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Sinquefield Cup, Runde 4: Carlsen verliert gegen MVL

Sinquefield Cup, Runde 4: Carlsen verliert gegen MVL

45 Züge lang spielte Magnus Carlsen heute eine typische "Carlsen-Partie". Er hatte eigentlich keinen Vorteil nach der Eröffnung, schuf aber komplexe Probleme und nutze die kleinen Fehler seines Gegners, Maxime Vachier-Lagrave, aus. Aber genau als sowohl die Kommentatoren als auch die Computer Carlsens Stellung als gewonnen einschätzen, unterlief Carlsen ein Fehler, der Vachier-Lagrave zurück in die Partie brachte, und dann sogar zu einer vorteilhaften Stellung verhalf.

Titelfoto: Austin Fuller, Grand Chess Tour.

Obwohl sich Carlsen noch verbissen zur Wehr setzte, konnte Vachier-Lagrave die Partie schlussendlich gewinnen. Dieser Turnaround stellt Carlsens Status, als Nummer 1 der Welt, erneut in Frage. Er liegt jetzt noch 10 Punkte vor Fabiano Caruana, der sowohl in St.Louis als auch in der Weltrangliste auf dem zweiten Platz liegt, und es ist nicht ausgeschlossen, dass Caruana noch in St. Louis die neue Nummer 1 der Welt werden wird.

Vachier-Lagrave führt derweil beim Sinquefield Cup und er benötigt nur noch einen halben ELO Punkt um die 2800 Marke zu knacken. Dies war aber auch das erste Mal, dass Vachier-Lagrave gegen den Weltmeister Carlsen eine klassische Partie gewinnen konnte. (Er gewann zwar gegen Magnus 2011 in Biel, aber da war Carlsen noch nicht Weltmeister.) Er ist damit auch eines von knapp über 100 Mitgliedern des "Chigorin Clubs" , also die Liste aller Spieler, die gegen einen amtierenden Weltmeister eine Partie gewinnen konnten.

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Carlsen und MVL diskuttieren ihre gerade beendete Partie. | Foto: Lennart Ootes, Grand Chess Tour.

Eine Partie In Tweets

Das Drama dieser Partie weckte Emotionen bei Schachfans aus der ganzen Welt. Hier ist eine Auswahl an Twitter Posts, die während der Partie veröffentlicht wurden und den Partieverlauf wiedergeben.

Die erste Partie des Tages, die beendet wurde, war aber Ian Nepomniachtchi gegen Hikaru Nakamura, und "Nepo" konnte zum ersten Mal eine klassische Partie gegen den Amerikaner gewinnen. Alles sah normal aus, bis Nakamura 20..b6 gezogen hatte. Er muss sich hier irgendwie verrechnet haben, denn Nepo zog einfach seinen Turm zurück und Nakamura hatte plötzlich gleich zwei Probleme auf dem Brett: Der Bauer auf h7 hing und sein Springer auf c6 war angreifbar geworden. Schachlehrer werden diesen Zug sicher in ihre Unterrichtsstunden aufnehmen um die Maxime "beantworte niemals eine Drohung mit einer Gegendrohung" zu illustrieren. 

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Nepomniachtchi münzte seinen Vorteil in einen Sieg um. | Photo: Austin Fuller, Grand Chess Tour.

Peter Svidler und Wesley So beendeten Ihre Partie  mit einem schnellen und friedlichem Remis. Als Wesley den gut vorbereiteten Zug 25...Dg8 gezogen hatte, bemerkte Svidler, dass ihm nur noch ein Dauerschach blieb, und er hatte Glück, dass er dies hatte. Wären die beiden risikobereiter gewesen hätte es einige wunderschöne und wahrhaft verrückte Varianten gegeben, die uns aber leider vorenthalten wurden.

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Dem immer gut gelaunten Peter Svidler machte die heutige Partie richtig Spass. | Photo: Lennart Ootes, Grand Chess Tour.

Levon Aronian und Viswanathan Anand einigten sich recht früh auf ein Unentschieden. Dieser Konsens kam zustande, weil Anand (laut Aronian) etwas besser stand, aber er vor Aronian's potentiellem Gegenspiel mit den Läuferpaar Angst hatte. Der Inder und der Armenier wollten es nicht herausfinden wer Recht hatte und einigten sich stattdessen auf ein Remis.

Aronian eroberte das Läuferpaar eigentlich mit "Anfängerschach", als er seinen h-Bauern auf Reisen schickte und mit seinen Springern so lange umhersprang bis Anand einen seiner Läufer aufgeben musste.

nullZwei hochkonzentrierte Schachprofis. | Photo: Austin Fuller, Grand Chess Tour.

Die Partie zwischen Caruana und Sergey Karjakin wäre wohl weitgehend ohne Spannung geblieben, wenn es nicht die Uhr gegeben hätte, denn beide Spieler hatten für die zweite Hälfte der Partie nur noch wenige Minuten Bedenkzeit. Das trieb allen Schachfans, die Angst vor Zeitnot haben, den Angstschweis auf die Stirn.

Die Spieler selbst blieben jedoch cool, denn die Stellung war zu ausgeglichen und zu einfach zu spielen, als dass die Zeit ein echter Faktor gewesen wäre.

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Sowohl Caruana als auch Karjakin konnten sich nicht an ihre Eröffnungsvorbereitung erinnern. | Photo: Lennart Ootes, Grand Chess Tour.

Sinquefield Cup 2017 | Tabelle nach der 4. Runde

# Land Name ELO Lstg. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 Punkte SB
1 Vachier-Lagrave, Maxime 2791 2984 1 1 ½ ½ 3.0/4
2 Caruana, Fabiano 2807 2875 ½ ½ 1 ½ 2.5/4
3 Carlsen, Magnus 2822 2789 0 ½ 1 ½ 2.0/4 4.25
4 Karjakin, Sergey 2773 2796 ½ 0 ½ 1 2.0/4 3.75
5 Aronian, Levon 2809 2777 0 ½ ½ 1 2.0/4 3.50
6 Anand, Viswanathan 2783 2793 ½ ½ ½ ½ 2.0/4 3.50
7 So, Wesley 2810 2769 0 ½ ½ 1 2.0/4 3.00
8 Nakamura, Hikaru 2792 2693 ½ ½ ½ 0 1.5/4 3.50
9 Svidler, Peter 2749 2701 ½ 0 ½ ½ 1.5/4 3.50
10 Nepomniachtchi, Ian 2742 2716 ½ 0 0 1 1.5/4 2.75


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