Genf, Runde 7: Radjabov übernimmt die Führung

Genf, Runde 7: Radjabov übernimmt die Führung

Zwei Runden vor Schluß ist Teimour Radjabov der alleinige Tabellenführer beim FIDE Grand Prix in Genf. Am Donnerstag gewann er gegen Peter Svidler, der schon früh in der Partie ungenau spielte und sich bald darauf in einem schwierigen Endspiel wiederfand.

Radjabov hat die Tabellenführung zurückerobert. | Foto: Valera Belobeev von WorldChess.

Radjabov's Sieg brachte ihn in die luxoriöse Ausgangslage, mit 2 Remis das Turnier ziemlich sicher auf dem zumindest geteilten ersten Platz zu beenden. In der siebten Runde gab es auch eine kleine Sensation, denn Riazantsev konnte gegen Li Chao gewinnen. An Brett 8 meldete sich Eljanov mit einem großartigen Sieg gegen Salem zurück.

Genf Grand Prix | Ergebnisse der 7. Runde

Brett Gesetzt Land Name ELO Pt. Ergebnis Pt. Land Name ELO Gesetzt
1 8 Harikrishna 2737 4 ½ - ½ 4 Grischuk 2761 4
2 12 Radjabov 2724 4 1 - 0 Svidler 2749 5
3 2 Mamedyarov 2800 ½ - ½ Nepomniachtchi 2742 6
4 17 Riazantsev 2654 3 1 - 0 Li Chao 2735 10
5 3 Giri 2775 3 ½ - ½ 3 Aronian 2809 1
6 9 Adams 2736 3 ½ - ½ 3 Jakovenko 2703 14
7 16 Hou Yifan 2666 2 ½ - ½ 3 Gelfand 2728 11
8 7 Eljanov 2739 1 - 0 Salem 2638 18
9 13 Inarkiev 2707 ½ - ½ Rapport 2694 15

Im Interview nach der Partie erklärte Teimour Radjabov, dass er in den letzten Monaten sehr viel an seiner Zeiteinteilung gearbeitet hatte. ("Auf diesem Level entschieden Kleinigkeiten.") Er kam einfach zu oft in der Vergangenheit in Zeitnot und musste dies ändern.

Dieses Training scheint gefruchtet zu haben, denn Radjabov setzt seine Gegner in Genf sowohl auf dem Brett, als auch mit der Bedenkzeit unter Druck.

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Radjabov gewann gegen Svidler seine dritte Partie in diesem Turnier. | Foto: Valera Belobeev von WorldChess.

Sein Sieg gegen Peter Svidler war auch ein psychologischer Sieg. "Meine Wahl der Eröffnungs war ziemlich clever, auch wenn sie seltsam aussieht," sagte Radjabov. "Ich hofft, dass ich in einer Stellung, die Peter nicht liegt, etwas Druck aufbauen kann. Ich glaube, nachdem ich 6.dxc3 gespielt hatte, war seine Laune ziemlich am Boden."

Das Endspiel sah eigentlich ziemlich harmlos aus, aber viel wichtiger war, dass Schwarz keine Chance hatte, dynamisch zu weren. Das ist vielleicht auch der Grund warum es sowohl Ulf Andersson als auch Anthony Miles schon öfters mit Weiß gespielt hatten.

Heute zeigte Radjabov auf, was passiert, wenn Schwarz nicht vorsichtig genug ist.

Der Pressesprecher der FIDE, Goran Urosevic, sprach nach der Partie mit Teimour Radjabov.

Nach 2 Niederlagen in Folge ist Pavel Eljanov  "back in business". Er gewann gegen Salem Saleh, dessen Benoni auf dem üblichsten Weg versagte: Der typische e4-e5 Durchbruch kam zu einem Zeitpunkt indem er mehr oder weniger die Partie entschied.

"17...h5 war ein Fehler," sagte Eljanov, nachdem er die Partie ziemlich lange mit seinem Gegner analysiert hatte. "Nach 18.h4 habe ich einen klaren Plan und Schwarz einen schwachen König."

Die alternative für Salem wäre sowohl ...g5 als auch ...f5 gewesen. "Ich mochte meine Stellung, auch wenn ich sie nicht zu 100% verstanden hatte," sagte Eljanov.

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Eljanov und Salem analysieren ihre Partie. | Foto: Valera Belobeev von WorldChess.

Eljanov fühlte sich nach der Partie natürlich großartig. "Ich war von der Qualität meiner letzten beiden Partien ziemlich enttäuscht. Ich habe versucht, einfach ganz normal zu spielen. Die Partie heute war zumindest OK."

WGM Anna Burtasova sprach nach der Partie mit Pavel Eljanov.

Gestern gewann Alexander Riazantsev seine allererste Partie in der Grand Prix Serie und heute gewann er schon wieder. Er zeigte sich auf Li Chao's Schlechter System bestens vorbereitet. Er gewann das Läuferpaar und hatte Druck auf einen isolierten Damenbauern. Was will man da noch mehr?

Li Chao konnte den Schaden aber in Grenzen halten und erreichte ein Endspiel mit Türmen und verschiedenfarbigen Läufern, aber wegen des Drucks auf f7 stand Rianzantsev weiterhin besser. Der Russe tauschte dann die Läufer aber das Turmendspiel, und sogar das Damenendspiel, waren Remis - zumindest theoretisch.

Die Beharrlichkeit Riazantsev's zahlte sich aber aus.

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Riazantsev gewann seine zweite Partie in Folge. | Foto: Valera Belobeev von WorldChess.

Alle anderen Partien endeten Remis. Shakhriyar Mamedyarov und Ian Nepomniachtchi teilten sich den Punkt nach einem spektakulären Damenopfer, das zu einem Dauerschach führte. Nepomniachtchi: "Ich dachte mir, wenn ich nach 26.Dxd5 verliere, war die Partie zumindest nicht langweilig!"

Der Pressesprecher der FIDE, Goran Urosevic, sprach nach der Partie mit den Spielern.

Genf Grand Prix | Tabelle nach der 7. Runde

Platz Gesetzt Land Name ELO Lstg. Punkte
1 12 Radjabov, Teimour 2724 2926 5
2 4 Grischuk, Alexander 2761 2837 4,5
2 8 Harikrishna, Pentala 2737 2848 4,5
4 2 Mamedyarov, Shakhriyar 2800 2783 4
4 6 Nepomniachtchi, Ian 2742 2774 4
4 17 Riazantsev, Alexander 2654 2757 4
7 1 Aronian, Levon 2809 2741 3,5
7 3 Giri, Anish 2775 2713 3,5
7 5 Svidler, Peter 2749 2748 3,5
7 7 Eljanov, Pavel 2739 2724 3,5
7 9 Adams, Michael 2736 2722 3,5
7 10 Li Chao 2735 2737 3,5
7 11 Gelfand, Boris 2728 2738 3,5
7 14 Jakovenko, Dmitry 2703 2746 3,5
15 13 Inarkiev, Ernesto 2707 2658 3
16 16 Hou Yifan 2666 2599 2,5
17 15 Rapport, Richard 2694 2537 2
18 18 Salem, Saleh 2638 2485 1,5

Die Paarungen der achten Runde lauten: Radjabov-Riazantsev, Grischuk-Mamedyarov, Li Chao-Harikrishna, Nepomniachtchi-Aronian, Gelfand-Eljanov, Jakovenko-Inarkiev,  Hou Yifan-Giri, Rapport-Adams und Salem-Svidler.

Der Genfer Grand Prix findet vom 6. bis um 15. Juli im Hotel Le Richemond in Genf statt. Die Teilnehmer spielen um einen Preisfond von €130,000 / $148,520. Die Bedenkzeit beträgt 100 Minuten für 40 Züge, dann 50 Minuten für weitere 20 Züge und 15 Minuten für den Rest der Partie sowie 30 Sekunden Extrazeit pro Zug, ab dem ersten Zug.


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