Moskau GP: 'Hari' gewinnt gegen 'Nepo'

Moskau GP: 'Hari' gewinnt gegen 'Nepo'

Pentala Harikrishna hat als einziger Teilnehmer des FIDE Grand Prix in Moskau heute seine Partie gewonnen. Der indische Großmeister stand gegen Ian Nepomniachtchi schon auf Verlust aber konnte die wahrscheinlich spannendste Partie des Turniers noch drehen.

Hari stellte mit seiner Königswanderung von f8 auf c2 die Partie auf den Kopf. | Foto: Maria Emelianova.

Es war eine weitere Runde mit vielen vielen Remis, aber eine Partie hat für alles andere entschädigt. Aber verschaffen wir uns zuerst einen Überblick: An Brett 1 war Anish Giri nach seinen gestrigen Sieg noch in Siegerlaune.

Mit seinen Zug ...f5-f4 in einer geschlossenen katalinischen Eröffnung überraschte er Ding Liren. Anstatt einfach seinen Damenspringer zu entwickeln schickte der chinesische Großmeister seine Dame auf einen gefährlichen Abenteuer-Ausflug. We war ziemlich überraschend, dass Wieß auf der schwachen h1-a8 diagonale nicht mehr Probleme bekam.

"Ich hatte viele interessante Optionen," sagte Giri. "Mein Gegner hatte große Probleme aber ich konnte sie nicht wirklich ausnutzen."

Der holländische Großmeister, der alleine für den 18. und 19. Zug eine Stunde überlegte, war nach der Partie enttäuscht: "Ich muss irgendetwas übersehen haben. Er ist mir genau in meine Vorbereitung gelaufen und normalerweise hätte ich ihn schlagen sollen."

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Dank einer guten Vorbereitung erreichte Giri eine vielversprechende Stellung, aber auch nicht mehr als das. | Foto: Maria Emelianova.

Peter Svidler hatte das seltene Erlebnis, dass der zweite Gegener in Folge, Eröffnungszüge verwechselte, aber ebenso zum zweiten Mal in Folge konnte der Großmeister aus St. Petersburg nicht davon profitieren.

Shakhriyar Mamedyarov erinnerte sich dunkel daran, dass es nicht gut sei, im neunten Zug zu rochieren, aber er spielte zu schnell. Svidler war sogar der Kommentator der Partie zwischen MVL und Giri letztes Jahr bei der Grand Chess Tour in Paris letztes Jahr, in der genau die selbe Stellung auf dem Brett war, und somit wusste er bestens, wie gut die Stellung für Weiß war.

Svidler gewann praktisch eine Qualität für nichts. Er sagte, dass ihm während der Partie folgende Gedanken durch den Kopf schossen: "Das ist nicht gut. Wenn ich diese Partie nicht gewinne werden alle lachen. OK, ihr könnt jetzt anfangen zu lachen."

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Kurz vor Partiebeginn (von links nach rechts): Kirsan Ilyumzhinov, Teimour Radjabov, Shakhriyar Mamedyarov und Peter Svidler. | Foto: Maria Emelianova.

Radjabov gegen Gelfand endete nach weniger als einer Stunde mit einem Remis aber Evgeny Tomashevsky und Maxime Vachier-Lagrave zogen in über 6 Stunden nicht weniger als 101 Züge.

Es war MVL, der im Mittelspiel einige Chancen hatte. Der Vorteil brachte dem Franzosen einen Qualitätsgewinn, als Tomashevsky kurz vor der Zeitkontrolle einige ungenaue Züge machte und auch im Endspiel hätte Schwarz gewinnen können.

Vachier-Lagrave: "Ich habe eigentlich sehr gut gespielt aber das Schicksal war heute wohl gegen mich. Vielleicht weil ich in den letzten Runden schon so viel Glück gehabt und so viele langweilige Partien gespielt habe."


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MVL vor der Partie. Noch wusste er nicht, dass diese mehr als 6 Stunden dauern würde, weil sich das Schicksal gegen ihn verschworen hatte! | Foto: Maria Emelianova.

Die Partie des Tages war aber natürlich Ian Nepiomniachtchi gegen Pentala Harikrishna. Diese Partie bot einfach alles, was das Schachherz begehrt: Ein Springeropfer auf e6, zwei weiße Bauern auf d6 und e6 im Mittelspiel, ein stählerner König, der von f8 is nach c2 rennt und schließlich noch einen Sieger, der eigentlich schon der Verlierer war.

"Es ist doch schön, seinen König auf c1 zu ziehen," sagte Harikrishna. "Das ist die Belohnung für die verbrauchte Energie."

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Das Remis am hintersten Brett war auch eines der unterhaltsameren Sorte. Ernesto Inarkiev's Plan mit dem frühen ...f5 in der italienischen Eröffnung brachte Feuer in die Partie und Salem Saleh trug mit seinem Zug 15.Nh4 ("Wunderschön aber wahrscheinlich einfach nur schlecht" - Salem) ebenfalls zur Schachparty bei.

Inarkiev's Antwort darauf war exzellent aber im entscheidenen Moment verpasste der Russe den alles entscheidenen Zwischenzug.

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Runde 8 in action. | Foto: Maria Emelianova.

2017 Moskau Grand Prix | Tabelle nach der 8. Runde

Platz Gesetzt Land Titel Name ELO Punkte ELO+/-
1 4 GM Ding Liren 2773 5 7,3
5 GM Mamedyarov Shakhriyar 2772 5 4,8
3 1 GM Vachier-Lagrave Maxime 2795 4,5 -4,2
2 GM Nakamura Hikaru 2786 4,5 -1
3 GM Giri Anish 2785 4,5 -2,9
6 GM Svidler Peter 2755 4,5 1,8
8 GM Grischuk Alexander 2750 4,5 2,2
12 GM Gelfand Boris 2724 4,5 8,1
13 GM Radjabov Teimour 2710 4,5 10,4
10 9 GM Harikrishna P. 2750 4 -3,7
15 GM Tomashevsky Evgeny 2696 4 5,6
16 GM Hou Yifan 2652 4 8,1
13 14 GM Vallejo Pons Francisco 2710 3,5 -3,8
18 GM Hammer Jon Ludvig 2621 3,5 6,4
15 7 GM Nepomniachtchi Ian 2751 3 -15,1
10 GM Adams Michael 2747 3 -10,9
17 GM Salem A.R. Saleh 2633 3 2,5
18 11 GM Inarkiev Ernesto 2727 2,5 -15,6

In der letzten Runde werden noch folgende Partien gespielt: Gelfand-Ding, Mamedyarov-MVL, Nakamura-Svidler, Giri-Grischuk, Harikrishna-Radjabov, Adams-Tomashevsky, Inarkiev-Hou, Vallejo-Nepomniachtchi und Salem-Hammer.

Das Turnier geht noch bis zum 21. Mai. Gespielt werden 9 Runden nach Schweizer System. Die 18 Teilnehmer kämpfen um einen Preisfond von 130.000 Euro. Nach Moskau finden noch 2 weitere Grand Prix statt: im Juli in Genf und im November in Palma de Mallorca. Die ersten beiden der Gesamtwertung qualifizieren sich für das Kandidatenturnier 2018.

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