Remis

Remis

Im Schach werden Unentschieden Remis genannt. Wenn Du Dich aus einer verlorenen Stellung retten, oder mit einem Remis in der letzten Runde eines Turniers einen Platz auf dem Podium erreichen kannst, sind Remis glänzende Ergebnisse und Du solltest verstehen, was ein Remis ist.

Hier erfährst Du alles, was Du über Remis im Schach wissen musst:


Was ist ein Remis?

Wenn eine Schachpartie Remis endet, haben beide Spieler weder gewonnen noch verloren - die Partie endet also Unentschieden. In der Regel bekommen dann beide Spieler einen halben Punkt.

Besonders bei Großmeistern enden Schachpartien häufig mit einem Remis, aber auch Anfänger sollten die Remisregeln kennen, damit sie nicht überrascht werden können.

Die verschiedenen Möglichkeiten, wie eine Schachpartie Remis enden kann

Laut den offiziellen Regeln der FIDE gibt es fünf verschiedenen Szenarien, auf die eine Schachpartie Remis enden kann. In den meisten Fällen muss ein Spieler ein Remis reklamieren, aber manchmal kann auch ein Schiedsrichter eine Partie abbrechen und als Remis erklären.

Patt

Bei einem Patt kann der Spieler der am Zug ist keinen gültigen Zug ausführen, obwohl sein König nicht im Schach steht (würde der König im Schach stehen, wäre es ja Schachmatt!).

Hier ist ein Beispiel für ein Patt:

A queen stalemate.
Die weiße Dame nimmt dem schwarzen König alle Felder, auf die er ziehen könnte. Der schwarze König steht also nicht im Schach und kann nicht ziehen. Die Partie endet mit einem Patt und wird als Remis gewertet.

Großmeister finden manchmal sehr kreative Züge, mit denen sie die Patt-Regel ausnutzen, um ein Remis zu erzwingen. In dieser Partie hat die Schachlegende Garry Kasparov gegen Anatoly Karpov die Patt-Regel genutzt, um sich trotz einer scheinbar hoffnungslosen Stellung in ein Remis zu retten.


Tote Stellung

Eine tote Stellung liegt vor, wenn keiner der beiden Spieler den König des Gegners legal Schachmatt setzen kann. Wenn eine Partie diese Situation erreicht endet die Partie mit einem Remis.

Hier ist ein Beispiel für eine tote Stellung:

Draw by dead position.
Hier blockieren sich alle Bauern gegenseitig und beiden Königen ist der Weg ins feindliche Lager auf immer und ewig versperrt. Die Könige können nur noch sinnlos hin und herziehen. Deshalb nennt man dies eine tote Stellung.

Einer der häufigsten Fälle von toten Stellungen ist, wenn beide Spieler nicht mehr genügend Material auf dem Brett haben, um den Gegner Schachmatt zu setzen. Falls dies bei nur einem der beiden Spieler der Fall ist, dem anderen aber die Bedenkzeit ausgeht, endet die Partie auch Remis.

Hier sind die Figurenkombinationen, mit denen es nicht möglich ist, den Gegner Schachmatt zu setzen:

  • König gegen König
  • König und Läufer gegen König
  • König und Springer gegen König
  • König und Läufer gegen König und Läufer, wenn die Läufer auf den Feldern der gleichen Farbe spielen.

Wie Du siehst, ist diese Regel sehr großzügig für die Art von Schachmatt, die ein Spieler geben könnte. Normalerweise kannst Du Deinen Gegner ja mit einem einzelnen Läufer nicht Schachmatt setzten. Wenn der Gegner aber noch andere Figuren auf dem Brett hat und einen Fehler macht, kann sein König doch noch gefangen und Schachmatt gesetzt werden:

Checkmate after a blunder.
Normalerweise kann ein einzelner Läufer nicht Schachmatt setzten. Da der Gegner, wenn er einen Läufer, der auf den anderen Feldern spielt, noch einen Fehler machen könnte, zählt diese Stellung nicht als "ungenügend Material".

Diese Regel bescherte Weltmeister Magnus Carlsen bei der Blitz-Weltmeisterschaft 2019 einen Sieg. Seinem Gegner Alireza Firouzja ging in dieser Stellung mit Weiß die Zeit aus. Normalerweise würde man denken, dass Schwarz nicht mehr genügend Material auf dem Brett hat um die Partie gewinnen zu können und die Partie deshalb mit einem Remis enden sollte. Wie das Beispiel aber zeigt, ist ein Matt möglich und deshalb hatte Carlsen aufgrund von Zeitüberschreitung gewonnen:

Remis durch Vereinbarung

Wenn sich beide Spieler aus irgendeinem Grund auf ein Remis einigen, endet die Partie auf der Stelle und beide Spieler gewinnen einen halben Punkt. Hierfür muss einer der Spieler ein Remis anbieten und der andere Spieler muss es akzeptieren. Wenn der andere Spieler das Angebot ablehnt geht die Partie ganz normal weiter.

In dieser Partie aus der Schachweltmeisterschaft 2018 einigten sich Magnus Carlsen und Fabiano Caruana auf ein Remis. Viele Schachfans haben nicht verstanden, warum Carlsen das Remisgebot von Caruana angenommen hatte, da er die bessere Stellung und mehr Zeit auf der Uhr gehabt hatte.

Dreifache Stellungswiederholung

Wenn in einer Partie dreimal dieselbe Stellung erreicht wird kann ein Spieler ein Remis reklamieren. Dabei müssen aber alle Figuren auf den exakt gleichen Feldern stehen und auch alle Zugmöglichkeiten dieselben sein. Wenn beim ersten Mal ein en-passant Schlagen möglich war und die nächsten beiden Male nicht, wird dies nicht als gleiche Stellung angesehen.

Bei einer dreifachen Stellungswiederholung endet die Partie aber nicht automatisch. Die Partie ist nur dann Remis, wenn der Spieler, der am Zug ist, dies reklamiert.

Meistens passiert eine dreifache Stellungswiederholung, wenn ein Spieler, der am Verlieren ist, eine Möglichkeit findet, um mit einem Dauerschach die Stellungswiederholung zu erzwingen und sich damit in ein Remis rettet.

A draw by repetition.
Weiß ist am Verlieren, aber er kann mit einem Dauerschach ein Remis retten.

50 Züge Regel

Wenn beide Spieler 50 aufeinanderfolgende Züge machen, ohne eine Figur zu schlagen oder einen Bauern zu ziehen, kann der Spieler der am Zug ist ein Remis reklamieren. Diese Regel soll verhindern, dass sich Partien, in denen keiner der Spieler einen Fortschritt macht, unnötig lange hinziehen.

Deshalb solltest Du die  grundlegenden Schachmattkombinationen gut kennen. Denn nichts wäre schlimmer, als wenn Du genügend Figuren hast, um den einsamen König Deines Gegners Schachmatt setzen zu können und Dir es in 50 Zügen nicht gelingt.

Fazit

Du weißt jetzt, dass es viele Möglichkeiten gibt, nach denen eine Schachpartie mit einem Remis enden kann und Du hast sie alle kennengelernt. Am besten testest Du Dein neu erworbenes Wissen, indem Du bei den Chess.com Lektionen einige verlorene Stellungen in ein Remis rettest.


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Einen Artikel zu lesen ist eine fantastische Möglichkeit, um etwas Neues zu lernen, aber es ist nicht jedermanns Sache. Das Ansehen eines Videos kann genauso lehrreich sein! Sieh Dir doch einfach diese kurze Video-Lektion über das Remis an, um die eben erklärten Konzepte besser zu verstehen oder zu vertiefen. Wir sehen uns wieder bei der nächsten Lektion!

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