Schach und die Kunst - eine Liebe

SilvarnAnlage
SilvarnAnlage
Jun 1, 2016, 8:52 AM |
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Schach ist etwas sehr rationales. Man muss die Denkmuster des Gegners verstehen, viele historische Züge auswendig lernen, Strategien durchblicken und sein Gehirn anstrengen. Auf vielen Turnieren steht man unter Zeitdruck. Mit wissenschaftlichen Methoden werden optimale Spielzüge errechnet und einige Computer sind besser als jeder Schachspieler. In dieser Welt ist es wichtig sich regelmäßig einen Ausgleich zu schaffen. Genau wie Mathematiker haben auch Schachspieler aus diesem Grund einen Hang zur Kunst. Auch sie enthält einen logischen Kern und Kompositionen gleichen Rechenmustern. Es ergibt Sinn, dass eine gewisse Melodie in unserem Ohr gut klingt.

 

Dennoch hat Kunst etwas, das sie sehr von der rein rationalen Welt unterscheidet. Es geht um Gefühle. Kunst kann unser Herz berühren, Erinnerungen auslösen und uns in eine andere Welt versetzen.

 

Auf Behance habe ich mir ein Portfolio geschaffen, an dem ich nahezu täglich arbeite. Ich bin vielleicht nicht der beste Fotograf, aber ich versuche in jedem Bild einen Moment einzufangen, der mich innerlich bewegt hat. Diese können ausgesprochen unterschiedlich sein. In der Regel sind sie sehr mit den Gedanken verwoben, die ich in diesem Moment im kopf hatte. Deshalb ist es manchmal für Außenstehende schwierig sich in meine Lage zu versetzen. 

 

Bei vielen Bildern habe ich auch erlebt, dass sie vollkommen andere Assoziationen beim Betrachter auslösen als ich sie hatte. Das ist etwas wunderbares, denn jeder Mensch hat seine eigene Sichtweise der Welt. Genau so ist es auch beim Schach. Ein Spielbrett sieht für keinen Spieler gleich aus und das macht es so besonders. Aus diesem Grund gehen einige Spieler gerne um das Brett herum um sich in eine neue Perspektive zu versetzen. Aus der Situation des Gegners heraus sieht die Welt plötzlich anders aus.

 

Dies kann einen auch viel über den menschlichen Umgang miteinander lehren. Wir sollten uns häufiger darum bemühen die Menschen um uns herum zu verstehen und deren Motive zu hinterfragen. So können wir mehr Empathie und Verständnis entwickeln.