Dieses Wochenende beginnt der FIDE World Cup

Dieses Wochenende beginnt der FIDE World Cup

Am Samstag ist die Eröffnungsfeier und am Sonntag gehts dann richtig los: Das größte Turnier des Jahres: Der FIDE World Cup.

Viele Spieler wie Hikaru Nakamura oder Anish Giri sind bereits in Tiflis (Georgien) eingetroffen, wobei letzterer ja mit einer Georgierin verheiratet ist. Es ist aber trotzdem keine schlechte Idee sich an die Ortszeit (2 Stunden Zeitunterschied zu Berlin/Wien) und an das Klima (heute hatte es in Tiflis 35 Grad) zu gewöhnen.

Das Wetter beeinflusst aber nur die Spieler, die vor oder nach den Partien gerne einen Spaziergang unternehmen. Die Partien selbst finden natürlich nicht unter freiem Himmel, sondern im Hotel "Hualing Hotel," das etwas außerhalb des Zentrums von Tiflis, nahe an einem Erholungspark liegt, statt. Nur das Finale wird im Hiltmore Hotel, im Zentrum von Tiflis, gespielt.

Unterkunft: Teuer

Viele Spieler werden nur ungerne im Hualing Hotel übernachten. Obwohl dieses Hotel 6 Kilometer nordöstlich von Stadtzentrum von Tiflis liegt verlangt man dort stolze $187 für ein Einzel- und $247 für ein Doppelzimmer. Pro Nacht, versteht sich! Das ist viel Geld für eine Stadt, in der man locker ein Zimmer für $50 oder weniger buchen kann.

Von diesen günstigen Angeboten dürfen die Spieler aber keinen Gebrauch machen. Laut den Turnierbestimmungen (hier in PDF), müssen alle Spieler "aus Sicherheitsgründen" in diesem Hotel nächtigen und im Vertrag mit den Teilnehmern steht, dass die Hotelkosten vom Preisgeld automatisch abgezogen werden. Ein Spieler, der in der ersten Runde ausscheidet bekommt also $6.000 Preisgeld (netto $4.800) und bezahlt mindestens $561 für 3 Übernachtungen.

Format: Klassisch, Schnellschach, Blitz

Trotzdem freuen sich aber alle Spieler (und die Fans!) auf das attraktivste Turnier des Jahres. Das KO Format ist ja bei vielen Sportarten wie Tennis oder in Pokalwettbewerben im Fussball alltäglich, aber im Schach ist es etwas ganz besonderes. Die Spieler werden einem noch größeren Druck als sonst ausgesetzt sein, denn ein einziger Fehler kann nicht nur zu einer Niederlage, sondern gleich zum kompletten Ausscheiden aus dem Turnier führen.

Jede Runde beginnt mit 2 klassischen Partien (nur im Finale werden 4 klassische Partien gespielt), und sollte es danach 1:1 stehen, wird das Duell am dritten Tag mit einem Schnellschach und wenn nötig danach mit einem BlitzschachTiebreak fortgesetzt. Es war genau dieser Mix aus klassischem Schach, Schnellschach und Blitz, der Weltmeister Magnus so gefiel, dass er sich dazu entschied, an diesem Turnier teilzunehmen: "Das Turnierformat ist großartig, weil es klassisches Schach und Schnellschach vermischt. Und dann spielen dort noch die besten Spieler der Welt und mit denen messe ich mich einfach gerne, egal ob es eine Weltmeisterschaft ist, oder nicht."

Chess.com's Interview mit Magnus Carlsen über seine Teilnahmen in Tiflis.

Die Top16 der Welt spielen mit

Carlsen ist aber nur einer der Top 16 (!) der Welt, die an diesem Turnier teilnehmen. Und dass wirklich die gesamte Welteltie teilnimmt, macht dieses Turnier so einzigartig.

Die stärksten Großmeister, die NICHT teilnehmen sind Veselin Topalov (Bulgarien), Leinier Dominguez (Kuba) und Dmitry Jakovenko (Russland). Levon Aronian (2005), Boris Gelfand (2009), Peter Svidler (2011), Vladimir Kramnik (2013) und Sergey Karjakin (2015) haben dieses Turnier in der Vergangenheit bereits gewonnen. 

Es liegt aber nicht nur am Preisgeld von 1.6 Millionen Dollar (wovon der Turniersieger den Löwenanteil von $160.000 erhält), warum so viele Top Spieler nach Tiflis gereist sind. Die vielleicht noch attraktiveren Preise sind die beiden Teilnahmeberechtigungen für das Kandidatenturnier 2018, die die beiden Finalisten erhalten.

Spieler wie Aronian, Giri, Nakamura und auch Vishy Anand sind ja für das Kandidatenturnier noch nicht qualifiziert und dieser Welt Cup ist fast die letzte Chance für sie.

Der Sieger von 2015, Sergej Karjakin ist diesem Druck nicht ausgesetzt. Als Verlierer des letzten WM-Finales ist er bereits für das Kandidatenturnier qualifiziert. Sein Gegner in der ersten Runde ist der jüngste Teilnehmer: Der Australier IM Anton Smirnov.

Insgesamt treten 128 Spieler an aber es sind nicht einfach nur die 128 besten der Weltrangliste. Es gab eine ganze Reihe von Qualifikationsmöglichkeiten für dieses Turnier: Nationale Meisterschaften, Zonenturniere und Kontinentale Meisterschaften.

Darum sehen wir auch Spieler mit einer Elo von unter 2500, 2400 oder sogar 2300. Da die Nummer 1 des Turniers in der ersten Runde gegen die Nummer 128 antritt, trifft Carlsen auf den Nigerianer Oluwafemi Balogun mit einer Elo von 2255. Der an 2 gesetzte Wesley So trifft auf Joshua Daniel Ruiz Castillo (2377) aus Kolumbien.

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Wie kann man zusehen?

Chess.com überträgt alle Top-Turniere auf Chess.com/Live, und dazu gehört selbstverständlich auch der Welt Cup. Außerdem könnt ihr Live Kommentare der besten Kommentatoren der Welt, der Chessbrahs, also GM Eric Hansen, GM Robin van Kampen, GM Yasser Seirawan und IM Aman Hambleton auf  Chess.com/TV sehen.

Wer glaubst Du, wird den Welt Cup gewinnen?

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Zum weitersurfen:

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