Patzer

Patzer

Verlieren macht keinen Spaß. Nicht im Schach und nicht in anderen Spielen. Niederlagen kann man aber nie ganz vermeiden und im Schach sind meistens eigene Fehler der Grund für die Niederlage.

Das solltest Du über Fehler im Schach wissen:


Was zählt im Schach als Fehler?

Wenn ein Spieler einen Zug macht, der seine Stellung erheblich verschlechtert, bezeichnet man das als Fehler. Meistens führt ein Fehler dazu, dass ein Spieler Material verliert oder Schachmatt gesetzt wird, aber ein Fehler kann auch zu einer strategisch verlorenen Stellung führen. Auch das Versäumnis, den Fehler eines Gegners auszunutzen, wird manchmal als Fehler bezeichnet.

Im nachstehenden Bild sehen wir einen verblüffenden Fehler von Großmeister Gata Kamsky. Sein Gegner Alexei Shirov hat gerade seine Dame nach c5 gezogen und bietet damit einen Damentausch an.

The position that led to a blunder.
Großmeister Alexey Shirov spielte den Zug Dc5.

Kamsky wollte aber die Damen nicht tauschen und zog deshalb seine Dame zurück nach b3. Er hatte dabei aber völlig übersehen, dass er damit seinen Springer ungedeckt gelassen hatte - ein riesiger Patzer! Kamsky gab die Partie sofort auf - noch bevor Shirov seinen Springer schlagen konnte!

Kamsky blunders his queen away.
Kamsky wollte die Damen nicht tauschen. Seinen Springer hatte er dabei aber völlig vergessen.

Der Begriff Patzer wird verwendet, wenn ein Spieler einen schlechten Zug spielt, der seinem Gegner einen großen Vorteil verschafft. Je stärker die beiden Spieler sind, desto kleinere Vorteile können eine Partie entscheiden. Bei Großmeistern werden deshalb auch kleine Fehler, die bei Amateuren überhaupt nicht ins Gewicht fallen würden, als Patzer bezeichnet.

Warum sind Fehler wichtig?

Schach kann ein unbarmherziges Spiel sein. Selbst wenn ein Spieler perfekt spielt und seinen Gegner dominiert, kann ein einziger Fehler eine Partie völlig auf den Kopf stellen.

Das Vermeiden dieser Fehler ist ein wesentlicher Schritt, um mehr Partien zu gewinnen und es ist einer der Hauptunterschiede von Anfängern und fortgeschrittenen Spielern. Leider ist aber niemand perfekt. Sogar professionellen Schachspielern unterlaufen von Zeit zu Zeit spielentscheidende Patzer.

In dieser Partie zwischen dem ehemaligen Weltmeister
 Tigran Petrosian und Großmeister David Bronstein hatte der Eiserne Tiger völlig übersehen, dass Bronstein seine Dame angegriffen hat. Bronstein nahm das Geschenk natürlich dankend an und gewann die Partie.

GM Tigran Petrosian's blunder.
Petrosian patzte und verlor seine Dame und die Partie.

Eine Kombination falsch zu berechnen ist ein weiterer häufiger Fehler. Bei dieser Begegnung zwischen IM Jaime Santos Latasa und GM Francisco Vallejo Pons hat Weiß seinen Angriff stark überschätzt und seinen Turm geopfert. Sein Plan war es, Santos seinen Turm zu schenken, um einen Mattangriff starten zu können. Seine Berechnung war jedoch nicht präzise und er hatte seinen Turm für nichts geopfert.

Unglaublich aber Wahr! Vallejos gewann die Partie aber trotzdem. Weil Santos ebenfalls nicht gesehen hatte, dass sein Turm ja einfach den Läufer schlagen kann, gab er die Partie auf.

Schließlich wollen wir Dir noch den wohl verheerendsten Fehler aller Zeiten zeigen. Bei der Weltmeisterschaft 1892 zwischen Michail Chigorin und Wilhelm Steinitz spielte der große Chigorin einen schrecklichen Zug, der es seinem Gegner ermöglichte, ihn fast sofort Schachmatt zu setzen. Dieser Fehler hat ihm die Weltmeisterschaft gekostet.

Wie kann ich mit Chess.com meine Fehler reduzieren?

Eine der besten Möglichkeiten, um die Anzahl der Fehler zu verringern, besteht darin, Deine gespielten Partien zu analysieren, Deine schlechten Züge zu identifizieren und aus Deinen Fehlern zu lernen. Aber woher weißt Du, wo Du einen Fehler gemacht hast? Wenn Du Dich für einen Zug entschieden hast, lag das ja schließlich daran, dass Du ihn für gut gehalten hast.

Mit dem Analysetool von Chess.com ist das Aufspüren von Fehlern aber sehr einfach. Sobald Du eine Partie beendet hast, musst Du nur auf "Spielbericht" klicken.


Unsere Engine benötigt nur wenige Sekunden, um Deine Partie zu analysieren. Dann kannst Du sofort auf "Schlüsselmomente" klicken, um Dir die entscheidenden Momente der Partie, in denen Du Fehler begangen hast, anzeigen zu lassen.

Der Spielbericht zeigt Dir auch die Anzahl der Patzer in der Partie.


Natürlich kannst Du dann in den entscheidenden Stellungen nach besseren Zügen suchen:

Du kannst aber auch in älteren Partien nach Fehlern suchen. Dazu musst Du nur in Deiner Partie-Übersicht auf "Analysebrett" klicken.

Auch in älteren Partien kannst Du nach Fehlern suchen.

Test

Da Du jetzt weißt, was im Schach Fehler sind, ist es Zeit für einen kleinen Test. Kannst Du die Fehler Deiner Gegner erkennen und Dir einen großen Vorteil sichern?

Aufgabe 1: Sogar ehemaligen Weltmeistern unterlaufen riesige Fehler. Hier spielte Boris Spassky mit Weiß gegen Anatoly Karpov. Karpov spielte den Zug Te6 und bot damit einen Turmtausch an. Spassky wollte die Türme aber lieber am Brett behalten und zog seinen Turm auf das Feld g4. Kannst Du Spasskys Fehler aufdecken und Dir einen Vorteil sichern?

Aufgabe 2: Auch diese Partie spielten zwei sehr starke Großmeister: Alexander Morozevich und Boris Gelfand. Schwarz entschied sich für den anscheinend harmlosen Zug Td6. Siehst Du, warum das ein Fehler war?

Aufgabe 3: Und sogar Super-Großmeister haben Ihre schlechten Tage. In dieser Partie bestrafte Vladimir Kramnik Wang Hao für seinen Fehler. Siehst Du, wie er das gemacht hat?

Fazit

Du weißt jetzt was man im Schach als Fehler bezeichnet, wie man sie erkennt und wie man seine eigenen Fehler mit Chess.com Tools verringern kann. Gehe doch am besten jetzt gleich zu den Lektionen und übe wichtige Taktiken, mit denen Du die Fehler Deiner Gegner offenlegen kannst!

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