GM Adhiban verliert wegen Tragens einer analogen Uhr
Am Samstag hat der indische Großmeister Baskaran Adhiban seine Partie in der dritten Runde der indischen Mannschaftsmeisterschaft verloren, weil er eine analoge Armbanduhr trug. Die FIDE-Bestimmungen verbieten zwar nur das Tragen von elektronischen Geräten, aber bei nationalen Veranstaltungen in Indien ist das Tragen von Uhren generell verboten.
Die Meisterschaft wird derzeit in Ahmedabad, der größten Stadt im indischen Bundesstaat Gujarat, ausgetragen. Der 27-jährige Adhiban war sich der strengeren Vorschriften in seinem Heimatland nicht bewusst und trug seine analoge Uhr während eines Spiels für sein Team PSPB (Petroleum Sports Promotion Board), gegen IM C R G Krishna, der für RSPB-B (Railway Sports Promotion Board) spielt.
Nach neun Zügen bemerkte Krishna die Armbanduhr und informierte den Schiedsrichter, der die Partie sofort beendete und für Adhiban als verloren erklärte.
Um Betrug zu vermeiden, enthalten die FIDE Schachregeln einen Absatz, der es Spielern verbietet, während einer Partie Smartphones, Smartwatches oder andere elektronische Geräte mit sich zu führen:
11.3.2.1 Während der Partie ist es einem Spieler verboten, ohne Zustimmung des Schiedsrichters irgendein elektronisches Gerät im Turnierareal bei sich zu haben.
Bei einigen offiziellen Veranstaltungen, wie Weltcups und Olympiaden, wurde auch schon eine strengere Regel angewendet (z. B. ein Verbot aller Uhren und eigener Stifte), aber bei fast jedem anderen FIDE-Turnier ist das Tragen einer analogen Uhr gestattet - jedoch nicht in Indien. Im März 2018 verbot der indische Schachverband (AICF) das Tragen aller Armbanduhren, um den Schiedsrichter die Überwachung dieser Regel zu vereinfachen.
Adhiban war sehr überrascht, als sein Gegner den Sieg reklamierte. Gegenüber ESPN sagte er: "Ich bin gerade von den Gibraltar Masters zurückgekehrt, wo ich die Uhr während des gesamten Turniers getragen habe. Dort trugen auch alle anderen Spieler alle Arten von Uhren. Ich hatte einen Jetlag und mir war nicht einmal bewusst, dass ich eine Uhr trug."
Breaking: @adhibanchess declared lost because he was wearing analog watch in his game against CRG Krishna in National teams Chess Championship Ahmedabad. Seems CRG pointed that out, may be the first offence should be a warning? @FIDE_chess @ChessbaseIndia #heartbreak #harshrule
— Vishal Sareen (@vishalsareen) February 8, 2020
Adhiban hat gerade eine Partie verloren, weil er während seiner Partie gegen CRG Krishna bei der indischen Mannnschaftmeisterschaft in Ahmedabad eine analoge Uhr getragen hat. Es scheint, als ob CRG dachte, sein Gegner würde nur verwarnt werden.
Adhibans Partieverlust wegen des Tragens einer analogen Uhr wurde in den sozialen Medien vielfach kritisiert. AICF-Geschäftsführer Bharat Singh Chauhan räumte ein, dass die Regel möglicherweise noch einmal überdacht werden sollte: "Wenn es genügend Stimmen von Spielern gibt, die zu uns kommen und sagen, sie wollen die Regel geändert haben, werden wir uns darum kümmern."
Adhiban ist aber nicht der erste Spieler, der eine Partie verlor, weil er eine Uhr trug. Im Mai 2018 verlor GM Martyn Kravtsiv bei den KIIT Open in Orissa (Indien) gegen WIM V Varshini, die ebenfalls einen Sieg verbuchte, nachdem sie die Uhr ihres Gegners entdeckt hatte.
Smartphones sind seit fast zwei Jahrzehnten bei Schachturnieren verboten. Bei der Mannschafts-Europameisterschaft 2003 war GM Ruslan Ponomariov der erste Großmeister, der eine Partie verlor, weil sein Handy klingelte - jemand wollte ihm zu seinem Geburtstag gratulieren...