Biel, Runde 8: Mamedyarov steht kurz vor dem Turniersieg

Biel, Runde 8: Mamedyarov steht kurz vor dem Turniersieg

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Auch wenn das direkte Duell gegen Magnus Carlsen erst heute steigt, brachten die 3 Remis vom Montag Shakhriyar Mamedyarov dem Sieg beim Bieler Schachfestival einen Schritt näher. Der Aserbaidschaner entschied sich gegen Maxime Vachier-Lagrave für die unterhaltsame Dilworth-Variante in der Spanischen Eröffnung.

Die Dilworth-Variante entsteht nach den folgenden Zügen: 1. e4 e5 2. Sf3 Sc6 3. Lb5 a6 4. La4 Sf6 5. 0-0 Sxe4 6. d4 b5 7. Lb3 d5 8. dxe5 Le6 9. c3 Lc5 10. Sbd2 0-0 11. Lc2

Und jetzt 11...Sxf2!? 12. Txf2 f6. Bereits in der Eröffnung 2 Leichtfiguren für einen Turm und einen Bauern zu geben ist eigentlich nie gut, aber die offene f-Linie bietet einige Angriffsmöglichkeiten.

Die Dilworth-Variante ist eine der wenigen Eröffnungsvarianten, die nach einem Amateurspieler benannt sind.  Vernon Dilworth war ein Angestellter bei der Eisenbahn, der diese Variante in den Jahren 1939-1941 in Fernschachpartien spielte und dann eine Analyse im Magazin "Chess" veröffentlichte.

Als dann Mikhail Botvinnik diese Variante bei den Moskauer Meisterschaften gegen Vasily Smyslov spielte, wurde die ganze Schachwelt auf Dilworth aufmerksam. 

Bent Larsen, Vassily Ivanchuk, Nigel Short, Peter Leko und Artur Jussupow haben sich alle an dieser Eröffnung versucht (der letztere sogar mehrmals), aber in den heutigen Top-Turnieren wird sie eigentlich nicht mehr gespielt. Shakhriyar Mamedyarov ist der erste Spieler mit einer ELO von über 2700, der sie je gespielt hat.

Auf die Frage, was da los gewesen sei, antwortete Maxime Vachier-Lagrave umgehend: "Ich weiß es nicht!" Es zeigte die Komplexität der Stellung.

Maxime Vachier-Lagrave Biel 2018

MVL wird sich in Kürze mit der Dilworth-Variante auseinandersetzten müssen. | Foto: Lennart Ootes/Biel International Chess Festival.

"Ich habe meine Stellung überschätzt. Leider kann ich es mir nicht leisten, die Damen auf dem Brett zu behalten und das ist ein Problem," sagte MVL. 

Mamedyarov: "Zuerst habe ich nicht besonders gut gespielt, aber dann habe ich doch noch meine Chancen bekommen. Es hat aber nicht für einen Sieg gereicht und deshalb ist ein Remis ein gutes Resultat."

Shakhriyar Mamedyarov Biel 2018

Mehr Dilworths bitte, Shak! | Foto: Lennart Ootes/Biel International Chess Festival.

Wie fast immer war Peter Svidler mit seiner Eröffnung unzufrieden. "Wenn ich das gegen Berlin mache, sollte ich nicht 1.e4 spielen. Es fühlte sich an, als würde ich ab dem 12. Zug versuchen, auszugleichen", sagte er.

Magnus Carlsen hatte in dem Dame+Turm Endspiel die bessere Bauernstellung bekommen, aber nach dem, was man eine Fehleinschätzung einer Fehlberechnung nennen könnte, seinen Vorteil weggeworfen.

Der kritische Zug war 27..Td8 und Svidler war deswegen ziemlich besorgt. "Diesen Zug nicht zu spielen ist einfach nur verrückt. Ich habe es berechnet und dachte, es würde keinen großen Unterschied ausmachen," sagte Carlsen.

Svidler, der während seiner Partien ja immer viel umherwandert, verriet, dass er die Erlaubnis bekommen hatte, einen Schrittzähler zu tragen. Dieser zeigt pro Partie zwischen 4 und 5 Kilometer an! Nur falls es jemanden interessiert...

Magnus Carlsen Biel 2018

Carlsen hatte gegen Svidler nur eine echte Chance und es ist nicht einmal klar, ob es für einen Sieg gereicht hätte. | Foto: Lennart Ootes/Biel International Chess Festival.

Wird Nico Georgiadis in diesem Turnier noch eine Partie gewinnen? Es scheint fast ein Fluch auf dem Schweizer zu liegen und dieser Fluch hat einen Namen: Zeitnot.

Nico stand gegen David Navara schon auf Gewinn, aber in Zeitnot warf er den Gewinn weg. "Ich hatte nur noch 30 Sekunden und konnte nichts mehr berechnen", sagte er nach der Partie.

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Georgiadis vs Navara Biel 2018

 Georgiadis stand kurz vor seinem ersten Sieg, konnte aber den Gewinnweg in der komplizierten Stellung nicht finden. | Foto: Lennart Ootes/Biel International Chess Festival.

Biel 2018 | Tabelle nach der 8. Runde

# Land Name ELO Leistung 1 2 3 4 5 6 Punkte
1 Mamedyarov,Shakhriyar 2801 2901 ½ ½ ½1 11 6.0
2 Carlsen,Magnus 2842 2823 ½ ½½ ½ 5.0
3 Svidler,Peter 2753 2773 ½ ½½ ½0 ½ 11 4.5
4 Vachier-Lagrave,Maxime 2779 2758 ½1 ½ 1 4.0
5 Navara,David 2741 2691 ½0 ½ ½ 3.5
6 Georgiadis,Nico 2526 2439 00 ½ 00 0 1.0

 

Games via TWIC.

Die Paarungen der 9. Runde lauten: Navara gegen Svidler, Georgiadis gegen Vachier-Lagrave und Mamedyarov gegen Carlsen.

Die 9. Runde beginnt wieder um 14.00 Uhr, aber die letzte Runde, am Mittwoch, startet bereits um 12.00 Uhr.

Die Partien könnt ihr auf unserem Live Chess Server verfolgen. Die Chessbrahs Yasser Seirawan, Eric Hansen und Aman Hambleton werden die Partien live auf Chess.com/TV und Twitch.tv/Chessbrah kommentieren.


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Peter Doggers

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Peter Doggers is Chess.com’s Senior Global Correspondent. Between 2007 and 2013, his website ChessVibes was a major source for chess news and videos, acquired by Chess.com in October 2013. The Guardian’s Leonard Barden described him as “widely regarded as the world’s best chess journalist.”

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