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Favoritensterben: Adams, Anand und Karjakin scheiden aus

Favoritensterben: Adams, Anand und Karjakin scheiden aus

Nach einer dramatischen Runde sind beim FIDE WeltCup in Tiflis 3 Favoriten ausgeschieden. Titelverteidiger Sergey Karjakin verlor mit Schwarz gegen seinen Landsmann Daniil DubovVishy Anand schied gegen Anton Kovalyov aus, da er nicht über ein Remis hinauskam und Michael Adams wurde von Maxim Rodshtein aus dem Turnier geworfen.

Titelverteidiger Sergey Karjakin ist ausgeschieden. | Titelbild: Chess.com/Maria Emelianova.

Nachdem es gestern nur 7 siegreiche Partien gegeben hatte, zeichnete sich schon ab, dass viele Duelle erst im Tiebreak entschieden werden würden. Und so kam es auch: Morgen finden, genau wie in der ersten Runde, 22 Tiebreaks statt.

Nur 10 der 64 Spieler konnten sich direkt für die dritte Runde qualifizieren, und nur einer hat bis jetzt alle 4 klassischen Partien gewonnen: Der Weltmeister!

Von den Spielern die gestern verloren hatten, konnte sich nur einer in den Tiebreak retten: Chaparinov gewann heute gegen Navara.

World Cup 2017 | Runde 2, Ergebnisse

Land Spieler Land Spieler Klassisch Schnellschach Blitz Gesamt
Dreev (2648) Carlsen (2827) 0-1, 0-1 0-2
Bacrot (2728) Bu (2714) ½-½, ½-½ 1-1
Svidler (2756) Erdos (2619) ½-½, ½-½ 1-1
Onischuk (2682) Wojtaszek (2739) ½-½, ½-½ 1-1
Vachier-Lagrave (2804) Grachev (2654) 1-0, ½-½ 1½-½
Tari (2588) Lenderman (2565) ½-½, 0-1 ½-1½
Cori (2648) Grischuk (2788) ½-½, ½-½ 1-1
Navara (2720) Cheparinov (2695) 1-0, 0-1 1-1
Kramnik (2803) Demchenko (2650) 1-0, ½-½ 1½-½
Duda (2698) Ivanchuk (2727) ½-½, ½-½ 1-1
Motylev (2668) Giri (2777) ½-½, ½-½ 1-1
Harikrishna (2741) Sethuraman (2617) ½-½, ½-½ 1-1
Hou Yifan 2670) Aronian (2802) ½-½, ½-½ 1-1
Matlakov (2728) Andreikin (2708) ½-½, ½-½ 1-1
Karjakin (2780) Dubov 2666) ½-½, 0-1 ½-1½
Artemiev (2692) Radjabov (2742) ½-½, ½-½ 1-1
So (2792) Bluebaum (2633) ½-½, ½-½ 1-1
Tomashevsky (2710) Vallejo (2717) ½-½, 0-1 ½-1½
Adhiban (2670) Nepomniachtchi (2741) ½-½, ½-½ 1-1
Yu Yangyi 2750) Jobava (2702) ½-½, ½-½ 1-1
Bruzon (2651) Nakamura (2781) ½-½, ½-½ 1-1
Fedoseev (2731) Inarkiev (2694) 1-0, ½-½ 1-1
Anand (2794) Kovalyov (2649) 0-1, ½-½ ½-1½
Rodshtein (2695) Adams (2738) ½-½, 1-0 1½-½
Lenic (2646) Caruana (2799) ½-½, ½-½ 1-1
Vitiugov (2728) Najer (2694) ½-½, ½-½ 1-1
Wei Yi (2748) Rapport (2675) ½-½, ½-½ 1-1
Sevian (2610) Li Chao (2745) ½-½, ½-½ 1-1
Mamedyarov (2797) Kuzubov (2688) ½-½, ½-½ 1-1
Wang Hao (2701) Gelfand (2737) ½-½, ½-½ 1-1
Kravtsiv (2670) Ding Liren (2771) ½-½, ½-½ 1-1
Le (2739) Vidit (2702) 0-1, ½-½ ½-1½

Wie zu erwarten gab es am zweiten Tag der zweiten Runde eine große Anzahl an schnellen Remis: Rapport-Wei Yi, Erdos-Svidler, Blübaum-So und etwas später noch Nakamura-Bruzon, Ivanchuk-Duda, Andreikin-Matlakov, Radjabov-Artemiev und Bu-Bacrot. Oft bevorzugen die Spieler ihr Glück im Tiebreak zu versuchen, anstatt in der klassischen Partie ein Risiko einzugehen.

Als Rapport und Wei Yi zusammen den Turniersaal verliesen huschte ein Lächeln über Carlsens Gesicht. Später erklärte er auch warum: Es war einfach die Ironie an der Tatsache, dass sich zwei der unterhaltsamsten Spieler des Turniers auf ein schnelles Remis geeinigt hatten.

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Svidler und Erdos remisierten nach 11 Zügen. Aber das war nicht mal das kürzeste Remis des Tages! | Foto: Chess.com/Maria Emelianova.

Das schnellste Remis des Tages war eine große Überraschung. Anton Demchenko, der die Partie unbedingt gewinnen musste um im Turnier zu bleiben, bot seinem Gegner Vladimir Kramnik bereits im 10. Zug ein Remis an. Der Russe nahm dieses Geschenk natürlich an und erreichte somit die dritte Runde ohne große Anstrengung.

"Vielleicht hat er sich nicht gut gefühlt, oder vielleicht war er von meiner gestrigen Leistung zu beeindruckt", sagte Kramnik, der in der dritten Runde entweder auf Duda oder Ivanchuk trifft.

Demchenko verschwand sofort nach der Partie auf sein Hotelzimmer, aber telefonisch erklärte er Chess.com: "Gestern war ich nach dem TieBreak einfach total erschöpft. Am Abend fühlte ich mich dann richtig Krank, aber am morgen ging es mir besser und ich wollte einen harten Kampf abliefern. Während der ersten Züge der Partie fühlte ich mich dann erneut total schlapp und ich konnte einfach kein gutes Schach spielen, also habe ich ein Remis geboten, um wenigstens nicht zu verlieren."

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Demchenko fühlte sich heute zu schlecht, um Schach zu spielen. | Foto: Chess.com/Maria Emelianova.

Demchenko fügte noch hinzu, dass er ja seinen ersten Weltcup spielte und das erreichen der zweiten Runde gar kein so schlechtes Ergebnis wäre. "Ich habe im Sommer sehr viel Schach gespielt und nicht genügend Zeit zur Erholung gehabt. Ich war schon vorbereitet - auch physisch - aber ich muss mich noch sehr verbessern."

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Kramnik erreichte als erster Spieler die dritte Runde. | Foto: Chess.com/Maria Emelianova.

Aber dies war nur der Anfang des dramtischten Tages den wir bis jetzt in Tiflis erleben durften. Zwei der großen Favoriten (sofern man bei diesem Teilnehmerfeld überhaupt jemanden als Favoriten bezeichnen kann) schieden nämlich aus: Der Titelverteidiger Sergey Karjakin und der fünfmalige Weltmeister Viswanathan Anand.

Letzterer musst nach seiner gestrigen Niederlage seine heutige Partie unbedingt gewinnen, aber er scheiterte. Nachdem er keine Chance mehr auf einen Sieg sah, bot Anand im 31. Zug Remis und besiegelte damit sein Schicksal.

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Der Handschlag, der Anand's ausschieden besiegelte. | Foto: Chess.com/Maria Emelianova.

Anand spielte nicht beim Grand Prix, war im letzten WM Finale verteten und hat auch keine ELO Zahl die ihn für das Kandidatenturnier 2018 qualifizieren würde. Eine Chance hat er aber noch, denn Anand könnte eine Wildcard bekommen.

Trotzdem war es traurig mitanzusehen, wie die indische Schachlegende sein Hotelzimmer verlies und sich auf den Weg zum Flughafen machte.

Anands frühes Ausscheiden, wird aber die Organisatoren des Chess.com Isle of Man Turniers freuen, das am Samstag den 23. September beginnt. Der Inder hat dort für den Fall, dass er vor dem Halbfinale beim Weltcup ausscheidet, seine Teilnahme zugesagt. (MVL, Caruana, So und Nakamura werden dort ebenfalls mitspielen, falls sie nicht das Halbfinale erreichen.)

Sein Gegner Kovalyov war natürlich überglücklich, obwohl er das Turnier mit seinen Informatik Studium verbinden muss. "Der Stress wird durch jeden Sieg größer aber jetzt freue ich mich einfach und Sorgen kann ich mir später auch noch machen."

Chess.com's Interview with Kovalyov.

Und kurz darauf verließ ein weiterer Schach-Gigant das Turnier. Sergey Karjakin verlor gegen den 21 Jahre alten Daniil Dubov, und somit macht sich Karjakin viel früher als jeder dachte, und viel früher als noch beim letzten Weltcup, auf den Weg nach Hause.

"Dieses 6...Lc5 Zeug wird immer beliebter," sagte Dubov über die Eröffnung: Englisch mit 1....e5. "10.b4 wurde als erstes von Gelfand gespielt aber ich hatte diesen Zug schon viel früher gefunden gehabt."  

Nach seiner Neuerung 12.La3 dachte Dubov, dass "Schwarz zumindest eine Menge zu berechnen habe". Karjakin erklärte später auf Twitter, dass er sich,  obwohl er sich diese Variante noch am morgen angesehen hatte, die Züge im 18. Zug verwechselt hatte.

"Ich war froh, dass ich ihm in der Vorbereitung überlegen war, denn dadurch hatte ich eine halbe Stunde mehr auf der Uhr als ich einen Vorteil hatte. So hatte ich etwas Zeit um mich zu beruhigen, zu rechnen, und einige Varianten doppelt zu prüfen," sagte Dubov.

Den Tiebreak zwischen Artemiev und Radjabov will er sich nicht ansehen, denn das nächste Duell "wird sowieso ein Roulette", und Angst hat er vor keinem der beiden Spieler. Stattdessen verfolgt er lieber den Tiebreak seiner beiden Freunde Gelfand und Matlakov.

Dejan Bojkov's Game of the Day

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Schiedsrichter Faik Gasanov aus Aserbaidschan sieht sich die Stellung an. | Photo: Chess.com/Maria Emelianova.

Ein weiterer Spieler mit einer großen Historie in KO-Turnieren muss Tiflis auch verlassen: Michael Adams. Der britische Großmeister verlor gegen Maxim Rodshtein aus Israel, aber der Engländer zeigte sich als fairer Verlierer und schüttelte seinem Gegner sogar ein zweites Mal die Hand, nachdem die beiden die Partie zusammen analysiert hatten.

"Natürlich bin ich super glücklich. Ich habe nicht mal davon geträumt dass ich Michael überspielen könnte. Speziell nicht in dieser Stellung und mit Schwarz," sagte Rodshtein. "Ich glaube er hat an einem Punkt zuviel gewollt und hat Überblick verloren. Ich habe gefühlt, dass Weiß irgendetwas falsch gemacht hat. Ich habe dann einfach natürlich Züge gespielt und auf einmal gefiel mir meine Stellung."

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Verlor mit Anstand: Michael Adams, der Co-Gewinner des Groningen Interzonen Turniers (mit Vishy Anand!), um nur einen seiner Erfolge zu nennen. | Foto: Chess.com/Maria Emelianova.

Neben Kramnik qualifizierten sich noch 2 weitere Favoriten relativ problemlos für die dritte Runde. Maxime Vachier-Lagrave erreichte ohne große Anstrengung ein Remis, das ihm genügte, da er schon die gestrige Partie gegen Boris Grachev gewonnen hatte. Und Magnus Carlsen behielt seine 100% Erfolgsquote, denn er konnte auch die zweite Partie gegen Aleksey Dreev gewinnen. 

"Ich wollte einfach spielen," sagte Carlsen, der nicht von Anfang an auf ein Remis spekulierte. "Ich hatte nichts gegen ein Remis einzuwenden, aber ich habe nicht darauf gespielt."

Er war überrascht, dass Dreev nicht das Qualitätsopfer brachte, welches seinen letzten Zügen nach zu Urteilen, die logische Konsequenz gewesen wäre. "So wie er gespielt hat, musste er ja verlieren."

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Eine kurze Witzelei zwischen Carlsen und Nona Gaprindashvili, die mit Baadur Jobava's Bruder Beglar im Pressezentrum geblitzt hatte. | Foto: Chess.com/Maria Emelianova.


Chess.com's Interview mit Carlsen.

Gute Nachrichten gibt es für alle spanischen Schachfreunde, denn Paco Vallejo kam ebenfalls weiter. Er gewann gegen Evgeny Tomashevsky mit dem selten gespielten Worrall Angriff. Am Anfang des Mittelspiels schien Schwarz noch gut zu stehen aber der Plan mit dem Vorstoß des b-Bauern funktionierte überhaupt nicht. Weiß gewann den a-Bauern, hatte darauf einen Bauern mehr auf dem Brett und als er einen Freibauern auf der siebten Reihe hatte, war die Partie gelaufen.

nullVallejo hat anscheinend genauer gerechnet, als der solide Tomashevsky. | Foto: Chess.com/Maria Emelianova.

Während die "Heilige Dreifaltigkeit" (wie Yasser Seirawan Caruana, Nakamura und So nennt) alle in die Tiebreaks müssen, erreichte der vierte amerikanische Großmeister bereits die dritte Runde. Aleksandr Lenderman gewann ein Lehrbuchendspiel gegen den Norweger Aryan Tari, der gegen die weiße Aktivität am Damenflügel einfach hilflos war.

Lenderman sagte zu Chess.com: "Ich ging auf dieses Endspiel, das schon in einigen Top Partien gespielt wurde. Ich dachte, das wäre die beste Option in dieser Partie, und es hat glänzend funktioniert."

Lenderman verriet im Interview mit chess.com ein kleines Geheimnis.

Wie am Anfang dieses Berichts erwähnt, verloren gestern 7 Spieler ihre Partie, und nur einer von ihnen ist noch im Rennen. Ivan Cheparinov konnte gegen David Navara mit den weißen Figuren gewinnen und das Duell somit ausgleichen. Als Navarra seinen König zu sehr schwächte gewann der Bulgare einen Bauern, der letztendlich die Partie entschied.

Cheparinov musste im Endspiel nicht mal sein ganzes technisches Können aufbieten, denn Navara erlaubte einen Damentausch, weil er das Bauernendspiel falsch berechnet hatte.

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Comeback-Kid Cheparinov ist noch im Turnier dabei. | Foto: Chess.com/Maria Emelianova.

Von den 22 Tiebreaks morgen, könnte besonders das Duell von Yuriy Kuzubov gegen Shakhriyar Mamedyarov interessant werden. Die beiden verließen den Turniersaal nicht als beste Freunde, nachdem Kuzubov zu lange hin- und hergezogen hatte, ohne einen Fortschritt zu erzielen. Laut Mamedyarov weigerte sich Kuzubov ein Remis in einem Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern zu akzeptieren, "das jeder Hobbyspieler gegen Carlsen Remis gehalten hätte".

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Mamedyarov und Kuzubov beendeten ihren Arbeitstag nach 130 Zügen. | Foto: Chess.com/Maria Emelianova.

S.P. Sethuraman warf vor 2 Jahren Pentala Harikrishna aus dem Turnier - übrigens ebenfalls in der zweiten Runde - nachdem er ihn mit Weiß in einem Berliner Endspiel besiegen konnte. Dieses Jahr eröffnete der sieben Jahre jüngere Inder mit 1.Sf3, und die Partie wurde super interessant. Und gerade als man denken konnte, dass sich Sethuraman einen Vorteil erspielt hatte, ging er auf Nummer sicher und bot Remis.


2700chess.com Live Ratings

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Alle Spieler der Top20, außer Carlsen und Svidler, haben bis jetzt ELO Punkte verloren (und natürlich auch Topalov und Dominguez, weil die beiden in Tiflis nicht am Start sind.)

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Magnus Carlsen scheint überrascht zu sein, dass Wesley So gegen Matthias Blübaum ins Tiebreak muss. Wir sind nicht überrascht, denn wir wussten natürlich schon vorher, wie stark unser Matthias ist 🇩🇪 ! | Foto: Chess.com/Maria Emelianova.

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Hou Yifan trat erst letzte Woche gegen Fabio Caruana im Speedchess an. Ob ihr diese Erfahrung im Tiebreak gegen Aronian hilft? | Foto: Chess.com/Maria Emelianova.

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Der frischgebackene Französische Meister Etienne Bacrot muss im Tiebreak gegen den Chinesen Bu antreten.

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Ob Daniel schon mit Läufer und Springer Matt setzen kann? Zuzutrauen wäre es ihm, denn seine Eltern haben zusammen eine ELO von 5146! Den Tiebreak gegen Motylev muss sein Vater Anish Giri aber alleine spielen. | Foto: Chess.com/Maria Emelianova.

nullAuf welches Tiebreak-Duell freut ihr euch am meisten? | Fotos: Chess.com/Maria Emelianova.

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Der Weltcup findet vom 3. bis zum 27. September in der georgischen Hauptstadt Tiflis statt. Jede Runde besteht aus 2 klassischen Partien (nur im Finale sind es 4) und danach folgt, je nach Bedarf, ein Tiebreak im Schnell- und Blitzschach. Das Preisgeld bei diesem Turnier beträgt $1.600.000 und der Sieger bekommt mit $120.000 den Löwenanteil davon. Zusätzlich qualifizieren sich die beiden Finalisten für das Kandidatenturnier 2018.

Chess.com überträgt alle Partien des Weltcups live auf Chess.com/Live. Außerdem könnt ihr Live Kommentare der besten Kommentatoren der Welt, der Chessbrahs, also GM Eric Hansen, GM Robin van Kampen, GM Yasser Seirawan und IM Aman Hambleton auf  Chess.com/TV sehen.


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