Schachbegriffe
J'adoube

J'adoube

J'adoube? Schon wieder so ein komisches französisches Wort? Ja!  Der Begriff "J'adoube" stammt genau wie en passant aus dem französischen. Diese Regel ist aber viel leichter zu verstehen!

Hier ist alles, was Du über "J'adoube" wissen musst:


Was bedeutet "J'adoube"?

Wie bereits erwähnt stammt der Begriff "J'adoube" aus der französischen Sprache und bedeutet so viel wie: "Ich rücke zurecht." Mit diesem Satz informierst Du Deinen Gegner, dass Du eine oder mehrere Figuren auf dem Schachbrett zurechtrücken willst.

Natürlich kannst Du ihm das auch auf Deutsch sagen und auch das englische "adjust" oder "I adjust" sollte in den meisten Fällen verstanden werden, aber "J'adoube" ist der dafür weltweit anerkannte Ausdruck. Das kann sehr wichtig sein, wenn Du gegen jemanden spielst, der weder Deutsch noch Englisch spricht. Falls Du bei der Aussprache von "J'adoube" Schwierigkeiten hast, kannst Du Dir hier anhören wie man den Begriff richtig ausspricht.

Jetzt weißt Du schon was "J'adoube" bedeutet und wie man es ausspricht. Jetzt müssen wir nur noch herausfinden, wann Du den Satz sagen solltest.

Wann sollte ich "J'adoube" sagen?

Wenn Du eine Partie auf einem echten Schachbrett spielst, kann es passieren, dass Figuren versehentlich umgeworfen oder verrutscht werden. Wenn das passiert, möchtest Du Deine Figuren möglicherweise wieder in die Mitte der Felder stellen. Wann Du das machst, solltest Du zuerst "J'adoube" sagen und erst dann Deine Figur anfassen. Du solltest das aber auch nur machen, wenn Du am Zug bist und nicht, während Dein Gegner über seinen nächsten Zug nachdenkt.

j'adoube
Sag immer "J'adoube", bevor Du Deine Figuren zurechtrückst!

Im Schach gibt es nämlich die "Berührt-Geführt-Regel". Wenn Du eine Figur anfasst, ohne vorher "J'adoube" gesagt zu haben, kann Dein Gegner darauf bestehen, dass Du diese Figur ziehen musst. Huh? "Berührt-Geführt-Regel"? Davon hast Du noch nie gehört? Kein Problem! Die sehen wir und jetzt an.

Die Berührt-Geführt-Regel

Die Berührt-Geführt-Regel gilt bei allen offiziellen Schachpartien. Sie besagt, dass ein Spieler mit einer Figur auch ziehen muss, sobald er sie berührt hat (natürlich aber nur, wenn mit dieser Figur ein legaler Zug möglich ist).  Diese Regel hat schon zu vielen kontroversen geführt. Großmeister Gregory Serper schrieb in diesem Artikel über historische Missgeschicke in Bezug auf diese Regel und es gibt noch viele weitere Geschichten.

Praktisch jeder Turnierspieler, einschließlich des Weltmeisters Magnus Carlsen, hat mit der Berührt-Geführt-Regel schon Erfahrungen gesammelt. In diesem Video zog Carlsen zuerst seinen Turm von der ersten Reihe nach c2, was aber wegen Dxf2, Txf2, Txf2 einen ganzen Turm und damit die Partie verliert. Deshalb wollte er noch schnell seinen anderen Turm auf c2 ziehen, was aber gegen die Berührt-Geführt-Regel verstoßen hat.

Nachdem ihn seine Gegnerin darauf hingewiesen hatte, stand Carlsen sofort auf und zeigte damit, dass er die Partie aufgibt.

Und sogar die Schachlegende Garry Kasparov ist gegen die Berührt-Geführt-Regel nicht immun:



Wenn dies zwei der besten Schachspieler aller Zeiten passieren kann, dann kann dies sicher auch Dir passieren!

Beim Spielen auf Chess.com spielen die Berührt-Geführt-Regel und das Sagen von "J'adoube" jedoch keine Rolle! Hier musst Du keine Figur zurechtrücken und ein Zug gilt erst dann als gespielt, wenn Du eine Figur auf ein Feld gezogen hast. Welche Figuren Du bereits vorher mit der Maus angeklickt und damit praktisch virtuell berührt hast, ist irrelevant.

Fazit

Du weißt jetzt, was "J'adoube" bedeutet, wie man es ausspricht und wann Du es sagen solltest. Selbst die Berührt-Geführt-Regel hast Du jetzt kennengelernt. Obwohl diese beiden Regeln auf Chess.com nicht relevant sind solltest Du sie Dir gut einprägen und niemals vergessen vorher "J'adoube" zu sagen, wenn Du auf dem Schachbrett eine Figur zurechtrücken willst!