Damen Grand Prix München: 4 Siege zum Auftakt
Kosteniuk, the 12th women's world champion, is one of the four early leaders who start the tournament with a victory. Photo: David Llada/FIDE.

Damen Grand Prix München: 4 Siege zum Auftakt

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| 0 | Berichterstattung von einem Schach-Event

Seit gestern läuft im Münchner Hotel Vier Jahreszeiten das zweite Turnier der FIDE Damen-Grand-Prix Turnierserie 2022-2023.

In den nächsten zwei Wochen werden 12 der besten Schachspielerinnen der Welt im Herzen Münchens um ihre Chance kämpfen, sich für das nächste Kandidatenturnier der Damen zu qualifizieren.

Um eventuelle Absprachen von Spielerinnen der gleichen Nation zu erschweren, wurden alle Partien zwischen Spielerinnen des gleichen Verbands in die erste Runde gelegt. Trotzdem kam es aber gleich zu vier Siegen und zwei davon kamen sogar in solchen "Derbys" zustande. Die Großmeisterinnen Nana Dzagnidze und Alexandra Kosteniuk besiegten ihre internationalen Gegnerinnen und Tan Zhongyi und Elisabeth Pähtz gewannen rein chinesisch bzw. rein deutsche Duelle.

Wollt Ihr das Turnier live mitverfolgen?
Alle Partien des Damen Grand Prix findet Ihr hier auf unserer Event-Seite. Die Runden beginnen jeden Tag um 15.00 Uhr.

Eigentlich begann das Turnier ja schon am Mittwoch mit der technischen Besprechung, bei der allen Spielerinnen die genauen Abläufe und Regeln erklärt wurden, sowie der Eröffnungsfeier.

Die 12 Teilnehmerinnen. Foto: David Llada/FIDE.

Kaum hatte die erste Runde dann begonnen, war die erste Partie auch schon wieder beendet, denn die ukrainischen Schwestern Anna und Mariya Muzychuk hatten offenbar keine Lust auf ein Familienduell und fanden schon früh eine Möglichkeit, eine dreifache Stellungswiederholung herbeizuführen.

Auch die Partie der beiden indischen Großmeisterinnen Harika Dronavalli und Humpy Koneru endete Remis, nachdem die beiden aus einer russischen Eröffnung heraus ein ausgeglichenes Turmendspiel erreicht hatten.

Die erst kürzlich zur Großmeisterin ernannte Elisabeth Pähtz durfte mit den weißen Figuren gegen die zweite deutsche Teilnehmerin, Dinara Wagner, spielen. Der deutsche Schachbund durfte ja für dieses Turnier eine Wildcard vergeben und die Nationalspielerinnen Jana Schneider, Dinara Wagner und Josefine Heinemann haben in einem Mini-Turnier um diese Wildcard gespielt. Dinara Wagner hat das Turnier gewonnen und darf sich jetzt in München mit einigen der besten Spielerinnen der Welt messen. 

Gegen Elli Pähtz musste sich Dinara aber nach einer erstaunlichen Taktik geschlagen geben. Wer kann die Taktik ebenfalls finden?

Elli Pähtz ist jetzt eine der 40 Damen auf der Welt, die den Großmeister-Titel haben. Foto: David Llada/FIDE.

In einem Nadjorf-Sizilianer startete Dzagnidze ihren Angriff mit dem klassischen Txc3-Qualitätsopfer. Sie riss damit den Damenflügel auf und jagte den König der Kasachin Zhansaya Abdumalik über das ganze Brett, um ihn schließlich auf g4 schachmatt zu setzen. Nach der Partie sagte Dzagnidze: "Nach dem Qualitätsopfer auf c3 sollte ich einen großen Vorteil gehabt haben. Vor allem, weil meine Stellung leicht zu spielen war und eine solche Stellung mit Weiß zu spielen, ist nicht so einfach."

Das ist auch unsere Partie des Tages und Großmeister Rafael Leitao hat sie sich für uns angesehen:

GM Rafael Leitao GotD

Alexandra Kosteniuk besiegte IM Alina Kashlinskaya, indem sie einen überwältigenden Angriff am Königsflügel, angeführt von ihrem mächtigen Turm, der auf dem Vorposten e6 zementiert war, heraufbeschwor. Besonders schön war, wie dieser Turm durch die schwarze Stellung tanzt, bevor er die Partie beendete.

In der rein chinesischen Partie zwischen Tan Zhongyi und Zhu Jiner verursachte Tan zu Beginn mit Df5 und Sxf6 Schäden an der Königsflügelstruktur ihrer Landsfrau. Nachdem es ihr dann gelungen war, eine Schwerfiguren-Batterie auf der offenen g-Linie aufzubauen, konnte sie eine Mattdrohung nach der nächsten aufstellen und irgendwann war eine davon nicht mehr zu verteidigen.

Die Kreuztabelle

Alle Partien der ersten Runde

Der FIDE Damen Grand Prix besteht aus vier Turnieren. Das zweite davon wird vom 1. bis zum 14. Februar in München gespielt. Das Format ist ein Rundenturnier für 12 Spielerinnen. Die Bedenkzeit beträgt 90 Minuten für die ersten 40 Züge, 30 Minuten für den Rest der Partie und einem Inkrement von 30 Sekunden pro Zug. Der Preisfonds bei diesem Turnier beträgt 80.000 Euro.

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