Genf, Runde 4: Nepomniachtchi, Salem und Svidler gewinnen ihre Partien

Genf, Runde 4: Nepomniachtchi, Salem und Svidler gewinnen ihre Partien

Nach der 4. Runde des FIDE Grand Prix in Genf führt Teimour Radjabov weiterhin das Feld an. Die Gewinner des vierten Tages sind aber Peter Svidler, Ian Nepomniachtchi und Salem Saleh.

Teimour Radjabov machte einige Witze über das zuspätkommen von Salem Saleh. | Foto: WorldChess

Am Sonntag endeten alle Partien an den ersten 3 Brettern Remis, was bedeutet, dass Radjabov's 2 Siege aus den ersten Runden weiterhin reichen, um die Tabelle anzuführen. Svidler übernahm derweil den Platz von Adams in der Verfolgergruppe. Nepomniachtchi steht nach seinem Sieg gegen Hou Yifan wieder bei 50% und Rapport verlor seine dritte Partie in Folge.

Genf Grand Prix | Ergebnisse der 4. Runde

Brett Gesetzt Land Name ELO Pt. Ergebnis Pt. Land Name ELO Gesetzt
1 12 Radjabov 2724 ½ - ½ 2 Harikrishna 2737 8
2 4 Grischuk 2761 2 ½ - ½ 2 Aronian 2809 1
3 2 Mamedyarov 2800 2 ½ - ½ 2 Eljanov 2739 7
4 5 Svidler 2749 1 - 0 2 Adams 2736 9
5 11 Gelfand 2728 ½ - ½ Giri 2775 3
6 10 Li Chao 2735 ½ - ½ Jakovenko 2703 14
7 6 Nepomniachtchi 2742 1 1 - 0 1 Hou Yifan 2666 16
8 17 Riazantsev 2654 1 ½ - ½ 1 Inarkiev 2707 13
9 18 Salem 2638 ½ 1 - 0 ½ Rapport 2694 15

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Die wenigen Fans, die die vierte Runde live verfolgten (die übrigends der relativ unbekannte Großmeister Alexander Volzhin kommentierte) waren von der Übertragung nicht besonders begeistert.

Ian Nepomniachtchi erzielte gegen die einzige Spielerin im Teilnehmerfeld, Hou Yifan, den ersten Sieg des Tages. Der Russe entschied sich für die Anti-Berlin Variante mit 4.d3, die heutzutage oft mit einer langen Rochade kombiniert wird.

Er hatte sogar die Neuerung 10.Sa5!? vorbereitet, aber er nannte die Stellung nach diesem Zug trotzdem "sehr unausgelichen und extrem unklar." Über seine nächsten Züge äusserte er sich dann kritisch, und es klang fast, als ob er im frühen Mittelspiel einfach nur geblufft hätte!

Hou "glaubte" aber ihrem Gegner, nahm ihre Chancen nicht wahr, und kam noch dazu früh in Zeitnot. "Irgendwann konnte ich sie dann austricksen, aber ich glaube, da stand Weiß eh schon besser," sagte der Gewinner nach der Partie.

Der FIDE Pressesprecher Goran Urosevic interviewt Ian Nepomniachtchi nach der Partie.

Peter Svidler gewann eine tolle Partie gegen Michael Adams, wenngleich Svidler nicht Svidler wäre, wenn er mit seiner Leistung nicht unzufrieden gewesen wäre. Nach 24.Lxh7 steht Weiß ganz klar auf Gewinn, aber Svidler bemängelte, dass die Partie danach noch so scharf wurde. "Das ist meine mangelnde Technik, die wir ja schon öfters gesehen haben."

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Nachdem Svidler auf h7 geschlagen hatte, war er am gewinnen. | Foto: WorldChess

Die schwarzen Probleme fingen mit dem unglücklichen Zug 16...Dc4 an, nachdem Weiß mit 17.Tc1 einen Damentausch erzwingen, und die schwarzen Figuren völlig unkoordinert auf dem Brett zurücklassen konnte. "Schwarz musste dann irgendwie versuchen keine Figur zu verlieren," sagte Svidler nach der Partie. "Ich glaube, Mickey traf einige sehr unglückliche Entscheidungen."

Der FIDE Pressesprecher Goran Urosevic interviewt Peter Svidler nach der Partie.

Den interessantesten Sieg konnte Salem Saleh in seiner Partie gegen Richard Rapport landen—das war die vielleicht beste Partie des gesamten Turniers und bereits die dritte Niederlage in Folge für den Ungarn.

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Genf entpuppt sich als kein gutes Pflaster für Rapport. | Foto: WorldChess

Rapport's Eröffnung war wie so oft extravagant und dieses Mal war die Eröffnung vielleicht schon der Hauptgrund für seine anschließenden Probleme. "Ich war irgendwie angenehm überrascht von 1.e4 c5 2.Nf3 a6 und den nächsten Zügen die da so kamen," sagte Salem. Er dachte, er würde einfach irgendwann in einer vorteilhaften Version einer bekannten Variante enden..

Die Partie entwickelte sich schnell zu einem taktischen Chaos mit dutzenden Varianten, die alle berechnet werden wollten. Salem war dieser Herausforderung gewachsen und kam aus dem Schlamassel mit extra Material heraus. Die technische Phase war dann ein wenig beängstigen, aber die Nummer 1 der Vereinigten Arabischen Emirate überstand auch diese, und konnte seinen ersten Sieg in diesem Turnier verbuchen.

Der FIDE Pressesprecher Goran Urosevic interviewt Salem Saleh nach der Partie.

Genf Grand Prix | Tabelle nach der 4. Runde

Platz Gesetzt Land Name ELO Lstg. Punkte
1 12 Radjabov, Teimour 2724 2955 3
2-7 1 Aronian, Levon 2809 2819 2,5
2-7 2 Mamedyarov, Shakhriyar 2800 2816 2,5
2-7 4 Grischuk, Alexander 2761 2825 2,5
2-7 5 Svidler, Peter 2749 2814 2,5
2-7 7 Eljanov, Pavel 2739 2821 2,5
2-7 8 Harikrishna, Pentala 2737 2817 2,5
8-13 3 Giri, Anish 2775 2707 2
8-13 6 Nepomniachtchi, Ian 2742 2707 2
8-13 9 Adams, Michael 2736 2722 2
8-13 10 Li Chao 2735 2759 2
8-13 11 Gelfand, Boris 2728 2766 2
8-13 14 Jakovenko, Dmitry 2703 2746 2
14-16 13 Inarkiev, Ernesto 2707 2632 1,5
14-16 17 Riazantsev, Alexander 2654 2599 1,5
14-16 18 Salem, Saleh 2638 2627 1,5
17 16 Hou Yifan 2666 2520 1
18 15 Rapport, Richard 2694 2373 0,5

Die Paarungen der fünften Runde lauten: Mamedyarov-Radjabov, Aronian-Svidler, Eljanov-Grischuk, Harikrishna-Nepomniachtchi, Adams-Li Chao, Jakovenko-Gelfand, Giri-Riazantsev, Inarkiev-Salem und Hou Yifan-Rapport.

Der Genfer Grand Prix findet vom 6. bis um 15. Juli im Hotel Le Richemond in Genf statt. Die Teilnehmer spielen um einen Preisfond von €130,000 / $148,520. Die Bedenkzeit beträgt 100 Minuten für 40 Züge, dann 50 Minuten für weitere 20 Züge und 15 Minuten für den Rest der Partie sowie 30 Sekunden Extrazeit pro Zug, ab dem ersten Zug.


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