GM Jan-Krzysztof Duda

Jan-Krzysztof Duda at the 2015 World Junior Chess Championship. Photo: Maria Emelianova.
Vollständiger Name
Jan-Krzysztof Duda
Geboren
Apr 26, 1998 (Alter 22)‎
Geburtsort
Krakau, Polen
Föderation
Polen
Profile

Rating

Bio

GM Jan-Krzysztof Duda ist eines der jüngsten Mitglieder im 2700 Elo Club. Im April 2020 wurde er 22 Jahre alt. Er setzt die lange Tradition polnischer Weltklassespieler fort und spielt auf Chess.com mit dem Benutzernamen Polish_fighter3000.

Die Anfänge seiner Karriere (1998-2013)

Duda lernte im Alter von 5 Jahren Schach und tauchte mit 8 Jahren, im Oktober 2006, zum ersten Mal in der FIDE Rangliste auf. Seine Einstiegs-Elo betrug 1834. 2 Jahre später wurde er u10-Weltmeister und wurde damit zum Fidemeister ernannt. Bei diesem Turnier erspielte er sich auch erstmals eine Elo von über 2000.

2010 spielte der 11-jährige Pole dann bereits bei der u20-Weltmeisterschaft mit und erzielte ein achtbares Ergebnis von 50% (4 Siege, 5 Remis, 4 Niederlagen).

2012 hatte er dann bereits eine Elo von über 2400 und großen Erfolg bei Jugendturnieren. In diesem Jahr gewann er sowohl die polnische u14, als auch die u18 Meisterschaft und erspielte sich den IM Titel.

Großmeister (2013-18)

Es sollte nicht lange dauern, bis Jan-Krzysztof Großmeister werden sollte. 3 Siege, 5 Remis und 2 Niederlagen bei der europäischen Einzelmeisterschaft 2013 brachten ihm seine dritte Norm ein. Dadurch belegte er gleich 2 zweite Plätze in verschiedenen Bestenlisten: Erstens wurde er dadurch hinter Wei Yi der zweitjüngste amtierende Großmeister und zweitens auch der zweitjüngste polnische Großmeister aller Zeiten hinter Dariusz Swiercz.

2014 zeigte Duda dann sein außergewöhnliches Talent bei kürzeren Bedenkzeiten. Seinem Sieg bei den europäischen Schnellschachmeisterschaften ließ er einen zweiten Platz bei der Europameisterschaft im Blitzschach folgen.

2015 feierte er dann weitere Erfolge in der klassischen Bedenkzeit. Er gewann das Turnier von Lake Sevan, belegte einen geteilten ersten Platz bei der Junioren-Weltmeisterschaft und sein Rating überschritt erstmals die 2600. 2017 durchbrach er dann sogar die 2700-Schallmauer.

Die Gegenwart (2018-20)

2018 eilte Duda von Erfolg zu Erfolg. 

Bei der Blitz-Weltmeisterschaft wurde er mit einem halben Punkt Rückstand auf Magnus Carlsen Zweiter und bei der Chess.com Speed Chess Championship kam er bis ins Halbfinale.

Im klassischen Schach gewann er zum ersten Mal in seiner Karriere die polnische Meisterschaft mit 6.5 von 9 möglichen Punkten.

Jan-Krzystof Duda, 2018
Duda bei der Siegerehrung der polnischen Meisterschaft 2018. Foto: Maria Emelianova/Chess.com.

Das Dortmunder Sparkassen Open mit den Großmeistern Ian Nepomniachtchi, Anish Giri und Vladimir Kramnik war dann das bestbesetzte Turnier, an dem Duda bis dahin teilgenommen hatte. Dort setzte er auf unkonventionelle Eröffnungen und erspielte sich damit 4 von 7 möglichen Punkte, was ihm einen geteilten zweiten Platz einbrachte.

Durch diesen Erfolg war Duda endgültig in der Schachelite angekommen und wurde zum prestigeträchtigen Tata Steel Masters eingeladen (2014 war er bereits im Challenger Turnier angetreten). 2018 erspielte er sich dort zwar nur 5.5 von 13 möglichen Punkten aber 2019 erzielte er dann 50% und wurde deshalb für das Turnier 2020 erneut eingeladen.

Olympiaden

An den polnischen Brettern bei den Schacholympiaden hat sich Duda langsam aber stetig nach vorne gearbeitet. 2014 gab er sein Debüt an Brett 4, 2016 spielte er bereits an Brett 2 und 2018 maß er sich an Brett 1 mit den besten Spielern der Welt. Dass er in absehbarer Zeit von diesem Brett wieder verdrängt wird, kann man sich nur schwer vorstellen. 

Mit Dudas Aufstieg wurde auch die polnische Mannschaft immer besser. 2014 wurde Polen noch 15., 2016 belegte Polen dann schon den siebten Platz und 2018 wurden die Mannen um Duda dann hinter den drei stärksten Nationen der Welt - China, USA und Russland - sensationeller Vierter.

Weltmeisterschafts-Zyklen

2013 tauchte der Name Duda erstmals im Zyklus einer Weltmeisterschaft auf. Als IM war er beim Weltcup an Nummer 110 gesetzt und zog in der ersten Runde gegen GM Vassily Ivanchuk den Kürzeren. 4 Jahre später nahm er erneut am Weltcup teil. Jetzt als Großmeister und an Nummer 36 gesetzt. Jetzt erreichte er zwar die zweite Runde, aber wieder hieß die Endstation Vassily Ivanchuk. 

Seine kontinuierliche Entwicklung in den Jahren 2017 und 2018 führte 2019 zu seinem bisher erfolgreichsten Anlauf. Beim Weltcup erreichte er die vierte Runde und beim Grand Prix erspielte er sich sogar den fünften Platz und musste sich erst im Finale in Hamburg GM Alexander Grischuk geschlagen geben.

Die Zukunft

Dudas Karriere war eher von einer konsequenten Verbesserung als von plötzlichen Entwicklungsschüben geprägt. Diese Beständigkeit hat ihn in die Nähe der Top10 der Welt gebracht. Sollte sich dieser regelmäßige Fortschritt fortsetzen, wird man in den 2020er Jahren noch viel von ihm hören.

Duda gehört zu einer Handvoll relativer Newcomer in den Reihen der Super-GMs, die noch nicht in einem Kandidatenturnier gespielt haben, aber solide Chancen haben, in den 2020er Jahren dort zu spielen. Andere Talente auf dieser Liste sind GMs Alireza Firoujza (16), Wei Yi (20) und Jeffrey Xiong (19). Alle vier durchbrachen bereits als Teenager die 2700-Schallmauer. Besonders faszinierend ist die Tatsache, dass sie aus komplett verschiedenen Teilen der Welt stammen.

Duda ist einer der faszinierendsten jungen Spieler im Schach und niemand kann mit Sicherheit voraussagen, wo seine Grenzen liegen. Wer noch mehr über Jan-Krzysztof Duda wissen möchte, kann gerne das Chess.com Interview vom Februar 2020 mit Duda lesen.

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