Magnus Carlsen gewinnt das New In Chess Classic
Carlsen triumphs in the New in Chess Classic tournament. Photo: Maria Emelianova/Chess.com.

Magnus Carlsen gewinnt das New In Chess Classic

NiranjanNavalgund
FM NiranjanNavalgund
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Magnus Carlsen hat das New in Chess Classic Turnier gewonnen. Dem Norweger genügte am zweiten Finaltag ein 2-2 Unentschieden gegen Hikaru Nakamura. Shakhriyar Mamedyarov sicherte sich durch zwei Siege über Levon Aronian den dritten Platz. 

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Carlsen-Nakamura 2-2

Nakamura zeigte gleich in der ersten Partie des zweiten Finaltags eine viel besserer Vorbereitung als am Vortag und bekam schon früh eine vorteilhafte Stellung. Er baute seinen Vorteil aus, koordinierte seine Armee und stand dann klar besser. Dann aber kam er ins Stolpern und gab Carlsen eine riesige taktische Chance. Versucht einfach selbst, ob Ihr den Gewinnzug für Schwarz finden könnt: 

Diese Taktik war aber selbst für den Weltmeister zu schwer zu finden und so konnte Nakamura die erste Partie gewinnen:

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Nakamura hatte seine Chancen. Foto: Maria Emelianova/Chess.com.

Als er nach dem Wendepunkt im Finale gefragt wurde, nannte Carlsen den Zug 20.Dd2 in der zweiten Partie, nachdem er sich so richtig schlecht gefühlt hatte. Nakamura gab sich dann aber trotz einer besseren Stellung mit einer dreifachen Stellungswiederholung zufrieden und vergab damit seine Chance auf eine 2:0 Führung:

In der dritten Partie hatte Carlsen genug von seiner Nimzo-Indischen Eröffnung und wählte 1...d5. Er war in der ganzen Partie nie in Gefahr und überspielte Nakamura auf lehrreiche Weise:

Der er in der letzten Partie des Tages unter Siegzwang stand, wählte Nakamura 2...g6 gegen das Alapin des Weltmeisters. Carlsen brachte die Partie aber sicher nach Hause. Er verhinderte alle Fortschritte seines Gegners am Königsflügel und schloss den Damenflügel mit b2-b4.

In der Endstellung hatte Carlsen sogar einen Mehrbauern, aber ihm genügte ja ein Remis, um das Turnier zu gewinnen. Und so nahm er das Remisgebot von Nakamura im 43. Zug dankend an:

Carlsen: "Ich habe das Gefühl, dass ich das letzte Mal besser gespielt habe als heute, aber heute hatte ich einfach das notwendige Quäntchen Glück." Foto: Maria Emelianova/Chess.com.

"Ich bin wirklich erleichtert. Ich bin einfach so glücklich, eines dieser Turniere gewonnen zu haben und es fühlt sich wirklich gut an. Diesmal hatte ich ein bisschen mehr Glück. Ich habe das Gefühl, dass ich das letzte Mal besser gespielt habe als heute, aber heute hatte ich einfach das notwendige Quäntchen Glück.

Aronian-Mamedyarov 0.5-2.5

Mamedyarov setzte seinen guten Lauf mit den schwarzen Steinen fort und gewann beide Partien mit der spanischen Eröffnung. Im der ersten Partie hatte er nach dem Läufertausch auf e6 freie Hand am Königsflügel. Er hatte keine Probleme, den Vorteil in einen vollen Punkt umzuwandeln:

In Anbetracht der Ergebnisse des ersten Tages erklärte Mamedyarov, er wolle seine Niederlagenserie mit Weiß beenden. In der zweiten Partie verließ er sich deshalb auf eine bekannte Remisvariante im Ragozin:

In der dritten Partie wich Aronian mit 12.Te1 zwar von der ersten Partie ab, verlor aber direkt im nächsten Zug nach La2 einen Bauern. Und nach 13...bxa4 baute Mamedyarov kontinuierlich Druck auf der b-Linie auf. Dies sollte letztendlich genügen, um die Partie und damit auch das "kleine Finale" zu gewinnen:

Auf die Frage nach seiner Lieblings-Bedenkzeit teilte Mamedyarov mit, dass er lieber mit 15 Minuten als mit 25 Minuten auf der Uhr spiele.

"Das ist ein fantastisches Ergebnis für mich. Ich habe in diesem Turnier über 70 Schnellschachpartien gespielt und das ist wirklich eine Menge," sagte Mamedyarov nach dem Turnier. 

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Mamedyarov wurde Dritter. Foto: Maria Emelianova/Chess.com.

Alle Partien des zweiten Finaltags

The New in Chess Classic lief vom 24. April bis zum 2. Mai auf chess24. Das Turnier begann mit einer Vorrunde, in der 16 Spieler ein Rundenturnier mit einer Bedenkzeit von 15+10 spielten. Die besten acht Spieler qualifizierten sich für die Ko-Phase. Jedes Ko-Duell bestand aus zwei Duellen mit jeweils vier Partien. War ein Duell danach noch nicht entschieden, wurde die Entscheidung in zwei Blitzpartien mit einer Bedenkzeit von 5+3 und danach mit einem Armageddon herbeigeführt. Der Preisfonds betrug 100.000 US-Dollar. Davon gingen 30.000 US-Dollar an den Sieger.


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