Schachprobleme

Schachprobleme

Schachproblem: Für manche könnte dies bedeuten: "Ich mache zu viele Fehler!" oder "Ich bin schrecklich in Endspielen". Es gibt aber auch eine andere Bedeutung für Schachprobleme. In diesem Artikel wollen wir herausfinden, was Schachprobleme im Zusammenhang mit Lernen, Training und Unterrichten zu tun haben.


Was ist ein Schachproblem?

Ein Schachproblem ist eine Stellung, die normalerweise in einem Diagramm angezeigt wird und bei der ein Spieler die richtige Lösung finden muss. Bei Schachproblemen ist das Ziel immer klar gekennzeichnet und der Schwierigkeitsgrad ist sehr unterschiedlich. Das Ziel könnte so einfach sein wie "Weiß setzt in einem Zug Schachmatt" oder so schwierig wie "Schwarz gewinnt in 20 Zügen" sein.

Der Zweck von Schachproblemen besteht darin, die Fähigkeit eines Spielers, Muster zu berechnen und zu erkennen, zu stärken, sowie sein allgemeines Schachverständnis zu verbessern. Probleme werden meistens alleine gelöst, aber auch von Lehrern und Trainern zur Schulung von Schülern verwendet.

Sehen wir uns ein ganz einfaches Schachproblem an. In der folgenden Stellung ist Weiß am Zug und setzt in einem Zug Schachmatt:

chess problem
Weiß am Zug setzt mit einem Zug Matt.

Weiß kann in dieser Stellung natürlich viele Züge machen, aber nur einer führt zu einem sofortigen Schachmatt: Dh5#. Bei Schachproblemen muss es aber nicht immer um ein Schachmatt gehen. In diesem Beispiel geht es um einen Materialgewinn. Schwarz ist am Zug:

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Schwarz am Zug gewinnt Material.

Auch hier gibt es viele Züge für Schwarz, aber nur der Zug Lb4 gewinnt Material, denn mit diesem Zug spießt der schwarze Läufer die weiße Dame und den weißen König auf.

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Mit dem Zug Lb4 gewinnt Schwarz Material.

Es gibt verschiedene Arten von Schachproblemen, aber die überwiegende Mehrheit von ihnen fällt in eine von zwei Kategorien: Taktikaufgaben und Kompositionen.

Taktikaufgaben

Die meisten Schachprobleme sind Taktikaufgaben. Sie verwenden im Gegensatz zu Kompositionen Stellungen aus echten Partien und sollen reale Situationen simulieren.

In diesem Beispiel für eine einfache Taktikaufgabe ist Weiß am Zug und soll Material gewinnen:

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Weiß am Zug gewinnt Material.

Hier gibt es gleich zwei Züge, mit denen Weiß Material gewinnt, aber Lxf7+ gewinnt nur einen Bauern, während Sxf7 einen Bauern und die schwarze Dame gewinnt. Dieser Zug ist also eindeutig der bessere.

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Mit dem Zug Sxf7 gewinnt Weiß die schwarze Dame.

Auf Chess.com haben wir über 150.000 Taktikaufgaben, die Du alle lösen kannst. Du musst dafür einfach nur auf das orange Puzzleteil klicken. Danach kannst Du noch wählen, ob Du im Modus "Taktikaufgaben" eine Wertung für das Lösen der Aufgaben erhalten möchtest, oder ob Du ganz ohne Druck im Trainingsmodus spielen möchtest.

Auf Chess.com kannst Du Taktikaufgaben mit oder ohne Auswertung lösen.

Chess.com hat Taktikaufgaben aber auch noch auf ein neues Level gehoben und Puzzle Rush und Puzzle Duell erfunden. Im Puzzle Rush musst Du entweder in 3 oder in 5 Minuten so viele Taktikaufgaben wie möglich lösen. Aber Vorsicht! 3 Fehler und Du hast verloren! Es gibt auch noch den Überlebens-Modus. Hier kannst Du über jede Aufgabe so lange nachdenken wie Du willst, aber auch hier zählt: 3 Fehler und Du bist raus!

Im Puzzle Duell trittst Du gegen einen echten Gegner an. Ihr bekommt beide nacheinander dieselben Taktikaufgaben und wer in derselben Zeit mehr Aufgaben löst, hat gewonnen.

Schachkompositionen

Schachkompositionen sind Probleme, die sich jemand ausgedacht oder eben komponiert hat, die aber nicht aus tatsächlichen Partien stammen. Im Allgemeinen sind komponierte Probleme erheblich schwieriger als Taktikaufgaben und enthalten häufig Funktionen oder Stellungen, die in einer echten Partie so gut wie nie vorkommen.

Hier ist zum Beispiel eine Schachkomposition von CM Brandon Xia. Weiß am Zug setzt in 4 Zügen Matt:

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Weiß am Zug setzt in 4 Zügen Matt.

Wie Du sehen kannst, ist die Wahrscheinlichkeit, dass diese Stellung in einer echten Partie vorkommt, praktisch Null. Das Lösen dieser Art von Problemen hat jedoch einen enormen Wert, da sie Dich zum Nachdenken anregen und neue Denkmuster schaffen. Die Lösung der Komposition beginnt übrigens mit dem Zug Sd3:

Schachkompositionen werden häufig kritisiert, weil sie angeblich nur wenige bis keine Beziehung zu echtem Schach haben. In der Einführung zu IM Cyrus Lakdawalas Buch über Schachkompositionen Rewire Your Brain (Verdrahten Sie Ihr Gehirn neu), äußert er seine Sichtweise auf dieses Thema wie folgt: "Wenn Sie es beherrschen, komponierte Probleme zu lösen, werden Sie in Ihren Partien Kombinationen oder versteckte Pläne finden, von denen sie bis heute noch nicht einmal geträumt haben. Sie werden sich in irrationalen Stellungen viel leichter zurechtfinden, da Irrational zu Ihrer neue Normalität geworden ist."

Wenn Sie es beherrschen, komponierte Probleme zu lösen, werden Sie in Ihren Partien Kombinationen oder versteckte Pläne finden, von denen sie bis heute noch nicht einmal geträumt haben. Sie werden sich in irrationalen Stellungen viel leichter zurechtfinden, da Irrational zu Ihrer neue Normalität geworden ist.
— IM Cyrus Lakdawala

Hier ist ein weiteres Beispiel für eine äußerst schwierige Schachkomposition. Sie stammt von Otto Blathy und Weiß setzt in 10 Zügen Matt.

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Weiß am Zug setzt in 10 Zügen Matt.

Ziemlich verrückt, oder? Diese Aufgabe können nur wirklich starke Spieler lösen und auch diese müssen lange darüber nachdenken. Die Lösung besteht aus 10 aufeinanderfolgenden Springerzügen und der erste davon ist Sc3+.

Test

Da Du jetzt weißt was Schachprobleme sind, ist es Zeit für einen kleinen Test! Beginnen wir mit einer Komposition, die das Schachgenie Paul Morphy im Alter von 10 Jahren komponiert hat. Weiß am Zug setzt in 2 Zügen Matt:

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White to move and checkmate in two.

Wenn Du das Konzept "Zugzwang" noch nicht kennst, wirst Du die Lösung wahrscheinlich nicht gefunden haben. Die Lösung ist nämlich der irrational aussehende aber gemeine Zug Ta6. Wenn Schwarz den Turm schlägt, ist b7 einfach Schachmatt und wenn Schwarz seinen Läufer zieht, ist Txa7 Schachmatt. Ziemlich cool, oder?

Versuchen wir nun eine Stellung aus einer echten Partie. Bei den Chess.com Taktikaufgaben könntest Du leicht über diese oder eine ähnliche Stellung stolpern. Schwarz am Zug gewinnt Material:

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Schwarz am Zug gewinnt Material

Sobald Du erkannt hast, dass der schwarze Springer auf dem Feld f3 die weiße Dame und den weißen König gabeln würde, liegt die Lösung auf der Hand. Die schwarze Dame schlägt den weißen Läufer und danach schlägt der Springer zu und schon hat Schwarz eine Figur gewonnen. Und sollte Weiß Deine Dame nicht schlagen, hast Du natürlich ebenfalls eine Figur gewonnen.

Fazit

Du weißt jetzt, was ein Schachproblem ist, wie sich eine Taktikaufgabe von einer Komposition unterscheidet und wie Du auf Chess.com Taktikaufgaben lösen kannst und vieles mehr. Warum versuchst Du nicht jetzt gleich, einige Taktikaufgaben zu lösen?

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