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Sinquefield Cup, Runde 5: Anand und Carlsen gewinnen

Sinquefield Cup, Runde 5: Anand und Carlsen gewinnen

Sowohl Magnus Carlsen als auch Viswanathan Anand benötigten exakt 29 Züge um ihre Partien zu gewinnen, aber endlich waren nicht alle Augen auf den Weltmeister gerichtet. Es war Anands glänzender Sieg gegen Fabiano Caruana, der die Zuschauer am meisten begeisterte. Seine atemberaubende Kombination wird wohl in alle "Best-Of-Anand" Bücher aufgenommen werden.

Titelfoto: Lennart Ootes, Grand Chess Tour.

Carlsens Sieg gegen Wesley So zeichnete sich schon früh ab, als der Amerikaner seinen Faden verlor und dem Norweger erlaubte, seinen "gar-nicht-vergifteten" Bauern auf b2 zu schlagen. Nach seinem gestrigen Desaster gegen Maxime Vachier-Lagrave hätte der heutige Tag für Magnus also gar nicht besser laufen können. Durch seinen Sieg gegen So und der gleichzeitigen Niederlage von Caruana schob er sich wieder auf den zweiten Platz vor, und vergrößerte seinen Vorsprung auf Caruana in der Weltrangliste auf 19 ELO Punkte.

Bei der fünten Runde des Sinquefild Cups 2017 wurde anscheinend eine neue Schachweisheit geboren: Wenn Du nicht in 29 Zügen gewinnen kannst, dann gewinnst Du gar nicht! Ian Nepomniachtchi kam in der Partie gegen Sergey Karjakin einem Sieg sehr nahe, aber der "russische Verteidigungsminister" bewies einmal mehr, dass er diesen Spitznamen zurecht trägt. Maxime Vachier-Lagrave und Levon Aronian schufen ein wahres Chaos auf dem Brett aber es kam ein Endspiel zu stande, das keiner der beiden gewinnen konnte. Nakamura hatte gegen Svidler auch seine Chancen, aber auch hier war Hikaros Vorteil im Endspiel nicht groß genug, als dass er es gewinnen hätte können.

Kommen wir aber zur Partie des Tages. Nach der Eröffnung sah es eher danach aus, als ob Caruana und nicht Anand die Möglichkeit hätte, die Partie durch eine taktische Meisterleistung zu entscheiden, denn es war der Amerikaner, der seine Figuren um Zentrum und gefährliche Drohungen geschaffen hatte. Anand wich diesen aber aus und Caruana beantwortete Anands f4 mit einem Bauernopfer. Wie es sich zeigte, hatte sich Caruana aber verrechnet, denn er hatte eine beeindruckene Takik nach 22.exf6 übersehen.

Der tödliche Zug, den Caruana nicht berechnet hatte, war aber der verblüffende Damenzug 26.Dd4!!. Ein Zug, der bei den Schachfans auf Twitter und in der Live-Übertragung Begeisterungsstürme hervorrief.

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Anand schien fast zu lächeln als er seine Dame auf h4 zog! | Foto: Austin Fuller, Grand Chess Tour.

Wie Anand, hatte auch Carlsen Probleme nach der Eröffnung. Dann aber spielte So ohne lange nachzudenken 19.Lf4, und das was der entscheidende Fehler in einer bis dahin vorteilhaften Stellung. Carlsen wirkte zunächst geschockt aber beschloß dann, das es seine Pflicht wäre diesen Bauern zu schlagen. Als Wesley So dann kurz darauf noch seinen Bauern auf c3 verlor, warf er das Handtuch.

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Wesley So scheint Probleme zu haben, seine tolle Form des letzten Jahres wiederzufinden.. | Foto: Lennart Ootes, Grand Chess Tour.

In der Eröffnung sah es noch danach aus, als wenn die Partie Maxime Vachier-Lagrave gegen Levon Aronian die Partie des Tages werden würde. Beide Spieler gingen aggressiv in die Partie und besonders der Zug 19.Ta3 von Vachier-Lagrave sah interessant aus. Beide spieler beschrieben die daraus resultierende Stellung als einen komischen gegenseitigen Zugzwang.

Als das taktische Feuerwerk gezündet wurde, gewann Vachier-Lagrave zwei Figuren für seinen Turm, aber Aronians Turm erwies sich als sehr stark und das Endspiel blieb ausgeglichen.

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Eine Partie zweier Protagonisten. | Foto: Lennart Ootes, Grand Chess Tour.

Wenn zwei Freund gegeneinander Remis spielen, kommt dies meistens sehr friedlich zustande, aber Nepomniachtchi schien ziemlich niedergeschlagen zu sein, weil er seine vielversprechende Stellung gegen Karjakin nicht in einen Sieg ummünzen konnte. Karjakin fand in der Pirc-Eröffnung die Neuerung Ld3-e2. Karjakin zog also die selbe Figur in der Eröffnung misteriöserweise zweimal und gestand hinterher, dass er die Idee, die hinter diesem Zug steckte, vergessen hatte.

Konsequenterweise konnte "Nepo" danach schnell ausgleichen und war danach sogar der Spieler, der Druck aufbauen konnte. Es ist schwer zu sagen, ob er am gewinnen war, aber er war sicher kurz davor, und Karjakin musste seine ganzen Verteidigungskünste aufbieten um die Niederlage abzuwenden.

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Eine perfekte Verteidigung erfordert auch ein Anstarren des Gegners. | Foto: Lennart Ootes, Grand Chess Tour.

Beim Duell zwischen Hikaru Nakamura und Peter Svidler kam der russische Großmeister in Schwierigkeiten, nachdem er den Doppelangriff nach 22.Le4 erst gesehen hatte, als er schon auf dem Brett war. Wir wir aber in der dritten Runde gelernt haben bedeutet ein Bauernverlust nicht automatisch den Partieverlust, und der Amerikaner konnte sich nie einen entscheidenden Vorteil erarbeiten.

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Nakamura sagte nach der Partie, dass Svidler gerne einen Bauern für Aktivität opfert. | Foto: Austin Fuller, Grand Chess Tour.

Am Montag ist in St. Louis ein Ruhetag aber bereits am Dienstag geht die Aktion weiter. Dann erwarten uns unter anderem die Partien Carlsen gegen Nakamua (immer Unterhaltsam) und Caruana gegen Vachier-Lagrave (immer Najdorf).

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Graphik von Spectrum Studios.


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