Keymer und Carlsen ziehen ins Lower Bracket ein
Keymer gewann sein Match gegen Assaubayeva. Foto: Lennart Ootes/Freestyle Chess.

Keymer und Carlsen ziehen ins Lower Bracket ein

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GM Levon Aronian setzte am Mittwoch beim Freestyle Chess Grand Slam Las Vegas ein Zeichen, indem er GM Magnus Carlsen im Tiebreak mit 2:0 besiegte und damit seine Chancen auf den ersten Preis in Höhe von 200.000 Dollar aufrecht erhielt und Carlsen in das Lower Bracket verdammte.

Aronian wird im Viertelfinale auf die anderen Qualifikanten der Gruppe A treffen: GMs Praggnanandhaa Rameshbabu, Nodirbek Abdusattorov und Javokhir Sindarov, sowie die Qualifikanten der Gruppe B: GMs Hikaru Nakamura, Hans Niemann, Arjun Erigaisi und Fabiano Caruana, von denen ersterer ein unbesiegtes 6/7 erzielte.

GM Vincent Keymer holte drei Siege, was nicht für den Einzug ins Upper Bracket reichte und wird somit ins Lower Bracket einziehen - gemeinsam mit Carlsen.

Das Viertelfinale wird am Donnerstag, den 17. Juli, um 20:00 Uhr MESZ beginnen.

Gruppe A Tabellenstand


Gruppe B Tabellenstand


Der Las Vegas Freestyle Chess Grand Slam hat die „Hauptstadt der Unterhaltung“ am Mittwoch im Sturm erobert, als das mit 750.000 Dollar dotierte Hauptturnier im kultigen Fünf-Sterne-Resort Wynn Resort am berühmten Strip der Stadt begann.

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Carlsen, Nakamura, Niemann, Caruana und Praggnanandhaa waren fünf von 16 namhaften Spielern, die an der Gruppenphase des Turniers teilnahmen. Die bemerkenswerteste Änderung des Formats war der Wechsel von klassischen Schnellschach-Bedenkzeiten.

Die klassische Gruppenanalyse vor dem Match war für die Spieler:innen in der Gruppenphase immer noch eine Option. Foto: Lennart Ootes/Freestyle Chess.

Nach der Aufteilung in zwei Gruppen spielten die Teilnehmenden ein 10+10 Rundenturnier, wobei die besten vier Spieler:innen jeder Gruppe in das Upper Bracket aufstiegen. Nur diese Spieler:innen können den ersten und zweiten Platz erreichen.

Abdusattorov erzielte 4,5/7 und sicherte sich den zweiten Platz in Gruppe A. Foto: Lennart Ootes/Freestyle Chess.

Am Vorabend des Turniers brach beim technischen Meeting ein Drama aus. Während solche Versammlungen in der Regel kurz und bündig sind, dauerte es 51 Minuten lang, bis die Turnierregeln endgültig feststanden.

Als er erfuhr, dass das Publikum Handys mit in den Spielsaal nehmen darf und dass die Live-Übertragung nicht verzögert wird, protestierte Caruana und erklärte schließlich: "Ich denke, so kann es nicht sein. Das ist überhaupt nicht seriös." Niemann bezeichnete es kurz darauf als „Zirkus“.

Die Zuschauer konnten den Live-Kommentar über Kopfhörer hören. Foto: Stev Bongage/Freestyle Chess.

Einige Zeit später meldete sich der Mitbegründer und Hauptförderer von Freestyle Chess, Jan Henric Büttner, zu Wort und versuchte, die Spannung zu lösen, bevor Carlsen zur Unterstützung des Publikums sprach: "Es ist ein Live-Erlebnis, die Leute sind vielleicht von weit her gekommen, um unser Event zu sehen, und wir wollen ihnen zumuten, es nicht live zu sehen? Das ist Blödsinn." Carlsen verließ die Versammlung 15 Minuten vor ihrem Ende.

Ich habe einen Clip von einem weiteren technischen Meeting meiner guten Freunde gesehen. Oh Mann.😅 - Anish Giri

Gruppe A - Spannender Tiebreak macht Carlsens Hoffnungen zunichte

Die Gruppenphase war nicht weniger dramatisch als das technische Meeting, obwohl das Schachspiel und nicht die Streitereien im Mittelpunkt standen. In Gruppe A war Sindarov der einzige ungeschlagene Spieler, konnte aber nur zwei seiner sieben Partien gewinnen. Einen seiner Siege errang er gegen Aronian, der untypischerweise einen Turm einstellte.

Praggnanandhaa war der beständigste Spieler in der Gruppe - er holte drei Siege in Folge in den Runden zwei bis vier, wobei der letzte ein hart erkämpfter Sieg gegen den Turnierfavoriten Carlsen war.

Praggnanandhaa besiegt Carlsen und übernimmt mit 3,5/4 die alleinige Führung in deren Gruppe! - chess24

Die indische Nummer eins hatte nur einen einzigen Makel auf seiner Scorekarte, eine Niederlage in Runde sechs gegen Aronian, aber er sicherte sich trotzdem den ersten Platz in der Gruppe.

Praggnanandha hat die Wahl, ob er im Viertelfinale gegen Arjun oder Caruana spielt. Foto: Lennart Ootes/Freestyle Chess.

Vielleicht inspiriert von der Gastgeberstadt, wuchs Carlsens Risikobereitschaft im Laufe des Tages. Sichtlich erschüttert von seiner Niederlage gegen Praggnanandhaa, setzte er in Runde fünf GM Wesley So in ausgeglichener Stellung schachmatt.

Carlsen schlug zurück und erreichte mit 1,5/2 in den letzten Partien den vierten Platz und erzwang einen Tiebreak mit zwei Partien gegen Aronian, um ins Viertelfinale einzuziehen. Das darauf folgende Mini-Match wurde von einem Twitch-Zuschauer als „absolutes Theater“ bezeichnet, und das Ergebnis von 2:0 spiegelte die Spannung des Matches nicht wider.

Um die Atmosphäre zu verbessern, schaltete sich Niemann, der offensichtlich auf der Seite von Aronian stand, in die Kommentatorenbox ein und teilte seine Gedanken während des Matches mit.

Die zweite Partie, die das Match für Aronian entschied, war unsere Partie des Tages, die im Folgenden von GM Rafael Leitao analysiert wird.

Niemann und IM Tania Sachdev reagieren auf die letzten Momente des Aronian-Carlsen-Duells.

Gruppe B - Nakamura bleibt ungeschlagen

In der Gruppe B legte Niemann einen Blitzstart hin, indem er Arjun in 20 Zügen vernichtete und anschließend GM Ray Robson in einem Endspiel mit Läufer gegen Springer niedermachte. Sein Duell mit Arjun war die kürzeste Partie, die er am Mittwoch gespielt hat, dank einer Reihe von taktischen Schlägen, die auf Arjuns König abzielten.

Niemann musste am Ende des Tages zwei Niederlagen gegen Nakamura und Caruana einstecken, was seinen ansonsten beeindruckenden Start trübte.

In einer Gruppe, die aus sechs US-Amerikanern und zwei Indern bestand, erzielte Niemann 4,5/7. Foto: Lennart Ootes/Freestyle Chess.

Im Gespräch mit dem Chess.com-Kommentatorenteam meinte er, dass er beide Spieler in den jeweiligen Partien „überspielt“ habe, aber verloren habe, da „nichts auf dem Spiel stand“.

Nakamura und Caruana waren die einzigen Spieler, die in dieser Gruppe ungeschlagen blieben. Letzterer gewann jedoch nur eine einzige Partie, nämlich gegen Niemann, während Nakamura fünf Siege und zwei Remis erreichte.

Nakamura hat den zweithöchsten Spieler in beiden Gruppen um 1,5 Punkte übertroffen. Foto: Stev Bonhage/Freestyle Chess.

Der fünffache Freestyle Friday-Sieger machte in allen sieben Runden kaum einen Fehler und schloss mit einem Sieg über den schwächelnden GM Vidit Gujrathi ab.

Du kannst dir Nakamuras Zusammenfassung des Tages ansehen:

Am zweiten Tag des Freestyle Chess Grand Slam duellieren sich die Spieler:innen in beiden Brackets in Zwei-Partien-Matches mit einer erhöhten Bedenkzeit von 30+30.

Im Upper Bracket wählt der Erstplatzierte jeder Gruppe seinen Gegner aus den Dritt- und Viertplatzierten der anderen Gruppe, während der Zweitplatzierte automatisch gegen den nicht ausgewählten Spieler spielt.

Der bestplatzierte Spieler wählt auch die Farbe, mit der er startet, und der Spieler, der das Match verliert, steigt in das Lower Bracket ab.

Die Zeit wird zeigen, gegen welche Spieler Praggnanandhaa und Nakamura im Viertelfinale antreten werden, und wenn sie eine Nacht üer diese Entscheidung schlafen, haben sie zweifelsohne einen praktischen Vorteil für die nächste Phase des Turniers.

Preisfonds

So kannst du zusehen

Du kannst den Las Vegas Freestyle Chess Grand Slam 2025 auf den Chess.com YouTube- oder Twitch-Kanälen und auf dem Kick-Kanal von GM Hikaru Nakamura verfolgen. Du kannst dir die Ergebnisse auch auf unserer speziellen Eventseite ansehen.

IM Steve Berger moderierte die Sendung.

Die mit 750.000 $ dotierte dritte Etappe des Freestyle Chess Grand Slam wird vom 16. bis 20. Juli in Las Vegas, Nevada, ausgetragen. Zu den Teilnehmenden gehören die GMs Magnus Carlsen, Hikaru Nakamura, Arjun Erigaisi, Fabiano Caruana, Nodirbek Abdusattorov, Wesley So, Levon Aronian, Vincent Keymer und Rameshbabu Praggnanandhaa. Alle Partien werden im Freestyle-Schach gespielt.


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