Die Schach Notation

Die Schach Notation

Schachnotation klingt kompliziert, aber algebraische Notation klingt noch komplizierter! Was bedeuten diese Begriffe? Finden wir es heraus!

Das musst Du über die Schachnotation wissen:


Was ist eine Notation?

Die Schachnotation ist einfach nur das Aufschreiben der Züge einer Schachpartie. Im Laufe der Jahre wurden verschiedene Methoden verwendet, um die Züge aufzuzeichnen, aber sie sind alle verschwunden. Heute gibt es nur noch die algebraische Notation.

Das physische Aufschreiben der Züge einer Partie ist bei vielen Schachturnieren Pflicht, aber auf Chess.com werden die Züge automatisch aufgezeichnet! Wenn Du auf Chess.com eine Partie spielst, werden Dir Deine Züge und die Züge Deines Gegners live angezeigt.

Auf Chess.com werden Deine Züge werden automatisch aufgezeichnet und angezeigt!

Zu wissen, dass Deine Partien für Dich aufgezeichnet werden, ist zwar ein gutes Gefühl, aber Du solltest trotzdem wissen, wie man Schachnotation liest - die algebraische Notation!

Wie funktioniert die algebraische Notation? 

"Algebraische Notation" klingt zwar ziemlich kompliziert, ist aber viel einfacher als Du vielleicht denkst. Im Wesentlichen zeigt die algebraische Notation den Zug, den Namen der Figur die gezogen hat und das Feld, auf das sie gezogen ist. Jede Figur wird mit einem Buchstaben abgekürzt und jedes Feld auf dem Schachbrett hat einen eigenen Namen.

Die Namen der Felder findest Du in diesem Artikel.

Die Figuren werden immer mit Großbuchstaben abgekürzt. Der König mit dem Buchstaben "K", die Dame mit einem "D", der Turm mit einem "T", der Läufer mit einem "L" und der Springer mit einem "S". Bauern werden nicht abgekürzt. Wenn ein Bauer zieht, schreibt man nur das Feld auf, auf das der Bauer zieht.

Fangen wir mit einem ganz einfachen Beispiel an: Angenommen Du hast Weiß und beginnst die Partie, indem Du den Bauern vor Deinem König zwei Felder nach vorne ziehst. Wie würdest Du diesen Zug aufschreiben?

first move notation
Wie würdest Du diesen Zug aufschreiben?

Es ist ganz einfach: Da es der erste Zug der Partie ist, beginnst Du mit der Zahl "1.". Und da es ein Bauernzug ist, musst Du keinen Buchstaben, sondern lediglich das Feld, auf das der Bauer gezogen ist, schreiben. Also e4. Das ergibt zusammen dann: 1.e4. Es ist also ganz einfach. Spielen wir die Partie weiter. Dein zweiter Zug wäre, dass Du den Springer auf dem Königsflügel in Richtung Zentrum entwickelst. Wie würdest Du diesen Zug aufschreiben?

knight move notation
Wie würdest Du diesen Zug aufschreiben?

Da es Dein zweiter Zug der Partie ist, beginnst Du jetzt mit der Zahl "2.". Weil Du einen Springer gezogen hast, kommt dahinter die Abkürzung "S" und da der Springer auf das Feld f3 gezogen ist, folgt "f3". Zusammen ergibt das: "2. Sf3"

Sonderfälle in der algebraischen Notation

Einige Züge können aber mit der oben beschriebenen Methode leider nicht aufgeschrieben werden. Deshalb gibt es für das Schlagen einer Figur, eine Rochade, ein Schachgebot, ein Schachmatt und das Ergebnis einer Partie eigene Symbole. Wenn eine Figur geschlagen wird, schreibt man ein kleines "x" zwischen den Buchstaben, der die eigene Figur abkürzt und das Feld, auf dem die Figur schlägt. In der folgenden Stellung hat Weiß mit seinem Läufer einen Springer auf dem Feld c6 geschlagen. Der Zug wird also "Lxc6" geschrieben.

bishop capture notation
Lxc6

Wenn ein Bauer eine Figur schlägt, beginnst Du mit dem Namen der Linie, auf der Dein Bauer gestanden hat, dann wieder ein kleines "x" und schließlich das Feld, auf das der Bauer zieht. Wenn wir die obige Stellung weiterspielen, hätte Schwarz den Läufer ja mit dem Bauer auf b7 oder mit dem Bauer auf d7 schlagen können. Hätte der Bauer von b7 geschlagen, wäre es der Zug "bxc6" gewesen. Da Schwarz aber mit dem d-Bauern geschlagen hat, lautet der Zug "dxc6":

pawn capture notation
dxc6

Die kurze Rochade wird mit "0-0" geschrieben und die lange Rochade mit "0-0-0". Die Anzahl der Nullen zeigt also, wie viele Felder der Turm gezogen hat.

Bei einem Schachgebot schreibst Du einfach hinter dem Zug ein "+". In der folgenden Stellung hat Weiß also gerade den Zug Lb5+ gespielt:

check notation
Ein Schach wird mit einem "+" am Ende notiert.
Bei einem Schachmatt endet der Zug mit dem Zeichen "#". Das Narrenmatt wird also so geschrieben: 1. f3 e5 2. g4 Dh4#

checkmate notation
Das Narrenmatt! 

Schließlich muss auch noch das Ergebnis einer Partie auf der Notation stehen. Wenn Weiß gewinnt, schreibt man "1-0". Ein Sieg von Schwarz ist dann logischerweise "0-1" und ein Remis wir mit "1/2-1/2" aufgeschrieben.

Und dann gibt es noch einen Sonderfall in der algebraischen Notation: In manchen Stellungen können 2 gleiche Figuren (also 2 Springer oder 2 Türme) auf das gleiche Feld ziehen. In diesem Fall musst Du kennzeichnen, welche der beiden Figuren Du auf das entsprechende Feld gezogen hast. Dafür fügst Du die Linie, auf der die Figur gestanden hat, vor dem Feld, auf das sie zieht, ein.

In dieser Stellung kann Weiß beide Springer auf das Feld d2 ziehen. Damit man nachvollziehen kann, welcher der beiden Springer auf das Feld d2 gezogen ist, reicht es nicht, wenn Du nur "Sd2" schreibst. Wenn der Springer von f3 nach d2 springt, wäre das also der Zug "Sfd2". Falls der andere Springer auf dieses Feld zieht, wäre das "Sbd2".

knight notation
Beide Springer können auf das Feld d2 springen.

Manchmal kommt es aber auch vor, dass zwei gleiche Figuren auf dasselbe Feld ziehen können UND beide Figuren auch noch auf derselben Linie stehen. Dann musst Du nicht die Linie, sondern die Reihe, auf der die Figur gestanden hat, hinzufügen.

In dieser Stellung können wieder beide Springer von Weiß auf das Feld d2 springen, aber wenn Du jetzt "Sfd2" schreiben würdest, wäre weiter nicht klar, welcher der beiden Springer gezogen hat. Hier musst Du also entweder "S3d2" (falls der Springer auf f3 gezogen hat) oder "S1d2" (falls es der Springer auf f1 war) schreiben.

knight notation
Beide Springer können auf das Feld d2 springen UND beide stehen auf der f-Linie!

Fazit

Du weißt jetzt, was Schachnotation und was algebraische Notation ist und wie man die Züge einer Schachpartie mit der algebraischen Notation liest und aufzeichnet! Bonus: Wenn Du diesen Artikel aufmerksam gelesen hast, hast Du gleichzeitig schon den üblichen Test bestanden. Jetzt kannst Du Dein neues Wissen genießen und die Partien Deiner Lieblingsspieler nachspielen oder Deinen Freunden Deine eigenen Meisterwerke zeigen!

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