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Radjabov gewinnt den FIDE Grand Prix in Genf

Radjabov gewinnt den FIDE Grand Prix in Genf

Da alle Partien an den ersten 6 Brettern mit Remis endeten behielt Teimour Radjabov seine Führung und ist damit der alleinige Sieger des FIDE Grand Prix in Genf. Radjabov bekam für seinen ersten Turniersieg in einem Turnier mit klassischer Bedenkzeit seit einem Jahrzehnt €20,000 ($22,936).

Radjabov mit seiner Goldmedaille und einem Dupont Stift. | Foto: Valera Belobeev von WorldChess.

Radjabov erreichte gegen Nepomniachtchi, der ihn mit einem Sieg den Turniersieg noch streitig machen hätte können, ein Remis. Der andere Spieler, der noch in Lauerstellung lag, Alexander Grischuk, konnte Giri nicht besiegen und musste sich ebenfalls mit einem Remis begnügen. Svidler und Aronian hingegen gewannen ihre Partien gegen Hou Yifan und Saleh Salem.

Genf Grand Prix | Ergebnisse der 9. Runde

Brett Gesetzt Land Name ELO Pt. Ergebnis Pt. Land Name ELO Gesetzt
1 6 Nepomniachtchi 2742 5 ½ - ½ Radjabov 2724 12
2 3 Giri 2775 ½ - ½ 5 Grischuk 2761 4
3 2 Mamedyarov 2800 ½ - ½ Li Chao  2735 10
4 17 Riazantsev 2654 ½ - ½ Adams 2736 9
5 8 Harikrishna 2737 ½ - ½ 4 Jakovenko 2703 14
6 13 Inarkiev 2707 ½ - ½ 4 Gelfand 2728 11
7 5 Svidler 2749 4 1 - 0 Hou Yifan 2666 16
8 7 Eljanov 2739 4 ½ - ½ 2 Rapport 2694 15
9 1 Aronian 2809 1 - 0 2 Salem 2638 18


"So gut wie sicher" wäre wohl eine kleine Übertreibung gewesen, wenn man gestern
Teimour Radjabov's Chancen auf den Turniersieg beschrieben hätte. Allerdings eben nur eine kleine Übertreibung, denn er hat sich in Genf einfach in einer sehr starken Form präsentiert und ein extrem solides Eröffnungsrepertoire vorgestellt. Und so war auch sein Remis gegen Ian Nepomniachtchi sehr solide, und der Turniersieger lehnte sogar das erste Remisgebot ab.

"Ich fühlte mich nach der Eröffnung sehr wohl, denn ich hatte eine solide Stellung, in der man Ewigkeiten herumspielen kann," sagte Radjabov. Er war zwar über den Verlust des Läuferpaares nicht besonders glücklich, aber nachdem er seinen Springer auf f4 platzieren konnte, spielte er auf Gewinn.

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Radjabov, gleich nach dem Remis gegen Nepomniachtchi. | Foto: Valera Belobeev von WorldChess.

Radjabov, der jetzt in der Live-Weltrangliste wieder in den Top 20 ist, sagte über das Turnier: "Abgesehen von meinen Partien gegen Grischuk und heute habe ich einfach sehr konzentriert gespielt, und das war wohl der Schlüssel zu meinem Turniersieg."

Der Pressesprecher der FIDE, Goran Urosevic, sprach nach der Partie mit den Spielern.

Dieses Ergebnis bedeutete, dass Alexander Grischuk mit einem Sieg über Anish Giri noch mit dem Führenden gleichziehen hätte können. Der Holländer wähnte sich schon auf der Siegerstraße (der schwarze Läufer auf h7 war ja überhaupt nicht in der Partie), aber nach 29...d4 musste er vorsichtig werden. Glücklicherweise war das Endspiel aber mehr oder weniger ein erzwungenes Remis.

"Ich musste ja auf Sieg spielen, denn mit einem Remis hatte ich nur sehr wenig Chancen mich für das Kandidatenturnier zu qualifizieren," sagte Grischuk. "Ich war auch ganz zufrieden mit dem Partieverlauf. Meine Stellung war zwar schlechter, aber die weiße Stellung war doch sehr auseinandergezogen, vielleicht sogar zu sehr auseinandergezogen."

Grischuk, der seine 3 Grand Prix Turniere bereits hinter sich hat, sagte, dass er ausnahmsweise mit seiner Gesamtleistung durchaus zufrienden ist. "Es ist wirklich ärgerlich, dass ich mich wahrscheindlich trotzdem nicht für das Kandidatenturnier qualifizieren werde."

WGM Anna Burtasova sprach nach der Partie mit beiden Spielern. Verpasst auf keinen Fall das Ende des Interviews, als Grischuk sagt, wie mies es wäre, wenn er den Gegnern seiner Rivalen um den zweiten Gesamtplatz im letzten Turnier helfen würde. 😂

Vor der Partie gegen Hou Yifan, bekam Peter Svidler noch Hilfe von seinem Sekundanten Maxim Matlakov. Die beiden unterhielften sich auf Skype, denn Matlakov war aufgefallen, dass die Chinesin in letzter Zeit öfter die Semi-Tarrasch Variante gespielt hatte. "Sieh dir meine Partie gegen Shimanov aus Minsk an" war der Ratschlag Shimanovs, und Svidler befolgte ihn.

"Ich konnte mich natürlich nicht an jede Einzelheit erinnern, aber dass ich die Grundideen kannte und immer noch schnell spielen konnte und Hou bereits nach 11.d5 zu denken anfangen musste, war offensichtlich ein riesen Vorteil für mich."

Wie in vielen Grünfeld Partien war das zentrale Thema dieser Partie, wer den d-Bauern vorziehen konnte, und Svidler wusste genau was er zu tun hatte. "Ich habe ja schon so viele schmerzliche Erfahrungen auf der anderen Seite des Bretts in solchen Stellungen gemacht."

Der Pressesprecher der FIDE, Goran Urosevic, sprach nach der Partie mit Peter Svidler.

Levon Aronian bediente sich einer alten Idee von Mark Taimanov um Saleh Salem's Königsindische Verteidigung zu überwinden: Den ruhigen Zug 9.Ld2 in der Mar del Plata Variante. "Ich hatte nach der Eröffnung eine gute Stellung," sagte Aronian. "Ich dachte, die alte Taimanov Linie wäre immer noch gut."

Seine Ansprüche an den Rest der Partie hielt er ebenfalls bescheiden. "Ich hätte wahrscheinlich bessere Züge gehabt, aber ich wollte keine großartigen Varianten berechnen müssen, denn ich habe mich in den letzten Partien so oft verrechnet. Ich wollte die Stellung einfach halten und dann hat mein Gegner einen Fehler gemacht. Der Plan hat also funktioniert."

Die Frage, warum er in den Grand Prix Turnieren schlechter spiele als in den anderen großen Turnieren beantwortete Aronian so: "Ich glaube ich habe die Grand Prix Serie nicht ernst genug genommen. Daran sollte ich wohl arbeiten."

WGM Anna Burtasova sprach nach der Partie mit Levon Aronian.

Genf Grand Prix | Abschlußtabelle

# Land Name ELO Lstg. Punkte SB
1 Radjabov, Teimour 2724 2872 6.0/9
2 Grischuk, Alexander 2761 2825 5.5/9 24.25
2 Nepomniachtchi, Ian 2742 2812 5.5/9 22.50
4 Harikrishna, Pentala 2737 2779 5.0/9 25.25
4 Mamedyarov, Shakhriyar 2800 2775 5.0/9 24.50
4 Li Chao 2735 2783 5.0/9 24.00
4 Svidler, Peter 2749 2765 5.0/9 20.25
4 Riazantsev, Alexander 2654 2751 5.0/9 19.75
4 Adams, Michael 2736 2749 5.0/9 19.25
4 Giri, Anish 2775 2752 5.0/9 19.00
11 Gelfand, Boris 2728 2735 4.5/9 20.50
11 Aronian, Levon 2809 2730 4.5/9 19.75
11 Jakovenko, Dmitry 2703 2741 4.5/9 19.25
11 Eljanov, Pavel 2739 2721 4.5/9 16.00
15 Inarkiev, Ernesto 2707 2671 4.0/9
16 Rapport, Richard 2694 2540 2.5/9 9.50
16 Hou Yifan 2666 2549 2.5/9 8.75
18 Salem, Saleh 2638 2508 2.0/9

Radjabov gewann in Genf sein erstes großes Turnier seit fast 10 Jahren. Das letzte große Turnier, das er gewinnen konnte, war im Dezember 2008 der Elista Grand Prix, wo er 8 von 13 möglichen Punkten holte und gemeinsam mit Dmitry Jakovenko und Alexander Grischuk den ersten Platz belegte. Davor erreichte er 2007 im holländischen Wijk aan Zee 8.5 von 13 möglichen Punkten und teilte sich den Turniersieg mit Veselin Topalov und Levon Aronian.

Das letzte mal, dass Radjabov ein Turnier als alleiniger Sieger beenden konnte war im Jahr 2005! In Dos Hermanas lies er Alexey Dreev, Zurab Azmaiparashvili, Alexander Rustemov und Ruben Felgaer hinter sich. Interessanterweise spielte ein weiterer Teilnehmer des Genfer Grand Prix bei diesem Turnier mit. Pentala Harikrishna erspielte sich damals 4.5 von 9 möglichen Punkten und lag damit einen Punkt hinter Radjabov zurück.

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Teimour Radjabov, heute in Genf. | Foto: Valera Belobeev von WorldChess.

Der aserbaitschaner hat aber eine Menge zweiter Plätze und sonstige Erfolge vorzuweisen. Im November 2012 hatte er eine ELO von 2793. Nachdem er aber beim Kandidatenturnier 2013 den letzten Platz belegt hatte, schien er seine Motivation verloren zu haben.

Radjabov hat danach auch sein Eröffnungsrepertoire geändert. Während er vorher scharfe Eröffnungen wie die sizilianische Drachenvariante bevorzugte, spielt er jetzt mehr auf Sicherheit. Wir können nur hoffen, dass dieser Sieg wieder das alte Feuer in ihm entfacht—das Feuer, mit dem er als 15 jähriger, 2003 in Linares, Garry Kasparov bezwingen konnte.

Turnier PGN herunterladen

Der Genfer Grand Prix fand vom 6. bis um 15. Juli im Hotel Le Richemond in Genf statt. Die Teilnehmer spielten um einen Preisfond von €130,000 / $148,520. Die Bedenkzeit betrug 100 Minuten für 40 Züge, dann 50 Minuten für weitere 20 Züge und 15 Minuten für den Rest der Partie sowie 30 Sekunden Extrazeit pro Zug, ab dem ersten Zug.

Hier seht ihr noch den Gesamtstand nach 3 gespielten Turnieren. Jeder Spieler kann nur an maximal 3 Turnieren teilnehmen. Die Spieler mit den fettgeschriebenen Namen haben bereits 3 Turniere gespielt und dürfen somit in Mallorca nicht mehr antreten.

FIDE Grand Prix 2017 | Gesamtstand nach 3 Turnieren

Platz Land Name Sharjah Moskau Genf Mallorca Gesamt
1 Mamedyarov, Shakhriyar 140 140 60 x 340
2 Grischuk, Alexander 140 71,4 125 x 336,4
3 Radjabov, Teimour x 71,4 170 ? 241,4
4 Ding Liren 70 170 x ? 240
5 Vachier-Lagrave, Maxime 140 71,4 x ? 211,4
6 Nepomniachtchi, Ian 70 3 125 x 198
7 Nakamura, Hikaru 70 71,4 x ? 141,4
8 Adams, Michael 70 3 60 x 133
9 Giri, Anish x 71,4 60 ? 131,4
10 Svidler, Peter x 71,4 60 ? 131,4
11 Li Chao 25 x 60 ? 85
12 Jakovenko, Dmitry 70 x 11 ? 81
13 Hou Yifan 7 71,4 2,5 x 80,9
14 Harikrishna, Pentala x 20 60 ? 80
15 Riazantsev, Alexander 1 x 60 ? 61
16 Eljanov, Pavel 25 x 11 ? 36
17 Vallejo, Pons Francisco 25 7 x ? 32
18 Gelfand,Boris x 20 11 ? 31
19 Rapport, Richard 25 x 2,5 ? 27,5
20 Tomashevsky, Evgeny 3 20 x ? 23
21 Aronian, Levon 7 x 11 ? 18
22 Hammer, Jon Ludvig 3 7 x ? 10
23 Salem, Saleh 3 3 1 x 7
24 Inarkiev, Ernesto x 1 4 ? 5

*Diese Tabelle wurde von Chess.com errechnet und noch nicht von der FIDE bestätigt.

Das vierte und letzte Turnier der Grand Prix Serie findet von 16. bis zum 25. November in Palma de Mallorca statt. Die ersten beiden der Gesamtwertung sind automatisch für das Kandidatenturnier 2018 qualifiziert.

Momentan führt Mamedyarov vor Grischuk. Der Sieger des Turniers in Mallorca erhält 170 Punkte, was bedeutet, dass nur noch Radjabov, Ding Liren and MVL die Chance haben, die beiden Führenden von den ersten beiden Plätzen zu verdrängen.

Trotzdem werden fast alle Topspieler im September beim Weltcup in Tiflis teilnehmen, wo zwei weiterer Plätze für das Kandidatenturnier vergeben werden. Das Rennen um die beiden Plätze die aufgrund der besten ELO vergeben werden, könnt ihr laufend mit Hilfe der Google Datei von Martin Bennedik verfolgen. Ferner bekommt noch eine Spieler eine Wildcard vom Veranstalter.


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