Dortmund R2: Shootingstar Duda übernimmt die Führung

Dortmund R2: Shootingstar Duda übernimmt die Führung

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| 2 | Berichterstattung von einem Schach-Event

Jan-Krzysztof Duda schoß in der Weltrangliste hoch wie kein Zweiter, wurde in diesem Jahr bereits Polnischer Meister und durch seinen gestrigen Sieg übernahm er jetzt sogar die Führung beim Sparkassen Chess Meeting in Dortmund.

Duda bezwang Liviu-Dieter Nisipeanu, der sich gestern gegen Kramnik so gut vorbereitet hatte. Es scheint, dass sich Liviu-Dieter für Dortmund glänzend vorbereitet hat, denn in der zweiten Runde spielte er zum ersten Mal die 3.Lb5+ Variante in der Sizilianischen Verteidigung.

Das könnte der Grund gewesen sein, warum Duda von seinem üblichen Repertoire, dem Zug 3...Sd7, den auch Kasparov oft gespielt hatte, abwich. In der 3...Ld7 Variante konnte Duda dank des bemerkenswerten Zuges 10...Sf6-g8 relativ leicht ausgleichen. "Ich wollte ein Spiel", sagte er.

Nisipeanu beantwortete Dudas lange Rochade "mit einer Reihe von idiotischen Zügen", wie er sie selbst nannte. Eines Großmeisters unwürdig, stellte er dann im 19. Zug einen Bauern ein und bekam diesen in der ganzen Partie nicht mehr zurück.

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Titelverteidiger Radek Wojtaszek spielte zum zweiten Mal in Folge mit Weiß. Sein zweiter Gegner war der 10-fache Dortmund Sieger Vladimir Kramnik.

Wojtaszek lamentierte nach der Partie, dass er seinen Anzugsvorteil zu früh aus der Hand gegeben hatte. "In einem so kurzen Turnier ist das sehr wichtig", merkte er an.

In einer leicht vorteilhaften Stellung tauschte Kramnik seine Dame gegen einen Turm und einen Läufer und hoffte, seinen d-Bauern umwandeln zu können, aber Wojtaszek konnte diesen mit seiner starken Dame problemlos aufhalten und so endete auch der fünfte Vergleich zwischen den beiden Spielern mit einem Remis.

Kramnik Wojtaszek Dortmund 2018

In der Partie Vladislav Kovalev gegen Ian Nepomniachtchi kam ein weiterer 3.Lb5+ Sizilianer aufs Brett und hier spielte Schwarz Kasparovs Zug 3...Sd7. Nepo spielte schnell, denn er kennt diese Variante in- und auswendig.

Ein Schlüsselmoment war im 26. Zug, als sich Kovalev für ein interessantes Springeropfer entschied, das wie in der Partie Wojtaszek-Kramnik zu materiellem Ausgleich führte. Trotzdem spielte Nepomniachtchi unglaublich schnell weiter; nach 69 Zügen hatte er immer noch 2 Stunden auf der Uhr!

Da er bekanntermaßen Fußballfan und bekennender Fan von Spartak Moskau ist, wollte er wohl noch möglichst viel vom WM-Finale zwischen Frankreich und Kroatien mitbekommen...

Ich bin stolz auf mein Land, da wir eine so tolle Weltmeisterschaft ausgerichtet haben. Gratulation an Frankreich, großen Respekt für Kroatien und Belgien!

— Yan Nepomniachtchi

Aber nicht alle Großmeister haben das WM-Finale verpasst. Georg Meier und Anish Giri endete schon kurz nach der Katalanischen Eröffnung mit einem Remis. Meier hatte diese Variante auch schon letzte Woche in der Qualifikation zur Speed Chess Meisterschaft gegen Leinier Dominguez gespielt.

Giri Meier Dortmund 2018

Das schnellste Remis des Tages: Giri gegen Meier. | Foto: Georgios Souleidis.

"Wenn ich nur gewusst hätte, dass Georg Fußball Fan ist!" sagte Giri nach der Partie. Meier sagte aber, dass es ihm nicht nur um Fußball ging: "Ich dachte mir, wenn diese Variante im Katalanen aufs Brett kommt, ist das Remis für mich ok".

Ich bin kein großer Fußball Fan, aber mein Gegner bestand darauf. Also sehe ich es mir jetzt an.

— Anish Giri

Dortmund 2018 | Tabelle nach der 2. Runde

# Land Name ELO Leistung 1 2 3 4 5 6 7 8 Punkte SB
1 Duda,Jan-Krzysztof 2737 2854 ½ 1 1.5
2 Kovalev,Vladislav 2655 2747 ½ ½ 1.0 1.25
3 Giri,Anish 2782 2693 ½ ½ 1.0 1
4 Nepomniachtchi,Ian 2757 2719 ½ ½ 1.0 1
5 Wojtaszek,Radoslaw 2733 2710 ½ ½ 1.0 1
6 Meier,Georg 2628 2757 ½ ½ 1.0 1
7 Kramnik,Vladimir 2792 2703 ½ ½ 1.0 0.75
8 Nisipeanu,Liviu-Dieter 2672 2574 0 ½ 0.5

Die Partien der dritten Runde, die am Dienstag um 15.00 Uhr beginnt, lauten: Kramnik-Meier, Duda-Wojtaszek, Nepomniachtchi-Nisipeanu, Giri-Kovalev. Alle Partien könnt ihr auf unserem Live Chess Server verfolgen.

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Weitere Berichte über das Sparkassen Chess Meeting 2018:

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Peter Doggers

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Peter Doggers is Chess.com’s Senior Global Correspondent. Between 2007 and 2013, his website ChessVibes was a major source for chess news and videos, acquired by Chess.com in October 2013. The Guardian’s Leonard Barden described him as “widely regarded as the world’s best chess journalist.”

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