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Meine Lieblingspartien

Meine Lieblingspartien

Siese Serie geht über klassische Partien, die mich als tief beeindruckt hatten, als ich noch ein Teenager war. Meistens waren dies sehr positionelle Partien, denn wie die meisten Kinder bin ich mit Angriffs-Schach und Kombinationen aufgewachsen und strategische Überlegungen waren ein Fremdwort für mich.

Als ich mit den meisten Partien von Anderssen, Morphy, Spielmann, Marshall, Alekhine und Tal vertraut war, entschloß ich mich, mir auch die nicht so extremen Spieler anzusehen um meinen Schach-Horizont zu erweitern.

Dies ist der 14. Teil dieser Serie. Die ersten 13 Teile findet Ihr hier

Die Partien, die ich Euch vorstelle, sind teilweise wahre Meisterwerke aber teilweise auch überhaupt nicht. Das Auswahlkriterium war immer nur, dass ich aus jeder dieser Partie etwas Wichtiges lernen konnte, was mich vollkommener und besser gemacht hat.

Ich habe an dieser Serie schon einige Zeit nicht mehr gearbeitet, aber von Zeit zu Zeit grabe ich sie wieder aus, denn viele dieser Partien sind einfach so lehrreich und atemberaubend.

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Die nächste Partie habe ich zum ersten Mal gesehen als ich noch ein Teenager war. Ich muss zugeben, dass die Analyse dieser Partie wie ein Schlag ins Gesicht für mich war und dass ich ab diesem Zeitpunkt Freibauern mit ganz anderen Augen sah. Ich habe nicht nur gelernt wie wichtig es ist, einen gegnerischen Freibauern zu blockieren und nicht nur, dass man diese Blockade niemals aufgeben darf, sondern auch, was der Spieler, der den Freibauern hat, versuchen sollte.

Hier sind die ersten Züge:

So, um was geht es jetzt in dieser Stellung? Die Antwort ist, dass es ein Kampf um das Feld d6 (wenn Schwarz dieses Feld kontrolliert kann der weiße Bauer nicht vorziehen) UND um das Feld e5 ist! Ja das stimmt! e5! Warum dieses Feld so wichtig ist werdet Ihr später noch sehen. Eigentlich ist die Frage, wer das Feld d6 kontrolliert gleichzusetzen mit der Frage, wer die Partie gewinnt!

Normalerweise, sollte ein Springer die Blockadefigur sein:
Ein Läufer hingegen eignet sich weniger gut als Blockadefigur (natürlich gibt es aber Ausnahmen), da er oft als Großbauer endet.
Manchmal kann auch die Dame eine gute Blockadefigur sein, denn sie kann in Windeseile die Blockade aufgeben und am anderen Ende des Schachbretts auftauchen und erheblichen Schaden anrichten. Ein Turm als Blockadefigur zu verwenden ist hingegen absolut schrecklich.

Später in der Partie werdet Ihr noch sehen, dass sich auch der König eine gute Blockadefigur sein kann, allerdings nur, wenn keine Damen mehr auf dem Brett sind!

Gehen wir also zurück zu unserer Partie. Schwarz wird versuchen den Bauern aufzuhalten, indem er einen Springer auf d6 platziert und Weiß will die Blockade aufheben.
Da der d5-Bauer jetzt komplett blockiert ist und Schwarz das Feld e5 kontrolliert, steht Schwarz jetzt besser. Trotzdem scheint Schwarz jetzt komplett durchzudrehen. Oder doch nicht?


Nur falls Ihr jetzt denkt, dass ein Freibauer irgendwie doch nicht so gut wäre, seht Euch die nächste Partie an. Schwarz hat 2 verbundene Freibauern auf a5 und b5. Der weiße Freibauer wurde jedoch nicht blockiert und hat nur noch wenige Felder bis zur Grundreihe. Wenn man jetzt noch bedenkt, dass der schwarze König hinter seinen Bauern überhaupt nicht sicher steht, sollte Schwarz jetzt scharf nachdenken, wie er einen Supergau verhindern kann.



Wie Ihr seht, sind Freibauern auf der sechsten oder siebten Reihe extrem gefährlich. Wenn man sie aber spätestens auf der fünften Reihe blockiert kann man sie in den meisten Fällen bequem in Haft nehmen.

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