei ihm.

Zu dieser Zeit waren die Anti-Betrugsregeln der FIDE noch im Säuglingsalter, aber die Ivanov Story trug zur Verbesserung dieser Regeln bei. Seine Partien bei den Zadar Open wurden von vielen Spielern analysiert. Ken Regan, Dozent am Institut für Informatik und Ingenieurwissenschaften der Universität in Buffalo, kam zu folgender Analyse: "Die Chance, dass Ivanov diese Leistung ohne fremde Hilfe erbracht hat, ist eins zu einer Million!"

Zwei Monate nach den Zadaro Open, zeigt Ivanov eine durchschnittliche Leitung bei den Tringov Memorial in Plovdiv, wo er den 88. Platz erreichte. Aber im März 2013 gewann er ein Schnellschach Turnier in Spanien und  erbrachte dort wieder eine ELO Leistung von 2696!

Obwohl keine Beweise für einen Betrug vorlagen wurde Ivanov daraufhin vom bulgarischen Schachverband für 3 Monate gesperrt. Kurz nach Ablauf dieser Sperre kam es zum nächsten Skandal, als er bei einem Turnier in Blagoevgrad in Bulgarien, während der Partie gegen den Großmeister Maxim Dlugy, erneut durchsucht werden sollte, und sich weigerte, seine Schuhe auszuziehen.

Daraufhin erklärete Ivanov, dass er seine Schachkarriere beenden würde, aber schon 2 Monate später trat er beim nächsten Turnier, den Navalmoral de la Mata in Cacéres, Extremadura (Spanien), an. Hier schlug er wieder einige Großmeister, worauf er nach der 6. Runde nachträglich vom Turnier ausgeschlossen wurde.

Auch hier wurde er durchsucht und hier fand man erstmals ein elektronisches Gerät in seiner Kleidung. Die Schiedsrichter stellten ihn dann vor die Wahl, entweder das Gerät offen auf den Tisch zu legen oder das Turnier zu verlassen, und er zog letzteres vor. In einem späteren Interview mit ChessVibes bestritt Ivanov, dass er ein solches Gerät bei sich gehabt habe.

Im Dezember 2013 sperrte der bulgarische Schachverband Ivanov erneut, diesmal für 4 Monate. Seitdem wurde es ruhig um Ivanov...... bis letzte Woche.

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